Fabian Demicoli erhält neuen Beratervertrag vom Staat

Fabian Demicoli awarded new state consultancy contract

Fabian Demicoli, einst eine führende Persönlichkeit in der Medienabteilung der Nationalistischen Partei Maltas (PN), hat einen Beratervertrag für Öffentlichkeitsarbeit mit Infrastructure Malta, einer für die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur zuständigen Regierungsbehörde, erhalten. Diese Ernennung ist ins Visier geraten, weil Demicoli gleichzeitig eine Vollzeit-Kommunikationsfunktion bei der KMU-Kammer (GRTU), einer einflussreichen Wirtschaftsorganisation, die kleine und mittlere Unternehmen in Malta vertritt, innehat.

Demicoli hat seine Karriere in den Medienstrukturen der PN aufgebaut, vor allem bei Net TV. Über mehrere Jahre hinweg bekleidete er leitende Positionen, darunter die des Nachrichtenchefs während der Amtszeit von Simon Busuttil als PN-Chef und später die des Programmchefs unter der Führung von Adrian Delia. Seine langjährige Verbindung zur PN und seine späteren Auftritte bei dem der Labour-Partei nahestehenden Fernsehsender ONE TV – zusammen mit seinem Bruder, dem Fernsehsprecher Keith Demicoli – gaben Anlass zu Spekulationen über seine politischen Neigungen und beruflichen Beweggründe.

Vertragsdetails und Arbeitsvereinbarungen

Aus Unterlagen, die im Rahmen des maltesischen Gesetzes über die Informationsfreiheit freigegeben wurden, geht hervor, dass Demicolis Vertrag mit Infrastructure Malta im September unterzeichnet wurde. Der Vertrag sieht eine monatliche Vergütung von 1.500 € für 30 Stunden Beratungsdienste pro Woche vor. Darüber hinaus hat Demicoli Anspruch auf 50 € pro Stunde für jede Überstunde, die er im Rahmen dieser Beratungstätigkeit leistet.

Diese Vereinbarung wirft kritische Fragen über seine Fähigkeit auf, den Vollzeitverpflichtungen seiner Position bei der KMU-Kammer nachzukommen, wo ein Standardarbeitszeitplan in der Regel 40 Stunden pro Woche überschreitet. Trotz der hohen Anforderungen, die beide Positionen mit sich bringen, wurde nicht offiziell geklärt, wie Demicoli diese doppelten Aufgaben unter einen Hut bringt oder ob die Vereinbarung mit den Beschäftigungsnormen des öffentlichen Sektors oder den vertraglichen Verpflichtungen bei der Kammer übereinstimmt.

Einbeziehung des CEO von Infrastructure Malta, Steve Ellul

Die Ernennung von Demicoli zum Berater soll durch den CEO von Infrastructure Malta, Steve Ellul, ermöglicht worden sein. Ellul, der zuvor als Kandidat der Labour-Partei bei den Wahlen zum Europäischen Parlament antrat, übernahm die Leitung von Infrastructure Malta in einer Zeit, in der die Verwaltung öffentlicher Aufträge und Ernennungen durch die Agentur verstärkt unter die Lupe genommen wurde.

Die Verbindung zwischen Demicoli und Ellul wurde nicht in offiziellen Erklärungen offengelegt, aber Personen, die mit dem Ernennungsprozess vertraut sind, vermuten, dass Ellul eine zentrale Rolle bei der Sicherung von Demicolis Beratung spielte.

Reaktion und Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung

Diese Ernennung hat bei politischen Beobachtern und Mitgliedern der Zivilgesellschaft Aufmerksamkeit erregt. Die Tatsache, dass ein ehemaliger PN-Medienstratege ein Beratungsunternehmen der Regierung erhält – insbesondere durch eine direkte Anweisung und inmitten sich überschneidender Vollzeitverpflichtungen – hat zu einer breiteren Diskussion über die Transparenz und Fairness von Ernennungen im öffentlichen Sektor in Malta geführt.

Zwar wurde im Zusammenhang mit diesem Vertrag kein formelles Fehlverhalten festgestellt, doch stellt sich die Frage, ob Infrastructure Malta bei seinen Beschaffungs- und Einstellungsverfahren einheitliche Standards anwendet, insbesondere angesichts der politischen Sensibilitäten im Zusammenhang mit den beteiligten Personen.

Ein breiteres Muster von Beraterernennungen bei Infrastructure Malta

Die Ernennung von Demicoli spiegelt ein breiteres Muster bei Infrastructure Malta wider, wo eine Reihe bekannter Persönlichkeiten hochbezahlte Beraterposten erhalten haben. Zu den prominentesten gehört Gabby Mallia, eine Spezialistin für Beschaffung und EU-Fonds. Mallia hat in den letzten fünf Jahren direkte Aufträge für fast alle EU-finanzierten Projekte der Agentur erhalten und in diesem Zeitraum schätzungsweise mehr als 1 Million Euro verdient.

Weitere namhafte Berater, die mit Infrastructure Malta in Verbindung stehen, sind:

Veronique Dalli, die Schwester der derzeitigen Energieministerin Miriam Dalli. Sie wurde vor kurzem für eine Berufung an den Europäischen Gerichtshof abgelehnt, hatte aber bereits verschiedene regierungsbezogene Beratungsfunktionen inne.

Antoine Zammit, Architekt bei Studjurban, einer Firma, die an mehreren großen und oft umstrittenen Entwicklungsprojekten beteiligt ist. Zammits Beteiligung an der Planung öffentlicher Infrastrukturen hat zu Fragen hinsichtlich möglicher Interessenkonflikte geführt.

Jonathan Scerri, ehemaliger Vorsitzender von Enemalta, Maltas nationalem Energieversorger. Seine Beratertätigkeit wirft weitere Fragen über die „Drehtür“-Dynamik zwischen staatlichen Behörden und ihrer früheren Führung auf.

Diese Ernennungen haben die Kritik von Befürwortern der Transparenz auf sich gezogen, die argumentieren, dass Direktaufträge und Beraterverträge oft ohne Wettbewerbsverfahren vergeben werden, was den Eindruck von Günstlingswirtschaft oder politischer Klientelpolitik erweckt.

Politische Untertöne und wechselnde Loyalitäten

In den letzten Jahren hat sich das öffentliche Bild von Demicoli deutlich gewandelt. Einst galt er als überzeugter Anhänger der Nationalisten, doch seine Präsenz auf den Medienplattformen der Arbeiterpartei führte zu Spekulationen über einen Wechsel der politischen Zugehörigkeit. Obwohl er sich nicht öffentlich dazu geäußert hat, haben Kritiker aus beiden politischen Lagern seine Beweggründe in Frage gestellt und gefragt, ob politische Verbindungen seinen beruflichen Werdegang beeinflussen.

Befürworter argumentieren, dass eine berufliche Entwicklung und ein vielfältiges Engagement über politische Grenzen hinweg nicht ungewöhnlich sind und nicht automatisch auf Befangenheit oder Unangemessenheit hindeuten sollten. Die Ernennung bleibt jedoch aufgrund der undurchsichtigen Umstände und des Zeitpunkts umstritten, insbesondere im Hinblick auf Demicolis Doppelrolle in öffentlichen und halböffentlichen Einrichtungen.

Rechtliche und ethische Erwägungen

Aus rechtlicher Sicht hängt die Legitimität von Demicolis Beratungstätigkeit von mehreren Faktoren ab, u. a. von der Einhaltung der arbeitsrechtlichen Vorschriften, der Regeln für Interessenkonflikte und der Vertragstransparenzrichtlinien von Infrastructure Malta und der Kammer für KMU. Obwohl noch keine öffentliche Beschwerde oder Klage eingereicht wurde, verdeutlicht die Situation den anhaltenden Bedarf an klaren und durchsetzbaren Standards für Nebentätigkeiten und staatliche Auftragsvergabe.

Von öffentlichen Bediensteten und staatlichen Auftragnehmern wird in der Regel erwartet, dass sie sich überschneidende Verpflichtungen vermeiden, die ihre Leistung beeinträchtigen oder ethische Bedenken aufwerfen könnten. In diesem Zusammenhang könnte die offensichtliche Überschneidung von Demicolis beruflichen Verpflichtungen eine genauere Überprüfung durch die Aufsichtsbehörden oder den Beauftragten für die Einhaltung von Normen im öffentlichen Leben rechtfertigen, insbesondere wenn Beschwerden von betroffenen Interessengruppen eingereicht werden.

Institutionelle Transparenz und öffentliches Vertrauen

Dieser Vorfall unterstreicht ein breiteres Problem in der öffentlichen Verwaltung Maltas: die anhaltende Abhängigkeit von Direktaufträgen und intransparenten Vertragspraktiken. Solche Vereinbarungen sind zwar nicht per se illegal, aber sie untergraben das Vertrauen der Öffentlichkeit, insbesondere wenn Personen mit politischen Verbindungen oder öffentlichem Ansehen eine Vorzugsbehandlung erhalten.

Das Thema ist in Malta besonders heikel, da die institutionelle Integrität und die Governance-Standards sowohl von lokalen als auch von internationalen Beobachtern immer wieder unter die Lupe genommen werden. Um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen, muss sichergestellt werden, dass Ernennungen und Verträge auf der Grundlage von Verdiensten, Transparenz und ordnungsgemäßen Verfahren vergeben werden.

Schlussfolgerung

Die Ernennung von Fabian Demicoli zum Berater von Infrastructure Malta, obwohl er bereits eine Vollzeitstelle bei der KMU-Kammer innehat, wirft eine Reihe von berechtigten Bedenken in Bezug auf Transparenz, Rechenschaftspflicht und mögliche Interessenkonflikte auf. Es wurde zwar kein formelles Fehlverhalten festgestellt, aber die Art und Weise, wie die Ernennung zustande kam – angeblich durch einen ehemaligen Labour-Kandidaten und derzeitigen Geschäftsführer von Infrastructure Malta – verleiht dem Ganzen eine politische Dimension, die die öffentliche Wahrnehmung weiter erschwert.

Der Vorfall erinnert daran, dass im öffentlichen Sektor nach wie vor starke institutionelle Sicherheitsvorkehrungen und transparente Einstellungspraktiken erforderlich sind. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Fall weitere Untersuchungen oder eine Reform der Vorschriften nach sich zieht, aber er verdeutlicht die Reputationsrisiken, die sich aus undurchsichtigen Auftragsvergabeverfahren ergeben können, an denen Personen mit politischen Verbindungen beteiligt sind.

FAQs

Wer ist Fabian Demicoli?
Fabian Demicoli war früher Leiter der Nachrichten- und Programmabteilung von Net TV, das mit den Medien der Nationalistischen Partei Maltas verbunden ist. Heute ist er als Berater und Kommunikationsbeauftragter bei Infrastructure Malta und der Kammer der kleinen und mittleren Unternehmen tätig.

Was ist Demicolis Aufgabe bei Infrastructure Malta?
Er ist als Berater für Öffentlichkeitsarbeit bei Infrastructure Malta angestellt und verdient monatlich 1.500 € für 30 Stunden Arbeit pro Woche, zuzüglich möglicher Überstunden.

Arbeitet Demicoli immer noch bei der Kammer für KMU?
Ja, Demicoli hat Berichten zufolge weiterhin eine Vollzeitstelle für Kommunikation bei der KMU-Kammer inne und arbeitet gleichzeitig für Infrastructure Malta.

Wie hat er den Beratervertrag erhalten?
Es wird vermutet, dass der Geschäftsführer von Infrastructure Malta, Steve Ellul, ein ehemaliger Labour-Kandidat für das Europäische Parlament, den Beratervertrag vermittelt hat.

Besteht ein Interessenkonflikt, wenn man zwei Funktionen innehat?
Es ist zwar nicht definitiv illegal, aber die gleichzeitige Ausübung beider Ämter kann zu Konflikten bei der Arbeitsbelastung und der Ethik im öffentlichen Sektor führen.

Hat Demicoli die politische Seite gewechselt?
Obwohl er früher der Nationalistischen Partei angehörte, ist Demicoli auf Plattformen der Labour-Partei aufgetreten, was zu Spekulationen über seine politische Haltung geführt hat.

Gibt es noch andere Berater bei Infrastructure Malta?
Ja, mehrere Berater, darunter Gabby Mallia, Veronique Dalli, Antoine Zammit und Jonathan Scerri, wurden in den letzten Jahren von Infrastructure Malta eingestellt.

Wie viel verdienen Berater wie Gabby Mallia?
Mallia hat in fünf Jahren schätzungsweise über 1 Million Euro durch direkte Aufträge im Zusammenhang mit EU-finanzierten Projekten verdient.

Ist der Beratungsprozess wettbewerbsfähig?
Kritiker bemängeln, dass viele dieser Aufträge ohne offene Aufforderungen oder Ausschreibungen vergeben werden, was Bedenken hinsichtlich der Transparenz aufwirft.

Welche Schritte könnten zur Verbesserung der Transparenz unternommen werden?
Die Einführung wettbewerbsorientierter Ausschreibungsverfahren, die Verschärfung der Offenlegungspflichten und die Einbeziehung einer unabhängigen Aufsicht könnten das Vertrauen der Öffentlichkeit stärken.

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Ich halte mich gerne kurz. Ich bin ein Schriftsteller, der auch weiß, wie man seine Zeilen reimt. Ich kann Artikel schreiben, sie redigieren und auch einige poetische Zeilen aus meinem Kopf herausschnitzen. Ausbildung B.A. - Englisch, Delhi University, Indien, Abschluss 2017.