Spanische DGOJ vergibt €950.620 für Forschung zu Glücksspielschäden

Die spanische Glücksspielaufsichtsbehörde hat eine neue öffentliche Förderinitiative ins Leben gerufen, die darauf abzielt, die Forschung zu glücksspielbedingten Schäden und Präventionsmaßnahmen zu unterstützen. Das von der Generaldirektion für Glücksspielregulierung, allgemein bekannt als DGOJ, angekündigte Programm wird 950.620 € an förderfähige Forschungsprojekte vergeben, die sich mit Glücksspielstörungen, Verbraucherschutz und den weiterreichenden sozialen Auswirkungen von Glücksspielaktivitäten befassen.
Die Förderrunde ist Teil der fortlaufenden Bemühungen Spaniens, eine evidenzbasierte Glücksspielpolitik zu stärken und das Verständnis für die mit der Teilnahme am Glücksspiel verbundenen Risiken zu verbessern. Bewerbungen für das Programm sind bis zum 22. Juni 2026 möglich, und ausgewählte Projekte müssen ihre Forschungsarbeiten bis zum 30. Juni 2027 abschließen.
Es wird erwartet, dass die Initiative Universitäten, Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens, private Forschungseinrichtungen und gemeinnützige Organisationen anzieht, die in den Bereichen Suchtforschung, Verhaltensanalyse und verantwortungsvolle Glücksspielpolitik tätig sind.
DGOJ legt verstärkten Fokus auf glücksspielbedingte Schäden
Die jüngste Ausschreibung unterstreicht die anhaltende Betonung der spanischen Regulierungsbehörde auf Prävention und öffentliche Gesundheit. Die DGOJ erklärte, das Programm solle wissenschaftliche Forschung unterstützen, die das Verständnis für glücksspielbedingte Risiken verbessern und gleichzeitig zu praktischen Instrumenten beitragen könne, die Schäden bei den Verbrauchern verringern.
Im Rahmen des Programms müssen sich die geförderten Studien auf die Prävention von Glücksspielstörungen, die Folgen von Glücksspielsucht oder allgemeinere Risiken im Zusammenhang mit der Teilnahme am Glücksspiel konzentrieren.
Der Ansatz der Regulierungsbehörde spiegelt die breitere europäische Debatte über Rahmenbedingungen für verantwortungsbewusstes Glücksspiel wider, insbesondere da digitale Glücksspielprodukte auf Online-Plattformen und mobilen Kanälen weiter zunehmen. Regulierungsbehörden in zahlreichen Ländern widmen Verbraucherschutzmaßnahmen, Frühwarnsystemen und Produktdesignmerkmalen, die zu problematischem Spielverhalten beitragen können, zunehmend Aufmerksamkeit.
Spanien hat seine Glücksspielaufsicht in den letzten Jahren schrittweise durch Werbebeschränkungen, Maßnahmen zum Spielerschutz und eine strengere behördliche Überwachung verstärkt. Das neue Förderprogramm scheint darauf ausgelegt zu sein, diese Maßnahmen durch akademische und wissenschaftliche Forschung zu ergänzen.
Forschungsprojekte müssen strenge zeitliche Vorgaben erfüllen
Gemäß den Bedingungen des Förderprogramms dürfen Forschungsprojekte nicht vor dem 1. Januar 2026 beginnen. Alle genehmigten Studien müssen spätestens am 30. Juni 2027 abgeschlossen sein.
Die Fördermittel werden im Rahmen eines Auswahlverfahrens vergeben. Von den Antragstellern wird erwartet, dass sie die wissenschaftliche Relevanz ihrer vorgeschlagenen Studien, die Durchführbarkeit ihrer Methoden und den breiteren gesellschaftlichen Nutzen ihrer Forschung nachweisen.
Es wird erwartet, dass die DGOJ die eingereichten Anträge auf der Grundlage ihrer fachlichen Qualität, ihrer Innovationskraft und ihres potenziellen Beitrags zu Maßnahmen zur Prävention von Glücksspielschäden prüft.
Forscher, die eine Förderung beantragen, müssen zudem sicherstellen, dass ihre Vorschläge mit einer der sechs offiziell genehmigten Forschungskategorien übereinstimmen, die von der Regulierungsbehörde festgelegt wurden.
Sechs von der Regulierungsbehörde festgelegte Forschungsbereiche
Das Programm der DGOJ für 2026 identifiziert sechs Schlüsselbereiche, die für eine finanzielle Förderung in Frage kommen.
Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt liegt auf der Früherkennung von riskantem Spielverhalten. Dazu gehören Studien, die Verhaltensindikatoren, Prognoseinstrumente und Überwachungssysteme untersuchen, die dabei helfen können, Verbraucher zu identifizieren, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, spielbezogene Probleme zu entwickeln.
Ein weiterer genehmigter Bereich betrifft die Analyse spielbedingter Schäden auf individueller, familiärer und gesellschaftlicher Ebene. Die Regulierungsbehörde hat ausdrücklich mehrere Kategorien von Schäden genannt, die im Rahmen des Programms untersucht werden können.
Dazu gehören körperliche und psychische Gesundheitsfolgen, emotionale und psychologische Schwierigkeiten, finanzielle Probleme, Störungen am Arbeitsplatz oder in der Ausbildung, zerbrochene Beziehungen und rechtliche Komplikationen im Zusammenhang mit Glücksspielstörungen.
Das Programm unterstützt auch Studien, die auf die Entwicklung von Instrumenten, Interventionen oder Verfahren abzielen, die die mit Glücksspielaktivitäten verbundenen schädlichen Folgen verringern können. Dazu könnten präventive Technologien, Aufklärungsmaßnahmen oder Systeme für verantwortungsbewusstes Spielen gehören, die darauf ausgelegt sind, die Sicherheit der Verbraucher zu verbessern.
Das Interesse an den Zusammenhängen zwischen Glücksspiel und Videospielen wächst
Ein bemerkenswerter Aspekt der Ausschreibung ist die Einbeziehung von Forschungsarbeiten zum Zusammenhang zwischen Videospielen und Glücksspielverhalten.
Aufsichtsbehörden in ganz Europa und auf anderen internationalen Märkten untersuchen zunehmend mögliche Überschneidungen zwischen Spielmechaniken und glücksspielähnlichen Systemen. Funktionen wie Lootboxen, In-Game-Käufe und Belohnungsstrukturen sind in den letzten Jahren in den Fokus der Regulierungsbehörden und der Wissenschaft gerückt.
Die Einbeziehung dieses Themas durch die DGOJ deutet auf ein anhaltendes Interesse daran hin, zu verstehen, ob bestimmte Spielerlebnisse die Muster der Glücksspielteilnahme beeinflussen können, insbesondere bei jüngeren Konsumenten.
Neben der Videospielforschung wird das Programm auch Studien zu den strukturellen Merkmalen von Glücksspielprodukten selbst unterstützen. Dazu gehören Lotterien, Glücksspiele, Pokerprodukte und Sportwettenmärkte.
Forscher können untersuchen, wie Produktmerkmale, Belohnungssysteme, Zugänglichkeit oder Elemente des Spieldesigns mit dem Verbraucherverhalten und der Risikoexposition interagieren.
Die Regulierungsbehörde hat zudem geschlechtsspezifische Analysen als förderfähigen Forschungsbereich identifiziert. Dieser Forschungsbereich könnte untersuchen, wie sich glücksspielbezogene Risiken und Verhaltensweisen auf verschiedene demografische Gruppen auswirken und ob Präventionsmaßnahmen maßgeschneiderte Ansätze erfordern.
Universitäten und Forschungszentren sind zur Bewerbung eingeladen
Das Förderprogramm steht einem breiten Spektrum von Einrichtungen offen, die im spanischen Forschungs- und Gesundheitswesen tätig sind.
Zu den förderfähigen öffentlichen Einrichtungen zählen Universitäten, öffentliche Forschungsinstitute und Gesundheitsorganisationen, die dem spanischen nationalen Gesundheitssystem angegliedert sind. Es wird erwartet, dass öffentliche Universitätsfachbereiche, die sich auf Psychologie, Verhaltenswissenschaften, öffentliche Gesundheit, Soziologie oder Suchtforschung spezialisiert haben, zu den potenziellen Antragstellern gehören.
Private Einrichtungen dürfen ebenfalls teilnehmen, sofern sie anerkannte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten nachweisen können. Dazu gehören private Universitäten, gesetzlich anerkannte F&E-Zentren und private Gesundheitsorganisationen, die dem nationalen Gesundheitssystem angegliedert sind.
Die Einbeziehung sowohl öffentlicher als auch privater Forschungseinrichtungen spiegelt die Absicht der Regulierungsbehörde wider, eine breite wissenschaftliche Beteiligung und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern.
Gemeinnützige Organisationen unterliegen Unabhängigkeitsauflagen
Gemeinnützige Organisationen sind unter bestimmten, vom DGOJ festgelegten Bedingungen ebenfalls antragsberechtigt.
Um sich zu qualifizieren, müssen gemeinnützige Antragsteller Forschungsaktivitäten oder die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse in ihre institutionellen Ziele aufnehmen. Darüber hinaus sind sie verpflichtet, formell mit einer anerkannten öffentlichen oder privaten Forschungseinrichtung zusammenzuarbeiten.
Die Regulierungsbehörde hat zudem Schutzmaßnahmen eingeführt, die die Unabhängigkeit der geförderten Forschung stärken sollen.
Gemäß den Programmregeln dürfen gemeinnützige Organisationen, die Fördermittel beantragen, keine Glücksspielanbieter in ihren Leitungsgremien haben. Diese Bedingung scheint darauf abzuzielen, potenzielle Interessenkonflikte zu verringern und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Neutralität der geförderten Studien zu wahren.
Die Unabhängigkeitsanforderung spiegelt die zunehmende internationale Kontrolle hinsichtlich Transparenz- und Governance-Standards in der Glücksspielforschung wider.
Bewerbungsfrist bis Juni 2026
Bewerbungen für das Programm müssen bis spätestens 22. Juni 2026 elektronisch über die offizielle Online-Plattform der DGOJ eingereicht werden.
Von interessierten Organisationen wird erwartet, dass sie detaillierte Projektunterlagen vorlegen, darunter Forschungsziele, Methodik, Budgetangaben und Nachweise über die Förderfähigkeit der Einrichtung.
Das elektronische Einreichungsverfahren der Regulierungsbehörde ist Teil der umfassenderen Bemühungen Spaniens zur Modernisierung der Verwaltung, die sich bei Regulierungsverfahren und der Verwaltung öffentlicher Fördermittel zunehmend auf digitale Systeme stützt.
Nach Prüfung der Einreichungen erhalten ausgewählte Projekte finanzielle Unterstützung aus den für das Programm bewilligten Mitteln in Höhe von 950.620 Euro.
Evidenzbasierte Regulierung bleibt eine Priorität
Die jüngste Förderinitiative unterstreicht Spaniens anhaltendes Engagement für eine evidenzbasierte Glücksspielregulierung und Verbraucherschutzpolitik.
Anstatt sich ausschließlich auf Durchsetzungsmaßnahmen zu konzentrieren, scheint die DGOJ ihre Unterstützung für akademische Forschung auszuweiten, die als Grundlage für künftige Regulierungsentscheidungen dienen kann. Der breite Forschungsumfang des Programms deutet auf ein Interesse daran hin, die Schäden durch Glücksspiele aus verschiedenen Perspektiven zu verstehen, darunter Verhaltenswissenschaften, öffentliche Gesundheit, Produktdesign und Analyse der sozialen Auswirkungen.
Die Einbeziehung von Studien zu Videospielen, geschlechtsspezifischen Unterschieden und strukturellen Produktrisiken zeigt zudem, dass die Regulierungsbehörden das Glücksspielverhalten zunehmend in einem breiteren Umfeld der digitalen Unterhaltung untersuchen.
Da sich die Glücksspielmärkte in ganz Europa weiterentwickeln, könnten Forschungsinitiativen wie diese eine wichtige Rolle bei der Gestaltung künftiger Standards für verantwortungsbewusstes Glücksspiel und Präventionsstrategien spielen.
Fazit
Spaniens neuestes Förderprogramm für Glücksspielforschung stellt eine bedeutende Investition in die Erforschung von Glücksspielschäden und deren Prävention dar. Durch die Bereitstellung von mehr als 950.000 € für akademische und wissenschaftliche Projekte bekräftigt die DGOJ ihr Engagement für eine evidenzbasierte Politikgestaltung und den Verbraucherschutz.
Die weit gefassten Förderkriterien und vielfältigen Forschungsschwerpunkte des Programms deuten darauf hin, dass die spanischen Behörden ein tieferes Verständnis dafür anstreben, wie sich Glücksspielverhalten auf Einzelpersonen, Familien und die Gesellschaft auswirkt. Die Einbeziehung von Studien zu Videospielen, Produktstrukturen und der Erkennung von Verhaltensrisiken spiegelt den Wandel der Glücksspielregulierung in digitalen Märkten wider.
Für Forscher und Institutionen, die in den Bereichen öffentliche Gesundheit, Verhaltenswissenschaften und Politik für verantwortungsbewusstes Glücksspiel tätig sind, bietet die Initiative die Möglichkeit, wertvolle Erkenntnisse beizusteuern, die zukünftige Regulierungs- und Präventionsrahmen sowohl in Spanien als auch im gesamten europäischen Glücksspielsektor beeinflussen können.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Zweck der neuen spanischen Forschungsstipendien für Glücksspiel?
Die Stipendien sollen die Forschung zu glücksspielbedingten Schäden, Präventionsmaßnahmen und Strategien zum Verbraucherschutz im Zusammenhang mit Glücksspielaktivitäten unterstützen.
Wie viel Fördermittel stehen im Rahmen des Programms zur Verfügung?
Die DGOJ hat für die Förderrunde 2026 950.620 € bereitgestellt.
Wer kann sich um die Forschungsstipendien bewerben?
Öffentliche Universitäten, private Forschungseinrichtungen, Gesundheitsorganisationen und förderfähige gemeinnützige Einrichtungen können sich bewerben, sofern sie die Programmanforderungen erfüllen.
Wann ist die Bewerbungsfrist?
Bewerbungen müssen bis zum 22. Juni 2026 elektronisch eingereicht werden.
Wann können geförderte Projekte beginnen?
Genehmigte Projekte dürfen nicht vor dem 1. Januar 2026 beginnen.
Wann ist die Fertigstellungsfrist für ausgewählte Projekte?
Alle geförderten Forschungsvorhaben müssen bis zum 30. Juni 2027 abgeschlossen sein.
Welche Forschungsbereiche deckt das Programm ab?
Das Programm unterstützt Forschung zu Glücksspielschäden, zur Früherkennung von Risikoverhalten, zu Präventionsinstrumenten, zu Verbindungen zu Videospielen, zu Strukturen von Glücksspielprodukten und zu geschlechtsspezifischen Auswirkungen.
Können gemeinnützige Organisationen sich eigenständig bewerben?
Gemeinnützige Organisationen müssen formell mit einer anerkannten öffentlichen oder privaten Forschungseinrichtung zusammenarbeiten, um teilnahmeberechtigt zu sein.
Dürfen Glücksspielanbieter an den Leitungsgremien gemeinnütziger Organisationen mitwirken?
Nein. Gemäß den Programmregeln dürfen gemeinnützige Antragsteller keine Glücksspielanbieter in ihre Leitungsgremien aufnehmen.
Warum unterstützt die DGOJ die Forschung zu Glücksspielschäden?
Die Regulierungsbehörde möchte die evidenzbasierte Politikgestaltung stärken und das Verständnis für glücksspielbezogene Risiken und Präventionsmethoden verbessern.
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