Bormla Garten verzögert sich wegen 11 Mio. € Ausschreibung

Bormla garden project delayed amid €11m tender controversy

Umweltministerin Miriam Dalli, die für die staatliche Behörde Project Green zuständig ist, gab kürzlich bekannt, dass die Behörde endlich eine öffentliche Ausschreibung gestartet hat, um Auftragnehmer für ein seit langem versprochenes Sanierungsprojekt in Bormla zu finden. Die Initiative zielt darauf ab, einen kleinen, vernachlässigten Parkplatz in einen ruhigen Gemeinschaftsgarten und Meditationsraum zu verwandeln.

Während das Projekt ursprünglich als Teil einer umfassenderen Initiative zur Wiederbelebung städtischer Gebiete im Süden Maltas begrüßt wurde, hat die Ankündigung auch erneut öffentliche Kritik ausgelöst. Viele Anwohner und Beobachter haben angemerkt, dass das Projekt zwei Jahre, nachdem Dalli bereits den Beginn der Arbeiten angekündigt hatte, nun neu aufgelegt wird. Die erheblichen Kosten – geschätzt auf fast 11 Millionen Euro – und der lange Zeitplan für die Fertigstellung des Projekts haben weitere Fragen hinsichtlich der Verwaltung, der Ausgaben und der Rechenschaftspflicht innerhalb von Project Green aufgeworfen.

Ein lange verzögertes Stadterneuerungsprojekt

Vor zwei Jahren hielt Ministerin Dalli eine Pressekonferenz in Bormla, in der Nähe eines der historischen Eingänge zur ehemaligen Werft, ab, um die Schaffung der Grünfläche anzukündigen. Vor lokalen Medien und Vertretern der Gemeinde versprach sie, dass die Arbeiten im September 2023 beginnen würden.

Bis Ende 2025 wurden jedoch noch keine Bauarbeiten durchgeführt. Der Standort ist unverändert geblieben – er dient nach wie vor als kleiner, veralteter Parkplatz, umgeben von heruntergekommenen Industriegebäuden.

Die einzige konkrete Entwicklung seit der ursprünglichen Ankündigung war die Erteilung eines Direktauftrags in Höhe von 1 Million Euro an den Architekten Edwin Mintoff. Seine Aufgabe bestand darin, den geplanten Garten zu entwerfen und die erforderlichen Anträge bei der Planungsbehörde zu stellen. Dieser Auftrag wurde unter der Leitung von Joseph Cuschieri, dem CEO von Project Green, vergeben, einem ehemaligen Leiter der maltesischen Finanzaufsichtsbehörde (MFSA), der zuvor nach einer Reihe von Kontroversen zurückgetreten war.

Ausschreibung nach zwei Jahren Untätigkeit

Jetzt, zwei Jahre nach der ersten Ankündigung, hat Project Green endlich ein formelles Beschaffungsverfahren eröffnet. Bauunternehmer werden aufgefordert, Angebote für den Bau des Gemeinschaftsgartens und Meditationsraums in Bormla abzugeben.

Laut Ausschreibungsunterlagen werden die Kosten des Projekts auf 11 Millionen Euro für eine Fläche von nur 3.000 Quadratmetern geschätzt, was weniger als der Hälfte der Größe eines Standard-Fußballfeldes entspricht. Die im Vergleich zu den Kosten relativ geringe Größe des Geländes hat bei Anwohnern und Umweltbeobachtern weit verbreitete Kritik und Verwirrung ausgelöst.

Die Ausschreibung sieht eine Fertigstellung bis 2028 vor, vorausgesetzt, die Bauarbeiten beginnen Anfang 2026. Das bedeutet, dass der ursprünglich für 2023 versprochene Garten möglicherweise erst in fünf Jahren fertiggestellt sein wird.

Pläne für das Gartenprojekt in Bormla

Trotz der Verzögerungen enthüllen die neuesten Pläne der Regierung ambitionierte Vorhaben für das Gelände in Bormla. Der Vorschlag umfasst:

  • Eine Tiefgarage mit Platz für etwa 240 Autos
  • Einen Landschaftsgarten und einen Meditationsbereich, die über dem Parkplatz angelegt werden sollen
  • Den Abbau eines historischen Portalkrans, der zuvor im Besitz der ehemaligen Malta Drydocks war

Beamte haben das Projekt als Teil einer umfassenderen Stadterneuerungsinitiative beschrieben, mit der grüne öffentliche Räume in dicht bebauten Gebieten geschaffen werden sollen. Umweltaktivisten haben jedoch in Frage gestellt, ob der Bau einer großen Tiefgarage nicht den Nachhaltigkeitszielen zuwiderläuft, die das Projekt angeblich fördern soll.

Verbindungen zum Projekt der American University of Malta

Bis vor kurzem war das für den Garten vorgesehene Parkhaus Teil eines größeren Grundstücks, das an einen jordanischen Geschäftsmann übertragen wurde, der an der American University of Malta (AUM) beteiligt ist.

Diese Konzession war Teil eines früheren Abkommens unter dem ehemaligen Premierminister Joseph Muscat, das dem Bauträger große Teile des Grundstücks in Bormla und Zabbar für die Errichtung des AUM-Campus gewährte. Das Grundstück in Bormla war ursprünglich für ein Studentenwohnheim vorgesehen.

Das AUM-Projekt hatte jedoch Schwierigkeiten, die in der Konzessionsvereinbarung festgelegten Meilensteine zu erreichen. Die geringe Zahl der Studienanfänger und die verfehlten Ziele führten zu weit verbreiteter Kritik und Widerstand seitens der Anwohner und Bürgerinitiativen.

Als Reaktion auf die Gegenreaktion hob der derzeitige Premierminister Robert Abela, der 2020 die Nachfolge von Muscat antrat, mehrere Entscheidungen seines Vorgängers auf, darunter auch den geplanten Bau des Studentenwohnheims. Das Grundstück wurde stattdessen wieder in öffentlichen Besitz überführt und für kommunale Zwecke neu zugewiesen – was zu dem aktuellen Vorschlag für einen Garten führte.

Ironischerweise wurde derselbe Architekt, der für den Entwurf des AUM-Studentenwohnheims verantwortlich war, Edwin Mintoff, nun beauftragt, den neuen Gartenentwurf im Rahmen eines Direktauftrags von Project Green im Wert von 1 Million Euro zu erstellen.

Bedenken hinsichtlich der Verwaltung und Ausgaben von Project Green

Seit seiner Gründung hat sich Project Green als die führende Behörde der Regierung für Nachhaltigkeit und städtische Begrünung positioniert. Doch trotz seines ambitionierten Namens und seines millionenschweren Budgets argumentieren Kritiker, dass seine Erfolge begrenzt seien.

Der Behörde wird wiederholt vorgeworfen, kostspielige Projekte mit geringer Wirkung zu priorisieren und gleichzeitig eine wachsende Zahl von Personen zu beschäftigen, die mit der Labour Party oder deren Führung in Verbindung stehen.

Beobachter haben auch die Abhängigkeit der Behörde von Direktaufträgen – Verträgen, die ohne Ausschreibung vergeben werden – in Frage gestellt. Der Direktauftrag an Mintoff für das Bormla-Projekt im Wert von 1 Million Euro ist einer von mehreren Fällen, die in der Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt haben.

Die Beteiligung von Joseph Cuschieri, der zuvor gezwungen war, von der MFSA zurückzutreten, nachdem er mit einem unter strafrechtlicher Untersuchung stehenden Geschäftsmann nach Las Vegas gereist war, hat den Eindruck einer schlechten Regierungsführung noch verstärkt. Kritiker haben das Projekt Green als intransparent und nicht in der Lage beschrieben, messbare Verbesserungen für die Umwelt Maltas zu erzielen.

Öffentliche Reaktion und Fragen zur Rechenschaftspflicht

Die Anwohner von Bormla haben ihre Frustration über die Verzögerungen zum Ausdruck gebracht und darauf hingewiesen, dass ihnen 2023 mitgeteilt wurde, dass die Arbeiten innerhalb weniger Monate beginnen würden. Stattdessen scheint das Projekt nun von vorne zu beginnen.

Umweltorganisationen haben ebenfalls darauf hingewiesen, dass die geschätzten Kosten von 11 Millionen Euro für ein so kleines Projekt ungewöhnlich hoch sind, insbesondere angesichts der begrenzten Erfolgsbilanz der Behörde. Sie argumentieren, dass mit diesen Mitteln mehrere kleinere Begrünungsprojekte in verschiedenen Städten hätten unterstützt werden können.

Unterdessen haben Stadtplaner angesichts des CO2-Fußabdrucks von Aushub- und Betonarbeiten in Frage gestellt, ob Tiefgaragen unter Gärten mit den Umweltzielen vereinbar sind.

Regierungsbeamte haben behauptet, dass das Bormla-Projekt eine langfristige Investition in das öffentliche Wohlbefinden sei und letztendlich „der lokalen Gemeinschaft einen dringend benötigten Freiraum bieten werde”. Es wurde jedoch keine Erklärung für die zweijährige Verzögerung seit der ursprünglichen Ankündigung gegeben.

Weiterreichende Auswirkungen auf Maltas Umweltpolitik

Das Gartenprojekt in Bormla ist zu einem Symbol für die allgemeinen Bedenken hinsichtlich Maltas Ansatz in Bezug auf Stadtplanung, Nachhaltigkeit und Transparenz im öffentlichen Beschaffungswesen geworden.

Während das Land weiterhin mit einem Mangel an Grünflächen und Freiflächen zu kämpfen hat, insbesondere in dicht besiedelten Städten, kommen solche Projekte nur langsam voran. Die wiederholten Verzögerungen und Kontroversen um das Projekt Green haben Zweifel an seiner Wirksamkeit als führende Umweltbehörde aufkommen lassen.

Experten sind der Meinung, dass Maltas Umweltinitiativen eine strengere Aufsicht, unabhängige Prüfungen und transparentere Ausschreibungsverfahren erfordern. Sie warnen davor, dass Projekte wie der Bormla-Garten ohne strukturelle Reformen eher zu Symbolen bürokratischer Stagnation als zu Beispielen für nachhaltige Entwicklung werden könnten.

Ausblick

Während das Projekt Green mit dem Ausschreibungsverfahren voranschreitet, wird die öffentliche Aufmerksamkeit voraussichtlich weiterhin darauf gerichtet sein, wie die 11 Millionen Euro verteilt werden, wer den Zuschlag erhält und ob die Bauzeitpläne endlich eingehalten werden.

Für die Einwohner von Bormla, von denen viele seit Jahren auf konkrete Verbesserungen ihrer städtischen Umgebung warten, besteht die Hoffnung, dass dieses Projekt nicht zu einem weiteren unerfüllten Versprechen der Regierung wird.

Ob das Projekt Green durch eine termingerechte Umsetzung und transparente Verwaltung das Vertrauen wiederherstellen kann, wird wahrscheinlich über seine Glaubwürdigkeit für zukünftige Initiativen in ganz Malta entscheiden.

Fazit

Die Geschichte des Bormla-Gartenprojekts verdeutlicht viele der Herausforderungen, denen sich Maltas Umweltpolitik heute gegenübersieht: ehrgeizige Pläne, die durch administrative Verzögerungen, fragwürdige Ausgaben und einen Mangel an transparenter Kommunikation untergraben werden. Was als einfaches Versprechen begann, den Bewohnern einen Gemeinschaftsraum zu schaffen, hat sich zu einem millionenschweren Projekt entwickelt, das von Kontroversen und Skepsis belastet ist.

Während Ministerin Miriam Dalli und Project Green die Initiative weiterhin als einen Schritt hin zu grüneren, lebenswerteren Städten darstellen, haben die langen Verzögerungen und die hohen Kosten des Projekts das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben. Sowohl die Einwohner als auch Umweltaktivisten betrachten den Bormla-Garten nun nicht mehr nur als eine lokale Verschönerungsmaßnahme, sondern als einen Testfall dafür, ob Maltas Institutionen in der Lage sind, öffentliche Gelder verantwortungsvoll zu verwalten und eine nachhaltige Entwicklung ohne politische Einmischung zu erreichen.

Wenn Project Green seine Glaubwürdigkeit zurückgewinnen will, muss es in jeder Phase des Ausschreibungs- und Bauprozesses Transparenz walten lassen, faire Beschaffungspraktiken gewährleisten und sich sinnvoll mit der lokalen Gemeinschaft auseinandersetzen. Es wird entscheidend sein, greifbare Fortschritte zu erzielen – statt nur alte Versprechen zu wiederholen.

Letztendlich wird der Erfolg des Bormla-Projekts nicht nur von der Qualität seines Designs oder der Begrünung abhängen, sondern auch davon, ob es das Vertrauen der Öffentlichkeit in Maltas Umweltprioritäten wiederherstellen kann. Ein echtes Bekenntnis zu Verantwortlichkeit und nachhaltiger Stadtplanung könnte das, was derzeit ein Symbol für Verzögerungen ist, zu einem Modell der Erneuerung für zukünftige Generationen machen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Bormla-Gartenprojekt?
Es handelt sich um ein Sanierungsprojekt von Project Green, bei dem ein kleiner Parkplatz in Bormla in einen öffentlichen Garten und Meditationsraum umgewandelt werden soll, der über einer Tiefgarage errichtet wird.

Wer leitet das Projekt?
Das Projekt wird von Umweltministerin Miriam Dalli unter der staatlichen Behörde Project Green überwacht.

Wie viel wird das Projekt kosten?
Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 11 Millionen Euro für eine Fläche von 3.000 Quadratmetern.

Wann soll das Projekt abgeschlossen sein?
Laut Ausschreibungsunterlagen ist die Fertigstellung für 2028 geplant.

Warum hat sich das Projekt verzögert?
Obwohl es bereits 2023 angekündigt wurde, wurden zwei Jahre lang keine Arbeiten aufgenommen. Die Gründe für die Verzögerung wurden nicht eindeutig erklärt.

Wer hat die Pläne für den Bormla-Garten entworfen?
Der Architekt Edwin Mintoff entwarf das Projekt, nachdem er einen Direktauftrag in Höhe von 1 Million Euro von Project Green erhalten hatte.

Was war zuvor für das Gelände geplant?
Das Gelände war ursprünglich für ein Studentenwohnheim im Rahmen des Projekts der American University of Malta vorgesehen, bevor es für kommunale Zwecke umgewidmet wurde.

Warum wurden die Kosten kritisiert?
Kritiker argumentieren, dass 11 Millionen Euro für ein kleines Projekt, das weniger als die Hälfte eines Fußballfeldes umfasst, übertrieben sind.

Welche Rolle spielt Project Green in Malta?
Project Green ist eine Regierungsbehörde, die mit der Förderung von Nachhaltigkeits- und Stadtbegrünungsprojekten im ganzen Land beauftragt ist.

Was sind die Hauptbedenken bezüglich Project Green?
Kritiker führen mangelnde Transparenz, überhöhte Ausgaben und begrenzte Auswirkungen auf die Umwelt trotz erheblicher öffentlicher Investitionen an.

Share

Ein hoch motivierter, ergebnisorientierter, enthusiastischer und ehrgeiziger Autor. Ich kann Ihnen gut recherchierte und qualitativ hochwertige Artikel zu jedem Thema für Ihre Website oder Ihren Blog anbieten und kann auch Ihre bestehenden Webinhalte umschreiben.