Ukraine verabschiedet Strategie gegen Spielsucht mit Plan bis 2035

Ukraine approves gambling addiction strategy and action plan through 2035

Die Ukraine hat ihre erste nationale Strategie verabschiedet, die speziell auf die Verringerung von glücksspielbedingten Schäden und die Bekämpfung der Spielsucht bis zum Jahr 2035 ausgerichtet ist. Das Ministerkabinett genehmigte die Strategie am 28. August 2026 zusammen mit einem Aktionsplan für den Zeitraum 2027 bis 2029 und schuf damit einen umfassenden staatlichen Rahmen für Prävention, Früherkennung, Behandlung, Rehabilitation und Durchsetzung.

Die Strategie stellt eine Verlagerung hin zu einem koordinierten nationalen Vorgehen dar, anstatt sich auf einzelne regulatorische Maßnahmen zu verlassen. Nach offiziellen Regierungsangaben vereint die Strategie die Bereiche öffentliche Gesundheit, Bildung, Sozialschutz, Strafverfolgung und Glücksspielregulierung im Rahmen eines gemeinsamen Ansatzes zur Verringerung der mit Glücksspielen verbundenen Risiken.

Die Ukraine schafft einen umfassenderen Rahmen zur Bekämpfung von Glücksspielschäden

Die neu verabschiedete Strategie soll bis 2035 gelten und wird durch einen festgelegten Umsetzungsplan für den ersten Zeitraum von 2027 bis 2029 unterstützt. Nach Angaben der Regierung ist jedes strategische Ziel mit konkreten Maßnahmen, zuständigen Institutionen und Umsetzungsfristen verknüpft.

Diese Struktur ist von Bedeutung, da Glücksspielsucht nicht nur als Frage der Marktregulierung, sondern auch als Problem der öffentlichen Gesundheit und als soziales Problem behandelt wird. Der Ansatz umfasst Prävention, den Zugang zu Unterstützungsangeboten sowie Maßnahmen zur Verringerung der weiterreichenden sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen, die mit schädlichem Glücksspiel verbunden sind.

Das Ministerium für digitale Transformation hat bei der Entwicklung des politischen Rahmens eine zentrale Rolle gespielt. Das Ministerium hatte zuvor im Mai 2026 den Strategieentwurf zur öffentlichen Konsultation veröffentlicht und den vorgeschlagenen Ansatz als ein koordiniertes System beschrieben, das Aufklärung, Früherkennung, Behandlung, Unterstützung für Betroffene und Maßnahmen gegen den illegalen Glücksspielmarkt umfasst.

Die endgültige Strategie wurde anschließend am 28. August 2026 von der Regierung verabschiedet. In offiziellen Verlautbarungen wird sie als die erste Strategie dieser Art in der Ukraine bezeichnet.

Prävention wird zu einem zentralen Bestandteil der Politik

Prävention ist eine der Hauptsäulen der Strategie. Die Behörden planen, öffentliche Aufklärungskampagnen zur Erläuterung der Glücksspielrisiken auszuweiten und gleichzeitig Aufklärungsinitiativen in Schulen einzuführen.

Die Regierung beabsichtigt zudem, Mechanismen zur Früherkennung von Personen zu stärken, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, schädliches Glücksspielverhalten zu entwickeln. Screening-Verfahren und andere Instrumente zur Früherkennung sollen Teil eines umfassenderen Präventionsmodells werden.

Diese Betonung frühzeitiger Interventionen könnte zu einem wichtigen Element der ukrainischen Glücksspielpolitik werden. Anstatt abzuwarten, bis eine Person unter schwerwiegenden finanziellen, psychischen oder sozialen Folgen leidet, zielt die Strategie darauf ab, Risiken früher zu erkennen und den Betroffenen geeignete Unterstützung zukommen zu lassen.

In offiziellen Unterlagen wird zudem die Notwendigkeit hervorgehoben, den Zugang zu Behandlung, psychologischer Hilfe und Rehabilitation zu verbessern. Die Strategie geht daher über Aufklärungskampagnen hinaus, da sie anerkennt, dass wirksame Maßnahmen gegen Glücksspielsucht längerfristige Unterstützungsangebote erfordern.

Unterstützung für Familien und betroffene Personen

Die Strategie erkennt zudem an, dass die Folgen schädlichen Glücksspiels über den einzelnen Spieler hinausreichen können.

Das ukrainische Ministerium für digitale Transformation erklärte in einer früheren Entwicklungsphase, dass die Strategie die finanziellen und psychischen Folgen berücksichtigen werde, unter denen Familien leiden, die von glücksspielbedingten Problemen betroffen sind. Außerdem wurden Pläne skizziert, um die Kompetenz von Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern zu stärken, die mit solchen Fällen befasst sind.

Diese umfassendere Perspektive stellt die Unterstützung der Familien auf eine Stufe mit Behandlung und Prävention. Sie spiegelt zudem das erklärte Ziel der Regierung wider, die mit dem Glücksspiel verbundenen sozialen, wirtschaftlichen und medizinischen Risiken zu verringern, anstatt das Problem ausschließlich als individuelle Angelegenheit zu behandeln.

Spezifische Maßnahmen für Militärangehörige und Veteranen

Militärangehörige und Veteranen bilden einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der Strategie.

Das Regierungsprogramm sieht gezielte Maßnahmen vor, mit denen den mit Glücksspielen verbundenen Risiken bei Militärangehörigen und Veteranen begegnet werden soll. Zu den offiziellen Maßnahmen gehören neben Behandlungs-, psychologischen Hilfs- und Rehabilitationsmaßnahmen auch spezielle Förderprogramme.

Dieser Schwerpunkt folgt auf eine Reihe von Regierungsmaßnahmen zur Einschränkung der Teilnahme von Militärangehörigen an Glücksspielen. Im März 2026 veröffentlichte das Ministerium für digitale Transformation den Entwurf eines Regierungsbeschlusses über Verfahren, mit denen Militärangehörigen der Besuch von Glücksspieleinrichtungen und die Teilnahme an Glücksspielaktivitäten untersagt werden sollen.

Unabhängig davon berichtete PlayCity im August, dass eine Ausschreibung für ein System gestartet worden sei, das den automatischen Zugriff von Militärangehörigen auf Glücksspiele einschränken soll. Die Ankündigung erschien am 24. August 2026 auf der offiziellen Website der Regulierungsbehörde, kurz bevor die Strategie offiziell verabschiedet wurde.

Diese Maßnahmen deuten darauf hin, dass der Umgang mit Glücksspielrisiken bei Militärangehörigen im Rahmen der übergeordneten nationalen Strategie entwickelt wird und nicht als isoliertes Problem behandelt wird.

Verschärfte Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Strategie ist die Bekämpfung des illegalen Glücksspielsektors.

Die Regierung plant, Maßnahmen zur Sperrung illegaler Glücksspiel-Websites und -Werbung zu verstärken und gleichzeitig die Bemühungen zur Bekämpfung krimineller Aktivitäten im Zusammenhang mit unrechtmäßigen Glücksspielbetrieben zu intensivieren. Die offizielle Strategie legt zudem größeren Wert auf eine koordinierte Durchsetzung durch die zuständigen staatlichen Institutionen.

PlayCity hat die Sperrung illegaler Glücksspiel-Websites gesondert als eine seiner Kernaufgaben definiert. Seine offizielle Plattform bietet zudem Mechanismen zur Meldung mutmaßlich illegaler Casinos und zum Abruf von Informationen über lizenzierte Betreiber.

Der rechtliche Rahmen in der Ukraine sieht bereits Strafen für die Organisation oder Durchführung von Glücksspielen ohne die erforderliche Genehmigung vor. Die nationale Rechtsdatenbank enthält zudem Bestimmungen zu illegalen Glücksspielaktivitäten und den damit verbundenen Durchsetzungsmaßnahmen.

Durch die Kombination von Präventionsmaßnahmen mit der Bekämpfung rechtswidriger Betreiber zielt die neue Strategie darauf ab, sowohl Risiken auf der Nachfrageseite als auch Probleme im Zusammenhang mit dem illegalen Glücksspielmarkt anzugehen.

Rund 40 öffentliche Einrichtungen beteiligt

An der Umsetzung der Strategie wird ein breites Netzwerk aus Regierungsstellen und öffentlichen Einrichtungen beteiligt sein.

Laut der offiziellen Ankündigung von PlayCity sollen rund 40 Stellen im Rahmen des gemeinsamen Plans zusammenarbeiten. Zu den genannten gehören PlayCity, das Ministerium für digitale Transformation, das Gesundheitsministerium, das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, das Verteidigungsministerium, das Ministerium für Veteranenangelegenheiten und das Ministerium für Sozialpolitik. Auch Strafverfolgungsbehörden wie das Amt für Wirtschaftssicherheit, der Sicherheitsdienst der Ukraine und die Nationalpolizei sind Teil des übergreifenden Rahmens.

Die Einbindung so vieler Institutionen unterstreicht die Absicht der Regierung, Spielsucht als sektorübergreifendes politisches Thema zu behandeln. Die Zuständigkeiten reichen von Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit über Gesundheitsversorgung und soziale Unterstützung bis hin zu behördlicher Aufsicht und Strafverfolgung.

Historische Ausgabenzahlen unterstreichen das Ausmaß der Besorgnis

Das Ausgangsmaterial für diesen Bericht stützte sich auf Schätzungen, wonach die Ukrainer im Jahr 2023 täglich fast 400 Millionen UAH – umgerechnet etwa 7,7 Millionen Euro – für Online-Casinos ausgaben. Auf dieser Grundlage wurden die monatlichen Ausgaben mit mehr als 12 Milliarden UAH angegeben.

Diese Zahlen sind als historische Schätzungen zu den Glücksspielaktivitäten im Jahr 2023 zu verstehen und nicht als aktuelle Messgröße für die Glücksspielausgaben im Jahr 2026. Die politischen Ankündigungen der Regierung im Zusammenhang mit der neuen Strategie konzentrieren sich in erster Linie auf die Schadensminderung und die Verbesserung der Aufsicht und nicht darauf, diese historischen Zahlen als aktuellen Marktindikator darzustellen.

Das in früheren Berichten angeführte Ausmaß der Ausgaben trägt dazu bei, zu erklären, warum glücksspielbedingte Schäden zu einem zunehmend wichtigen politischen Thema geworden sind. Sie liefern zudem den Kontext für den Schwerpunkt der Regierung auf Prävention, Maßnahmen für verantwortungsbewusstes Spielen, Behandlung und Einschränkungen illegaler Aktivitäten.

PlayCity übernimmt eine größere Rolle im regulatorischen Rahmen

Die Gründung und die fortlaufende Weiterentwicklung von PlayCity sind ebenfalls für die Umsetzung der Strategie von Bedeutung. Die Behörde beschreibt ihren Auftrag darin, einen transparenten, kontrollierten und legalen Glücksspiel- und Lotteriemarkt zu fördern und gleichzeitig Maßnahmen für verantwortungsbewusstes Spielen sowie das Vorgehen gegen illegale Anbieter zu unterstützen.

Zu ihren Aufgaben gehören die Lizenzvergabe, die Online-Überwachung sowie Maßnahmen im Zusammenhang mit der eingeschränkten Teilnahme am Glücksspiel. Die offizielle Plattform von PlayCity bietet zudem Informationen zur Selbstsperre und zu Unterstützungsmechanismen im Zusammenhang mit Glücksspielproblemen.

Die neue nationale Strategie verleiht dieser Regulierungsarbeit einen breiteren politischen Rahmen. Anstatt verantwortungsbewusstes Glücksspiel ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Lizenzvergabe und der Einhaltung von Vorschriften zu betrachten, bettet die Ukraine es nun in einen langfristigen Rahmen ein, der auch Bildung, Gesundheitswesen, Rehabilitation und Sozialpolitik umfasst.

Was die Strategie 2035 für die Ukraine bedeuten könnte

Die Bedeutung der neuen Strategie wird letztlich von ihrer Umsetzung und messbaren Ergebnissen abhängen. Die Regierung hat einen langfristigen Zeithorizont bis 2035 festgelegt und gleichzeitig einen operativen Rahmen für den Zeitraum 2027 bis 2029 geschaffen. Dies bietet der Ukraine die Möglichkeit zu bewerten, ob konkrete Maßnahmen die Früherkennung, den Zugang zu Behandlung und den Schutz gefährdeter Gruppen verbessern.

Die Betonung der Koordination könnte zudem das Risiko einer fragmentierten Politikgestaltung verringern. Da Ministerien, Aufsichtsbehörden, Gesundheitseinrichtungen und Strafverfolgungsbehörden unter einem gemeinsamen Rahmen zusammenarbeiten, kann die Regierung eine konsequentere Vorgehensweise gegen spielbedingte Schäden verfolgen.

Gleichzeitig wird der Erfolg der Politik von der praktischen Umsetzung, angemessenen Unterstützungsangeboten und einer wirksamen Durchsetzung abhängen. Eine formelle Strategie gibt die Richtung vor, doch ihre Wirkung wird davon bestimmt, wie konsequent die Maßnahmen angewendet und bewertet werden.

Fazit

Die Verabschiedung einer nationalen Strategie zur Bekämpfung der Spielsucht bis 2035 durch die Ukraine stellt eine bedeutende Entwicklung im Umgang des Landes mit spielbedingten Schäden dar. Die Strategie bündelt Prävention, Behandlung, Rehabilitation, Aufklärung, militärische Unterstützung und Durchsetzung in einem einzigen langfristigen Rahmen, anstatt diese Bereiche durch unzusammenhängende Maßnahmen anzugehen.

Die Verabschiedung des Operativen Plans für die Jahre 2027 bis 2029 verleiht der Strategie zudem eine praktischere Grundlage, da benannte Institutionen und festgelegte Maßnahmen Teil des Umsetzungsprozesses sind.

Für die Ukraine verlagert sich die zentrale Herausforderung nun von der Konzeption der Politik hin zu deren Umsetzung. Eine wirksame Sensibilisierung der Öffentlichkeit, zugängliche Behandlungsangebote, Maßnahmen zur Gewährleistung verantwortungsvollen Glücksspiels und nachhaltige Maßnahmen gegen illegale Anbieter werden entscheidend sein, um die Ziele der Strategie zu erreichen. Das längerfristige Ergebnis wird davon abhängen, ob diese Maßnahmen zu einer messbaren Verringerung der durch Glücksspiel verursachten Schäden führen und gleichzeitig sicherstellen, dass Menschen mit Glücksspielproblemen und ihre Familien sinnvolle Unterstützung erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die neue Strategie der Ukraine zur Bekämpfung der Spielsucht?
Die neue Strategie der Ukraine ist ein nationaler politischer Rahmen, der darauf abzielt, spielbedingte Schäden zu verringern und Spielsucht durch Prävention, Früherkennung, Behandlung, Rehabilitation und Durchsetzung zu bekämpfen.

Wann wurde die Strategie verabschiedet?
Das Ministerkabinett hat die Strategie am 28. August 2026 zusammen mit einem Aktionsplan für den Zeitraum 2027 bis 2029 verabschiedet.

Wie lange gilt die Strategie der Ukraine zur Bekämpfung der Spielsucht?
Die Strategie soll bis 2035 in Kraft bleiben und bietet damit einen langfristigen Rahmen für staatliches Handeln.

Welche Maßnahmen umfasst die Strategie?
Zu den Maßnahmen gehören Aufklärungskampagnen, Glücksspielaufklärung an Schulen, Risikoscreening, Behandlung, psychologische Unterstützung, Rehabilitation sowie verstärkte Maßnahmen gegen illegale Glücksspiel-Websites und -Werbung.

Werden Schulen auf die Risiken des Glücksspiels eingehen?
Ja. Die Strategie umfasst Bildungsinitiativen, die darauf abzielen, die Risiken des Glücksspiels und die möglichen Folgen schädlichen Spielverhaltens zu erläutern.

Umfasst die Strategie auch Unterstützung für Militärangehörige?
Ja. Für Militärangehörige und Veteranen sind spezielle Maßnahmen geplant, darunter Behandlung, psychologische Hilfe und Unterstützung bei der Rehabilitation.

Welche Rolle spielt PlayCity?
PlayCity ist eine der an der Umsetzung der Strategie beteiligten Institutionen. Zu ihren Aufgaben gehören die Regulierung des Glücksspiels, die Lizenzvergabe, die Online-Überwachung, Maßnahmen für verantwortungsbewusstes Spielen sowie das Vorgehen gegen illegale Anbieter.

Wird die Ukraine gegen illegale Glücksspiel-Websites vorgehen?
Ja. Die Strategie sieht systematische Maßnahmen zur Sperrung illegaler Glücksspiel-Websites und -Werbung vor und verstärkt gleichzeitig die Bemühungen gegen rechtswidrige Aktivitäten im Zusammenhang mit Glücksspielen.

Wie viele öffentliche Stellen werden voraussichtlich beteiligt sein?
Offiziellen Angaben von PlayCity zufolge werden rund 40 Regierungsstellen und Institutionen an der Umsetzung der Strategie mitwirken.

Welche Bedeutung hat die Strategie?
Ihre Bedeutung liegt darin, Prävention, Gesundheitsversorgung, Aufklärung, soziale Unterstützung, Regulierung und Strafverfolgung unter einem langfristigen nationalen Rahmen zusammenzuführen, um glücksspielbedingte Schäden zu bekämpfen.

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