LiveScore Bet von ASA wegen Werbefehler gerügt

LiveScore Bet, die Online-Sportwettenplattform, steht nach einer Entscheidung der britischen Advertising Standards Authority (ASA) im Mittelpunkt der behördlichen Kontrolle. Die ASA gab einer Beschwerde über die unzulässige Darstellung von Glücksspielwerbung in der LiveScore-App für Nutzer unter 18 Jahren statt und führte den Fehler auf eine technische Störung im Altersüberprüfungsmechanismus der App zurück.
Die fraglichen Anzeigen waren Berichten zufolge für Nutzer sichtbar, die sich selbst als unter 18 Jahre alt identifiziert hatten. Nach den Ermittlungen der ASA wurden die Werbeinhalte für LiveScore Bet in einer Version der App angezeigt, die speziell darauf ausgelegt war, alle Glücksspielinhalte auszuschließen – eine Bedingung, die als entscheidend für die Einhaltung der Werbebestimmungen zum Schutz Minderjähriger vor Glücksspielwerbung angesehen wird.
Details zu den untersuchten Anzeigen
Erster Vorfall: Android-Plattform
Die erste Werbung, die zu der Beschwerde führte, wurde am 10. Januar dieses Jahres auf einem Android-Gerät angezeigt. Die Anzeige zeigte Live-Fußballergebnisse neben einem Umschaltknopf, der sich neben einem deutlich sichtbaren LiveScore Bet-Logo befand. Wenn der Umschaltknopf aktiviert wurde, erschienen unter jeder Spielauflistung Wettquoten, die die Nutzer direkt zur LiveScore Bet-Anwendung weiterleiteten.
Obwohl die Werbung in einem Kontext erschien, der auf Erwachsene beschränkt sein sollte, war sie Berichten zufolge entgegen den angegebenen Sicherheitsvorkehrungen der Plattform auch für Nutzer unter 18 Jahren sichtbar. Die ASA bestätigte, dass sie ausreichende Beweise gesehen habe, um zu dem Schluss zu kommen, dass die Werbung tatsächlich in einer altersbeschränkten Umgebung erschienen sei und damit gegen die Werberichtlinien zum Schutz jüngerer Zielgruppen verstoßen habe.
LiveScore Bet bestritt jedoch die Zuverlässigkeit der Beweise und erklärte, dass die Anzeige selbst nach mehreren internen Tests „immer noch nicht als korrekt bestätigt“ worden sei. Dennoch befand die ASA die zur Untermauerung der Beschwerde vorgelegten visuellen Unterlagen für ausreichend, um diese aufrechtzuerhalten.
Zweiter Vorfall: iOS-Plattform
Der zweite Fall betraf ein iOS-Gerät und wies eine etwas andere Anzeigenpräsentation auf. In diesem Fall konzentrierte sich die Beschwerde auf einen Bildschirm, auf dem die Aufstellungen der Mannschaften für ein bevorstehendes Fußballspiel angezeigt wurden. Unterhalb der Aufstellungsinformationen erschien ein Werbebanner mit der Aufschrift „Match odds“ (Spielquoten), auf dem drei Wettquoten aufgeführt waren und der die Nutzer erneut zur LiveScore Bet-App weiterleitete.
LiveScore Bet führte das Problem auf einen unerwarteten technischen Fehler zurück – insbesondere auf einen zuvor unentdeckten Fehler in einer bestimmten Version der App. Das Unternehmen stellte klar, dass dieser Fehler nur eine begrenzte Gruppe von Nutzern betraf und auf diese einzelne App-Version beschränkt war.
Dennoch bekräftigte die ASA ihre Position, dass das Vorhandensein von wettenbezogenen Inhalten in einem für unter 18-Jährige bestimmten Bereich der App unabhängig von der technischen Erklärung einen Verstoß gegen die Grundsätze verantwortungsvoller Werbung darstelle.
LiveScore Bet reagiert mit Enttäuschung und einer Erklärung
Als Reaktion auf die Entscheidung der ASA gab LiveScore Bet eine öffentliche Erklärung ab, in der es seine Enttäuschung zum Ausdruck brachte, insbesondere angesichts der proaktiven Umsetzung von Altersbeschränkungen durch das Unternehmen. Der Betreiber betonte, dass seine Maßnahmen seit November 2020 in Kraft seien und dass dies die erste Beschwerde dieser Art in fast vier Jahren Betrieb sei.
„Die Sicherheitsvorkehrungen werden in gutem Glauben eingesetzt“, erklärte das Unternehmen, „und in seltenen Fällen bedeuten Fehlfunktionen dieser Sicherheitsvorkehrungen nicht, dass die Regeln, die diese Sicherheitsvorkehrungen erforderlich machen, missachtet werden, was verständlicherweise einen Verstoß gegen den CAP-Kodex darstellen würde.“
LiveScore Bet behauptete, dass es keinen kommerziellen Vorteil bringe, minderjährige Nutzer mit seinem Werbematerial zu konfrontieren, da diese Personen nicht berechtigt seien, sich für seine Glücksspieldienste zu registrieren oder diese zu nutzen. Das Unternehmen stellte außerdem klar, dass die LiveScore-App eine einzige Schnittstelle mit maßgeschneiderten Erfahrungen für Minderjährige und Erwachsene biete, die eher aus einem Gefühl der sozialen Verantwortung als aus einer regulatorischen Verpflichtung heraus entstanden sei.
Freiwillige Sicherheitsvorkehrungen und Branchenkontext
Ein branchenführender Ansatz für die Altersüberprüfung
In seiner Erklärung betonte LiveScore Bet, dass es im Gegensatz zu vielen anderen Sportmedien und Nachrichtenplattformen freiwillig einen Altersfreigabe-Bildschirm in die Benutzererfahrung integriert. Der Bildschirm erscheint bei der ersten Interaktion eines Benutzers mit der App im Vereinigten Königreich und enthält selbst keine Werbeinhalte. Nach Angaben des Unternehmens gibt dieser Mechanismus Nutzern unter 18 Jahren die Möglichkeit, Inhalte für Erwachsene, einschließlich aller Materialien im Zusammenhang mit Glücksspielen, vollständig zu vermeiden.
Diese Funktion, so LiveScore Bet, gehe über die grundlegenden regulatorischen Anforderungen hinaus und sei Teil eines umfassenderen Engagements für verantwortungsvolle Werbepraktiken. Das Unternehmen beschrieb die Altersfreigabefunktion als „branchenführenden, freiwilligen Schutz“, der darauf abzielt, die Konfrontation Minderjähriger mit unangemessenen Inhalten zu minimieren und gleichzeitig den Grundsätzen der ASA und des Committee of Advertising Practice (CAP) zu entsprechen.
„Wir halten es für wichtig, klarzustellen, dass der Altersfreigabe-Bildschirm allen Nutzern mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich bei ihrer ersten Nutzung der LiveScore-App angezeigt wird und selbst keine Werbeinhalte enthält“, bekräftigte das Unternehmen.
Kritik an allgemeinen Branchenpraktiken
LiveScore Bet kritisierte darüber hinaus die Branchennormen und erklärte, dass viele konkurrierende Plattformen und Dienste routinemäßig Live-Quoten und Glücksspielwerbung im Zusammenhang mit redaktionellen oder sportlichen Inhalten anzeigen, oft ohne sinnvolle Alterssegmentierung. In diesem Zusammenhang positionierte sich das Unternehmen als verantwortungsbewussterer Betreiber, der die Werbekontaktfläche für Minderjährige proaktiv begrenzt, anstatt sich ausschließlich auf die gesetzlichen Mindestanforderungen zu verlassen.
Richtlinie und endgültige Entscheidung der ASA
Nach Abschluss ihrer Untersuchung und der Bestätigung der Gültigkeit beider Beschwerden wies die ASA LiveScore Bet an, umgehend Korrekturmaßnahmen zu ergreifen. Konkret forderte die Behörde den Betreiber auf, sicherzustellen, dass Glücksspielwerbung nicht mehr im Bereich der LiveScore-App für Nutzer unter 18 Jahren erscheint. Die ASA betonte, dass die Verantwortung für die Verhinderung der Konfrontation mit altersbeschränkten Inhalten letztendlich beim Werbetreibenden liegt, unabhängig von den vorgelegten technischen Erklärungen.
Die Entscheidung bekräftigt die allgemeine Haltung der ASA zu Glücksspielwerbung, insbesondere in digitalen Umgebungen, in denen maßgeschneiderte Nutzererfahrungen und personenbezogene Daten eine zentrale Rolle bei der Ausrichtung von Inhalten spielen. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von In-App-Werbung und integrierten Medienerlebnissen betont die ASA weiterhin die Bedeutung robuster technischer Sicherheitsvorkehrungen, die regelmäßig getestet und aktualisiert werden, um Verstöße gegen die Vorschriften zu vermeiden.
Rechtliche und reputationsbezogene Auswirkungen
Obwohl LiveScore Bet über die öffentliche Entscheidung und Anweisung der ASA hinaus keine formellen Geldstrafen oder Sanktionen drohen, stellt der Vorfall sowohl rechtliche als auch reputationsbezogene Herausforderungen dar. Angesichts der zunehmenden regulatorischen Kontrolle von Glücksspielanbietern – insbesondere in Bezug auf die Exposition Minderjähriger – könnte die Entscheidung Auswirkungen auf das Ansehen des Unternehmens bei Regulierungsbehörden und Branchenpartnern haben.
Darüber hinaus haben Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, angegeben, dass die Rechtsvertreter von LiveScore Bet die Parteien kontaktiert haben, um die Entscheidung zu erörtern, und vor diffamierenden Berichten gewarnt haben. Dies deutet auf eine erhöhte Sensibilität des Unternehmens hinsichtlich der Darstellung seiner Handlungen und seines Rufs in den Medien hin.
Angesichts der Erklärung der ASA und der veröffentlichten Antwort von LiveScore Bet unterstreicht die Situation die Notwendigkeit für Glücksspielunternehmen, nicht nur strenge Compliance-Maßnahmen zu ergreifen, sondern auch Krisenkommunikationsstrategien zu entwickeln, die Transparenz und Rechenschaftspflicht in den Vordergrund stellen.
Weiterentwicklung: Regulatorische Trends und unternehmerische Verantwortung
Die Entscheidung der ASA gegen LiveScore Bet fällt in eine Zeit, in der die Debatte um die Regulierung des Glücksspiels im Vereinigten Königreich immer mehr an Fahrt gewinnt. Angesichts der geplanten Reformen des Glücksspielgesetzes von 2005 üben die Regulierungsbehörden zunehmend Druck auf Glücksspielunternehmen aus, verantwortungsbewusstes Verhalten zu zeigen und Maßnahmen zur Altersbeschränkung umzusetzen, die nicht nur proklamativ sind.
Der Fall LiveScore Bet könnte als Bezugspunkt für künftige politische Diskussionen über die Rolle freiwilliger Schutzmaßnahmen und die Erwartung dienen, dass technische Systeme fehlerfrei funktionieren, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten. Obwohl die Lösung des Unternehmens zur Altersüberprüfung wohl fortschrittlicher ist als die vieler Mitbewerber, zeigt die Entscheidung der ASA, dass selbst gut gemeinte Systeme nicht vor regulatorischen Sanktionen gefeit sind, wenn Fehler auftreten.
Da Glücksspielunternehmen weiterhin mit komplexen regulatorischen Rahmenbedingungen konfrontiert sind, werden Investitionen in eine fehlerfreie digitale Infrastruktur und eine transparente öffentliche Kommunikation wahrscheinlich zu Schlüsselfaktoren werden, um das Vertrauen der Verbraucher zu erhalten und künftige Sanktionen zu vermeiden.
Fazit
Die Entscheidung der ASA gegen LiveScore Bet ist eine wichtige Erinnerung daran, wie wichtig robuste, ausfallsichere Altersüberprüfungssysteme im Glücksspiel- und Digitalwerbebereich sind. LiveScore Bet hat zwar durch die Einführung freiwilliger Sicherheitsvorkehrungen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, sein Engagement für verantwortungsvolle Werbung unter Beweis gestellt, doch die Fehlfunktion – so begrenzt sie auch sein mag – unterstreicht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung und Prüfung solcher Systeme. Die transparente Reaktion des Unternehmens und die Betonung des Nutzerschutzes spiegeln das Bestreben wider, Vertrauen und Verantwortlichkeit aufrechtzuerhalten, doch der Vorfall unterstreicht auch die allgemeinen regulatorischen Herausforderungen, denen die Branche gegenübersteht, da die Behörden strengere Schutzmaßnahmen für Minderjährige fordern.
FAQs
Was hat die ASA gegen LiveScore Bet entschieden?
Die ASA gab zwei Beschwerden gegen LiveScore Bet bezüglich der Anzeige von Glücksspielwerbung in einer Version der App für Nutzer unter 18 Jahren statt.
Warum waren die Anzeigen problematisch?
Die Anzeigen erschienen in der LiveScore-App für Nutzer unter 18 Jahren und setzten Minderjährige Glücksspielwerbung aus, was gegen die britischen Werbestandards verstößt.
Wie hat LiveScore Bet reagiert?
Das Unternehmen äußerte sich enttäuscht und erklärte, dass die Vorfälle durch einen seltenen technischen Fehler in seinem Alterskontrollsystem verursacht wurden.
Gab es bereits ähnliche Beschwerden gegen LiveScore Bet?
Nein, laut Angaben des Unternehmens handelt es sich um die erste Beschwerde dieser Art seit der Einführung von Alterskontrollmaßnahmen im November 2020.
Was versteht man in diesem Zusammenhang unter Alterskontrolle?
Altersüberprüfung bezieht sich auf einen digitalen Mechanismus, der das Alter eines Nutzers ermittelt und die Inhalte entsprechend anpasst, um zu verhindern, dass Minderjährige auf Inhalte für Erwachsene zugreifen können.
War der Fehler weit verbreitet?
LiveScore Bet gab an, dass das Problem auf eine einzige App-Version beschränkt war und nur eine kleine Anzahl von Nutzern betraf.
Hat die ASA Strafen verhängt?
Es wurden keine Geldstrafen verhängt, aber die ASA wies LiveScore Bet an, zu verhindern, dass künftig Anzeigen für minderjährige Nutzer erscheinen.
Ist LiveScore Bet rechtlich haftbar?
Es wurden keine formellen rechtlichen Schritte eingeleitet, aber das Unternehmen hat versucht, den Rufschaden zu begrenzen, indem es öffentlich reagierte und rechtlichen Rat einholte.
Verstoßen andere Apps gegen ähnliche Standards?
LiveScore Bet kritisierte andere Sportmedienplattformen für das Fehlen ähnlicher Sicherheitsvorkehrungen und deutete damit an, dass eine breitere Nichteinhaltung der Vorschriften in der Branche ein Problem darstellen könnte.
Was sind die weiterreichenden Auswirkungen dieser Entscheidung?
Die Entscheidung unterstreicht die Bedeutung robuster und zuverlässiger Altersüberprüfungssysteme in der digitalen Werbung und könnte künftige Regulierungsreformen beeinflussen.
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