Ein Versteckter Vorfall in der St. John’s Co-Kathedrale

A Hidden Incident at St. John’s Co-Cathedral

Die St. John's Co-Cathedral in Valletta, Malta, eine Stätte von immenser religiöser und historischer Bedeutung, stand kürzlich im Mittelpunkt einer beunruhigenden Kontroverse. Erzbischof Charles Scicluna hat bestätigt, dass die Stiftung der St. John's Co-Cathedral ihn nicht über einen schwerwiegenden Vorfall informiert hat, der erhebliche Schäden an der Bartolott-Krypta verursacht hat, einem wichtigen Bereich unter der Kathedrale, in dem sich die Gräber vieler Ritter des Johanniterordens befinden. Die Enthüllung dieses Vorfalls, der ursprünglich durch Berichte von The Shift aufgedeckt wurde, hat einen Schatten sowohl auf die Restaurierungsarbeiten als auch auf den Umgang mit dem Denkmalschutz an einem der berühmtesten Wahrzeichen Maltas geworfen.

Die Bartolott-Krypta: Ein historisches Juwel unter Bedrohung

Die Bartolott-Krypta, die sich unter dem Oratorium der St. John's Co-Cathedral befindet, ist ein Ort von historischer Bedeutung, der die sterblichen Überreste von etwa 600 Rittern des Johanniterordens beherbergt. Die aus dem 16. Jahrhundert stammenden Grabkammern gelten als unersetzlicher Teil des maltesischen Kulturerbes. Die Krypta ist eine einzigartige archäologische Stätte, nicht nur wegen ihres Alters, sondern auch wegen ihrer Verbindung zu den Hospitalrittern, die im Mittelalter eine zentrale Rolle in der Geschichte Maltas spielten.

Diese heilige Stätte, die seit langem Teil der historischen und spirituellen Bedeutung der Kathedrale ist, hat jedoch kürzlich einen Rückschlag erlitten, der weitreichende Folgen für ihre Erhaltung haben könnte. Der Schaden entstand im Rahmen des laufenden Projekts zur Erweiterung des St. John's Museum, das auch die Restaurierung der Bartolott-Krypta umfasst. Leider hat sich dieses Projekt verzögert, und nun hat die Entdeckung eines eingestürzten Bodens in der Krypta Empörung und Besorgnis ausgelöst.

Was genau geschah im April 2024?

Der Vorfall ereignete sich im April 2024, als ein Doppelboden, der im Rahmen der Renovierungsarbeiten zur Erweiterung des St. John's Museum eingebaut worden war, unerwartet zusammenbrach. Durch diesen Einsturz wurde der ursprüngliche Fußboden der Krypta, der aus alten, zerbrechlichen Materialien besteht, die nicht ohne weiteres ersetzt werden können, erheblich beschädigt. Experten befürchten, dass der Einsturz auch die strukturelle Integrität der Krypta beschädigt haben könnte. Es wird befürchtet, dass der Einsturz auch die Grabkammern unter dem Boden in Mitleidenschaft gezogen hat, obwohl die Stiftung der St. John's Co-Cathedral wiederholt bestritten hat, dass die Grabstätten selbst beschädigt wurden.

Der Einsturz war nicht nur ein strukturelles, sondern auch ein symbolisches Versagen. Der ursprüngliche Bodenbelag der Krypta, der im Rahmen des Restaurierungsprojekts des Museums erhalten werden sollte, wurde schwer beschädigt, und einige Experten sind der Ansicht, dass die Konstruktion des Doppelbodens die Hauptursache für den Vorfall war. Der Doppelboden, der die Nutzbarkeit des Museums verbessern sollte, scheint für die empfindliche Struktur der Krypta schlecht geeignet gewesen zu sein.

Erzbischofs Enttäuschung: Ein Mangel an Transparenz

Erzbischof Charles Scicluna brachte seine Enttäuschung zum Ausdruck, als er von dem Vorfall erfuhr und stellte fest, dass er von der St. John's Co-Cathedral Foundation erst nach der Veröffentlichung der Geschichte in The Shift über den Schaden informiert wurde. Der Sprecher des Erzbischofs bestätigte, dass die Stiftung den Erzbischof trotz des Ernstes der Lage nicht rechtzeitig über den Vorfall informiert habe. Dieses Versäumnis, die kirchlichen Behörden über den Einsturz zu informieren, gibt Anlass zu ernsten Bedenken hinsichtlich der Transparenz und Rechenschaftspflicht der Stiftung, die für die Überwachung des Restaurierungs- und Museumserweiterungsprojekts verantwortlich war.

Angesichts der schädlichen Berichte forderte der Erzbischof eine gründliche unabhängige Überprüfung der bisherigen Arbeiten an der Erweiterung des St. John's Museum. Dabei sollen das Ausmaß der Schäden an der Bartolott-Krypta, die Ursachen für den Einsturz und die bei den Restaurierungsarbeiten angewandten Methoden untersucht werden. Darüber hinaus forderte der Erzbischof die Stiftung auf, bei allen offiziellen Untersuchungen, die sich aus dem Vorfall ergeben könnten, uneingeschränkt mit den zuständigen Behörden zusammenzuarbeiten.

Das Dementi der Stiftung und die öffentlichen Auswirkungen

Trotz der von The Shift veröffentlichten eindeutigen Fotobeweise, die die Schäden am Doppelboden und am ursprünglichen Fußboden der Krypta zeigten, leugnete die St. John's Co-Cathedral Foundation zunächst, dass es zu einem Einsturz gekommen war. Diese Haltung führte zu weiterer Verwirrung und Frustration in der Öffentlichkeit, zumal deutlich wurde, dass die Stiftung versucht hatte, die Bedeutung des Ereignisses herunterzuspielen, um eine Kontroverse zu vermeiden. Das Zögern der Stiftung, das Ausmaß der Schäden einzugestehen, wurde von vielen als Versuch gewertet, sowohl die Kirche als auch die Regierung vor Kritik zu schützen, da die Kathedrale und das laufende Projekt in der Öffentlichkeit sehr präsent sind.

Im Laufe der Geschichte wurde immer deutlicher, dass der Umgang der Stiftung mit der Situation nicht der Transparenz entsprach, die man von einer so angesehenen Institution erwartet. Die fehlende Kommunikation zwischen der Stiftung und dem Erzbischof verstärkte nur noch den Eindruck, dass der Vorfall vertuscht wurde, um einen öffentlichen Rückschlag zu vermeiden. Als die Angelegenheit jedoch an die Öffentlichkeit gelangte, sah sich die Stiftung gezwungen, eine kurze Erklärung zur Schadensbegrenzung abzugeben, in der sie versuchte, die Schwere des Schadens herunterzuspielen.

In der Erklärung der Stiftung hieß es, dass die Grabkammern unter der Krypta nicht beschädigt worden seien und dass die strukturelle Integrität der historischen Gebäude intakt sei. Auch wenn diese Behauptungen eine gewisse Beruhigung darstellen, bleiben Fragen zur allgemeinen Sicherheit der Stätte bestehen, zumal Experten weiterhin das volle Ausmaß des Schadens beurteilen.

Die Erweiterung des St. John's Museum: Ein von Verzögerungen geplagtes Projekt

Der Einsturz der Bartolott-Krypta ist nur das jüngste Kapitel in der langjährigen Geschichte des Erweiterungsprojekts des St. John's Museum. Ursprünglich sollte die Erweiterung 2018 fertiggestellt werden, doch es kam zu Verzögerungen, Missmanagement und Vorwürfen finanzieller Fehlallokation. Das Projekt, das das Angebot des Museums erweitern und verbessern sollte, ist zu einem Symbol der Ineffizienz und zu einer Quelle der Frustration sowohl für die Öffentlichkeit als auch für die an der Ausführung beteiligten Akteure geworden.

Die Erweiterung sollte ein bedeutender kultureller Meilenstein für Malta sein und den historischen und touristischen Wert der St. John's Co-Cathedral steigern. Doch jahrelange Verzögerungen und wiederholte Vorwürfe von Missmanagement haben den Ruf des Projekts schwer beschädigt. Im Jahr 2023 kündigte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Tonio Mallia, an, dass der Erweiterungsbau schließlich bis 2025 fertiggestellt sein würde, wobei die Kosten auf 13 Millionen Euro geschätzt wurden. Angesichts der anhaltenden Probleme mit der Bartolott-Krypta ist es jedoch unklar, ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann oder ob es zu weiteren Verzögerungen kommen wird.

Die Nichteinhaltung des ursprünglichen Zeitplans hat zu breiter Kritik geführt, insbesondere wegen der fehlenden Rechenschaftspflicht für die Millionen von Euro, die ohne greifbare Ergebnisse ausgegeben wurden. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Projekt ist geschwunden, und die Frage nach der Verwendung der Mittel ist weiterhin offen. Der Zusammenbruch der Krypta ist nur der jüngste in einer Reihe von Vorfällen, die Zweifel an der Kompetenz der Stiftung und ihrer Fähigkeit, ihre Aufgaben wirksam zu erfüllen, aufkommen lassen.

Die Architekten auf dem Prüfstand: Konstruktionsmängel und professionelle Aufsicht

Einer der Schlüsselfaktoren, die zum Einsturz des Doppelbodens in der Bartolott-Krypta beitrugen, scheint in den Konstruktionsfehlern des Restaurierungsprojekts zu liegen. Experten haben darauf hingewiesen, dass der Boden für die empfindliche und historisch wertvolle Krypta schlecht konzipiert war, was zu seinem Einsturz beitrug. Das Architekturbüro AP Valletta, das für den Entwurf verantwortlich zeichnete, wurde unter die Lupe genommen, wobei die Leitung von Konrad Buhagiar, dem leitenden Architekten, besondere Beachtung fand.

Buhagiar und Edwin Mintoff, ein weiterer Architekt, der von der Stiftung mit der Überwachung des Projekts beauftragt wurde, sehen sich nun mit der Frage konfrontiert, ob der Entwurf den notwendigen Sorgfaltsmaßstäben entsprach, die bei der Arbeit an einem historisch so bedeutenden Ort erforderlich sind. Es wird vermutet, dass der Fußboden dem Gewicht der Installation nicht gewachsen war, was zu Schäden am ursprünglichen Fußboden der Krypta geführt hat. Die Architekten werden nun aufgefordert, zu erklären, wie es zu diesem Fehler kam und ob er durch eine sorgfältigere Planung und Überwachung hätte verhindert werden können.

Die Architektenkammer (Kamra tal-Periti) hat eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls eingeleitet, bei der geprüft werden soll, ob ein berufliches Fehlverhalten vorliegt. Dabei soll untersucht werden, ob die an dem Projekt beteiligten Architekten die erforderlichen Praxisstandards eingehalten haben und ob ihre Entwurfsentscheidungen für den Standort angemessen waren.

Die Rolle der kirchlichen und staatlichen Behörden

Die St. John's Co-Cathedral Foundation untersteht der gemeinsamen Verantwortung der Regierung von Malta und der römisch-katholischen Kirche. Trotzdem wurden beide Institutionen wegen ihrer mangelnden Aufsicht und Reaktion auf die laufenden Probleme mit dem Museumserweiterungsprojekt kritisiert. Insbesondere die Kirche ist unter Beschuss geraten, weil sie die Stiftung nicht für ihre Versäumnisse zur Rechenschaft gezogen hat, vor allem angesichts der herausragenden Rolle der St. John's Co-Cathedral im religiösen und kulturellen Leben Maltas.

Die Regierung wurde auch dafür kritisiert, nicht früher eingegriffen zu haben, um die Verzögerungen und das finanzielle Missmanagement im Zusammenhang mit dem Projekt zu beheben. Die gemeinsame Verantwortung der Regierung und der Kirche wirft wichtige Fragen über die Rolle dieser Institutionen bei der Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Managements und der Rechenschaftspflicht für solche hochkarätigen Projekte auf. Der Einsturz des Doppelbodens in der Bartolott-Krypta verdeutlicht die potenziellen Risiken eines solchen groß angelegten Renovierungsprojekts, wenn es an einer angemessenen Aufsicht mangelt.

Der Weg in die Zukunft: Wie geht es weiter mit dem St. John's Museum?

Während die Untersuchungen weitergehen und die Öffentlichkeit weiterhin besorgt ist, hängt die Zukunft des Erweiterungsprojekts des St. John's Museum in der Schwebe. Das Ergebnis der unabhängigen Untersuchungen und Ermittlungen wird eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der nächsten Schritte für die Restaurierungsarbeiten spielen. Vorerst gilt es, das volle Ausmaß der Schäden an der Bartolott-Krypta zu ermitteln, die Sicherheit und Unversehrtheit der Grabkammern zu gewährleisten und die Verantwortlichen für den Vorfall zur Rechenschaft zu ziehen.

Das Projekt zur Erweiterung des St. John's Museum, das einst als vielversprechende kulturelle Bereicherung für Malta galt, steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Die Öffentlichkeit und die Behörden werden genau beobachten, ob das Projekt gerettet werden kann und ob die Verantwortlichen für die Beschädigung der Krypta zur Rechenschaft gezogen werden. Klar ist, dass der vor uns liegende Weg eine transparente, koordinierte Anstrengung sowohl der Kirche als auch der Regierung erfordert, um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen und die langfristige Erhaltung der Bartolott-Krypta und der historischen Stätte der St. John's Co-Cathedral sicherzustellen.

Schlussfolgerung

Der jüngste Vorfall in der St. John's Co-Cathedral, insbesondere die Beschädigung der Bartolott-Krypta, wirft ein beunruhigendes Licht auf die Erhaltung und Restaurierung einer der wertvollsten historischen Stätten Maltas. Die Reaktion von Erzbischof Charles Scicluna auf die Situation, einschließlich seiner Forderung nach Transparenz und unabhängigen Untersuchungen, unterstreicht die Bedeutung des Schutzes des kulturellen Erbes Maltas. Der Einsturz des Doppelbodens, der zu Schäden in der Krypta führte, hat nicht nur Fragen über die Abwicklung des Restaurierungsprojekts aufgeworfen, sondern auch Debatten über die Aufsicht über solch bedeutende Projekte ausgelöst, an denen sowohl die Kirche als auch die Regierung beteiligt sind.

Im Zuge der Ermittlungen ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle Beteiligten zur Verantwortung gezogen werden und dem Schutz dieser unersetzlichen Stätte Vorrang einräumen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen wird für die Zukunft des Erweiterungsbaus des St. John's Museum und die Unversehrtheit der Krypta von entscheidender Bedeutung sein. Klar ist, dass Malta nur dann vorankommen kann, wenn es sich erneut dafür einsetzt, dass die Restaurierung und der Erhalt seiner historischen Wahrzeichen mit größter Sorgfalt, Professionalität und Transparenz durchgeführt werden, damit auch künftige Generationen die kulturelle und historische Bedeutung der St. John's Co-Cathedral und ihrer Schätze zu schätzen wissen.

FAQs

Was ist die Bartolott-Krypta?
Die Bartolott-Krypta ist eine historische Begräbnisstätte unter der St. John's Co-Cathedral in Valletta, Malta. Sie beherbergt die Überreste von etwa 600 Rittern des Johanniterordens.

Wann erfolgte der Einsturz der Bartolott-Krypta?
Der Einsturz ereignete sich im April 2024, als ein im Rahmen des Museumserweiterungsprojekts installierter Doppelboden einstürzte und den ursprünglichen Bodenbelag der Krypta erheblich beschädigte.

Wie sehen die aktuellen Untersuchungen zu diesem Vorfall aus?
Die Architektenkammer hat eine unabhängige Untersuchung der Konstruktionsfehler eingeleitet, die zu dem Einsturz geführt haben. Darüber hinaus hat Erzbischof Scicluna eine unabhängige Überprüfung der Restaurierungsarbeiten beantragt, um das gesamte Ausmaß des Schadens zu ermitteln.

Was ist das Projekt zur Erweiterung des St. John's Museum?
Das Projekt zur Erweiterung des St. John's Museum zielt darauf ab, das Museum neben der St. John's Co-Cathedral zu erweitern und zu verbessern. Das Projekt hat sich seit seinem Beginn mehrfach verzögert und ist mit finanziellen Problemen behaftet.

Wer ist für das Projekt verantwortlich?
Die St. John's Co-Cathedral Foundation ist unter der gemeinsamen Verantwortung der römisch-katholischen Kirche und der maltesischen Regierung für die Erweiterung des St. John's Museum zuständig.

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Mit fast 30 Jahren Erfahrung in Unternehmensdienstleistungen und investigativem Journalismus leite ich TRIDER.UK, spezialisiert auf tiefgehende Recherchen in den Bereichen Gaming und Finanzen. Als Herausgeber von Malta Media biete ich fundierte investigative Berichterstattung über die iGaming- und Finanzbranche.