EU iGaming Steuer Debatte in Brüssel alarmiert Betreiber

EU iGaming tax debate in Brussels puts operators on alert

Eine in Brüssel aufkommende politische Diskussion hat innerhalb des europäischen Online-Wett- und Glücksspielsektors erhebliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der zur Debatte stehende Vorschlag sieht die Einführung einer EU-weiten Abgabe auf die Gewinne von Online-Wett- und Glücksspielanbietern vor. Im Gegensatz zu den bestehenden nationalen Glücksspielsteuern würde dieser Mechanismus als direkte Einnahmequelle für den EU-Haushalt im Rahmen seiner „Eigenmittel“ dienen.

Obwohl sich der Vorschlag noch in einem vorläufigen Stadium befindet, sind seine potenziellen Auswirkungen auf Betreiber, Regulierungsbehörden und Mitgliedstaaten beträchtlich. Selbst auf der Ebene der politischen Debatte verdienen solche Initiativen angesichts des komplexen regulatorischen Umfelds für Glücksspielaktivitäten in ganz Europa eine genaue Prüfung.

Der Politikvorschlag und seine Ursprünge

Das Konzept wurde in einer am 13. Februar von Giulio Coraggio, Partner bei DLA Piper, veröffentlichten Policy Note hervorgehoben. In dem Vermerk wurden die laufenden Diskussionen in Brüssel über die Möglichkeit einer Besteuerung der Gewinne von Online-Wett- und Glücksspielanbietern auf EU-Ebene dargelegt. Der Analyse zufolge könnten die Einnahmen aus einer solchen Abgabe zur Finanzierung von Bildungs- und Jugendinitiativen innerhalb der Union verwendet werden.

Der Vorschlag wurde auch von Victor Negrescu, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, öffentlich unterstützt. Er stellte die Idee als einen möglichen Mechanismus zur Stärkung der EU-Finanzen vor, ohne zusätzlichen direkten Druck auf die nationalen öffentlichen Haushalte auszuüben.

Es ist wichtig zu beachten, dass es sich bei dem Vorschlag zum jetzigen Zeitpunkt eher um eine politische Diskussion als um einen formellen Gesetzesentwurf handelt. Dennoch hat die Tatsache, dass er auf parlamentarischer Ebene diskutiert wird, ihn fest in den Fokus der Interessengruppen der Branche gerückt.

Finanzierung der Prioritäten Europas durch „Eigenmittel”

Der Haushalt der Europäischen Union wird durch ein System finanziert, das als „Eigenmittel” bekannt ist. Dazu gehören Beiträge auf der Grundlage des Bruttonationaleinkommens, Zölle und ein Anteil an den Mehrwertsteuereinnahmen. In den letzten Jahren haben sich die Diskussionen über eine Ausweitung dieses Systems intensiviert, um der Union autonomere und besser vorhersehbare Finanzierungsquellen zu verschaffen.

Befürworter einer EU-weiten iGaming-Abgabe argumentieren, dass Online-Glücksspiele aufgrund ihres digitalen und grenzüberschreitenden Charakters ein logischer Kandidat für eine solche Behandlung sind. Der Sektor ist in mehreren Rechtsräumen tätig und bedient oft Kunden in mehreren Mitgliedstaaten über eine zentralisierte technologische Infrastruktur.

Die Befürworter argumentieren weiter, dass neue Finanzmittel erforderlich sind, um strategische Ziele wie Bildungsreformen, Kompetenzentwicklung und Jugendförderprogramme zu erreichen. In diesem Zusammenhang wird eine sektorspezifische Abgabe nicht als Strafmaßnahme, sondern als gezielter Beitrag im Einklang mit umfassenderen sozialen Prioritäten konzipiert.

Ungleiche Steuersysteme in den Mitgliedstaaten

Ein zentrales Argument für den Vorschlag betrifft die Unterschiede in den nationalen Glücksspielsteuersystemen. In der gesamten Union können die gewinnabhängigen Glücksspielsteuern erheblich variieren, wobei die Sätze Berichten zufolge zwischen etwa 5 Prozent in bestimmten Ländern und fast 40 Prozent in anderen Ländern liegen.

Diese Unterschiede spiegeln die nationale Regulierungsautonomie wider, die nach wie vor den Grundstein der Glücksspielpolitik in der Europäischen Union bildet. Die Glücksspielregulierung ist auf EU-Ebene nicht harmonisiert, und die Mitgliedstaaten verfügen weiterhin über einen großen Ermessensspielraum bei der Festlegung von Lizenzstrukturen, Steuersätzen und Verbraucherschutzmaßnahmen.

Kritiker der aktuellen Situation argumentieren, dass erhebliche Steuerunterschiede Anreize für Betreiber schaffen könnten, ihren Sitz in Ländern mit niedrigeren Steuersätzen zu errichten und ihre Dienstleistungen weiterhin grenzüberschreitend zu vermarkten. Befürworter einer EU-Abgabe sind der Ansicht, dass ein einheitlicher Beitrag auf Unionsebene dazu beitragen könnte, die wahrgenommenen Ungleichgewichte zu verringern.

Gleichzeitig müsste jeder Versuch, eine EU-weite Steuer einzuführen, das Subsidiaritätsprinzip und die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten für die Regulierung von Glücksspielaktivitäten in ihrem Hoheitsgebiet sorgfältig berücksichtigen.

Marktgröße und prognostizierte Einnahmen

Die Diskussionen über die potenziellen finanziellen Auswirkungen einer Abgabe wurden von Verweisen auf die Größe des europäischen Glücksspielmarktes begleitet. Interne Untersuchungen, die im parlamentarischen Kontext zitiert wurden, schätzen den Umsatz des Online-Glücksspiel- und Wettsektors für 2022 auf etwa 130 Milliarden Euro, wobei es Anzeichen dafür gibt, dass das aktuelle Volumen sich 200 Milliarden Euro annähern könnte.

Der Branchen-Datenanbieter H2 Gambling Capital schätzt die gesamten Bruttospieleinnahmen in Europa für 2024 auf 123,4 Milliarden Euro. Davon entfallen 47,9 Milliarden Euro auf Online-Bruttospieleinnahmen, wobei Online-Kanäle einen Marktanteil von fast 40 Prozent haben.

Auf der Grundlage dieser Zahlen gehen Befürworter einer Abgabe auf Unionsebene davon aus, dass selbst eine Steuer von 1 Prozent auf die entsprechenden Gewinne erhebliche Einnahmen für den EU-Haushalt generieren könnte. Entscheidend wäre jedoch die genaue Methodik zur Berechnung der Steuerbemessungsgrundlage. Bruttospielumsätze, Nettogewinne und andere Finanzkennzahlen unterscheiden sich erheblich und haben unterschiedliche wirtschaftliche Auswirkungen.

Alle Prognosen zu den öffentlichen Einnahmen müssen daher mit Vorsicht behandelt werden, bis ein konkreter Rechtsrahmen den Anwendungsbereich, die Bemessungsgrundlage und den Steuersatz festlegt.

Die rechtliche Hürde: Einstimmigkeit erforderlich

Trotz der politischen Sichtbarkeit der Debatte stellt die verfahrenstechnische Realität eine erhebliche Hürde dar. Nach den geltenden EU-Verträgen würde die Einführung einer neuen Steuer auf EU-Ebene die einstimmige Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten im Rat erfordern.

Das Europäische Parlament kann zwar über eine solche Initiative debattieren und Entschließungen dazu verabschieden, aber es kann eine neue Steuer nicht einseitig einführen. Steuerliche Maßnahmen dieser Art fallen in Bereiche, die Einstimmigkeit erfordern.

In der Praxis bedeutet dies, dass ein einzelner Mitgliedstaat den Vorschlag blockieren kann. Länder mit einer bedeutenden Online-Glücksspielindustrie oder wettbewerbsfähigen Steuersystemen könnten die wirtschaftlichen Auswirkungen einer zusätzlichen Abgabe besonders genau unter die Lupe nehmen.

Die Einstimmigkeitsregel macht eine Änderung nicht unmöglich, erhöht jedoch die politische Hürde erheblich. Um in einem so sensiblen Bereich wie dem Glücksspiel einen Konsens zwischen den unterschiedlichen nationalen Interessen zu erzielen, wären umfangreiche Verhandlungen erforderlich.

Mögliche Auswirkungen auf die Betreiber

Für lizenzierte Betreiber ist die wichtigste Frage, wie sich eine EU-weite Abgabe auf die bestehenden nationalen Steuerpflichten auswirken würde. Dabei stellen sich mehrere offene Fragen.

Wäre die EU-Abgabe kumulativ, d. h. würden die Betreiber nationale Glücksspielsteuern und eine zusätzliche EU-Steuer zahlen? Oder gäbe es Mechanismen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung durch Abzüge oder Verrechnungen auf nationaler Ebene?

Wie würde die Steuerbemessungsgrundlage definiert? Würde sie sich auf den Gewinn nach nationalen Steuern, den Bruttospielertrag oder eine andere Kennzahl stützen? Würde sie einheitlich für alle Online-Glücksspielbereiche gelten, einschließlich Sportwetten, Casinospielen und Poker?

Wie würde sich eine solche Abgabe außerdem auf die Körperschaftsteuer und sektorspezifische Abgaben auswirken, die in bestimmten Rechtsordnungen bereits bestehen?

Um Rechtssicherheit und Compliance zu gewährleisten, wäre eine Klärung dieser Fragen unerlässlich. In Ermangelung eines detaillierten Gesetzestextes müssen die Betreiber die Debatte auf konzeptioneller Ebene bewerten und gleichzeitig die Entwicklungen genau beobachten.

Durchsetzung und Wettbewerbsgleichgewicht

Ein weiteres Thema, das innerhalb des regulierten Sektors häufig angesprochen wird, betrifft das Wettbewerbsgleichgewicht zwischen lizenzierten Betreibern und nicht lizenzierten Offshore-Websites.

Lizenzierte Unternehmen, die im Rahmen nationaler Vorschriften tätig sind, unterliegen strengen Compliance-Verpflichtungen, darunter Verbraucherschutzstandards, Maßnahmen für verantwortungsbewusstes Glücksspiel und Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche. Würde eine zusätzliche Abgabe auf EU-Ebene ausschließlich für lizenzierte Betreiber eingeführt, bestünde die Gefahr, dass die Regulierungskosten die Kluft zwischen konformen Unternehmen und nicht autorisierten Wettbewerbern vergrößern könnten.

Eine wirksame grenzüberschreitende Durchsetzung wäre daher eine notwendige Ergänzung zu jeder neuen fiskalischen Maßnahme. Ohne koordinierte Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Angebots könnten zusätzliche Kosten die Wettbewerbsposition regulierter Betreiber untergraben, während Einnahmen von nicht lizenzierten Akteuren nicht erzielt werden könnten.

Es sei betont, dass diese Überlegungen zum jetzigen Zeitpunkt zukunftsorientiert und hypothetisch sind. Sie veranschaulichen jedoch, warum die Akteure der Branche die Debatte ernst nehmen.

Politische Signale und langfristige Entwicklung

In der EU-Politik dienen erste Diskussionen oft als Signale für eine breitere strategische Ausrichtung. Ein als explorativ bezeichneter Vorschlag kann sich zu einer formellen Initiative entwickeln, wenn sich eine politische Dynamik rund um die Haushaltsreform und neue Eigenmittel aufbaut.

Der Kontext umfasst laufende Debatten über die finanzielle Autonomie der Union, Instrumente für die Erholung nach der Pandemie und den langfristigen Investitionsbedarf. In diesem Umfeld werden sektorspezifische Abgaben regelmäßig als potenzielle Finanzierungsinstrumente geprüft.

Die Online-Glücksspielbranche wird aufgrund ihrer digitalen und grenzüberschreitenden Merkmale wahrscheinlich weiterhin Teil dieser Diskussionen bleiben, auch wenn der derzeit diskutierte konkrete Vorschlag in seiner jetzigen Form nicht weiterverfolgt wird.

Betreiber, Investoren und Berater haben daher ein berechtigtes Interesse daran, die Entwicklungen zu verfolgen, in den Dialog zu treten und datengestützte Analysen beizusteuern, um die Politikgestaltung zu informieren.

Fazit: Vorsichtige Beobachtung inmitten einer strukturellen Debatte

Die Idee einer einheitlichen EU-weiten iGaming-Steuer stellt eine erhebliche konzeptionelle Abkehr vom derzeitigen System dar, in dem die Besteuerung von Glücksspielen ausschließlich auf nationaler Ebene festgelegt wird. Der Vorschlag befindet sich zwar noch in einem frühen und explorativen Stadium, doch seine Diskussion auf parlamentarischer Ebene unterstreicht die sich entwickelnde Debatte darüber, wie die Europäische Union ihre Prioritäten finanziert.

Die rechtlichen Gegebenheiten, insbesondere die erforderliche einstimmige Zustimmung aller Mitgliedstaaten, stellen ein erhebliches Hindernis für eine rasche Verabschiedung dar. Gleichzeitig sorgen die Größe und das Wachstum des europäischen Online-Glücksspielmarktes dafür, dass der Sektor weiterhin im Fokus der Steuer- und Regulierungsbehörden stehen wird.

Für die Betreiber ist ein umsichtiges Vorgehen mit informierter Wachsamkeit angebracht. Die Debatte wirft weiterreichende Fragen auf, darunter die Harmonisierung der Besteuerung, die grenzüberschreitende Durchsetzung und das Gleichgewicht zwischen nationaler Souveränität und Koordinierung auf EU-Ebene.

Unabhängig davon, ob eine EU-weite Abgabe letztendlich eingeführt wird oder nicht, spiegelt die Diskussion selbst eine fortlaufende Neubewertung der Frage wider, wie digitale Industrien in einem zunehmend integrierten Europa zu den öffentlichen Finanzen beitragen. In diesem Sinne erinnert der Vorschlag daran, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen dynamisch bleiben und dass die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern unerlässlich ist, um ausgewogene und rechtlich fundierte Ergebnisse zu gewährleisten.

Häufig gestellte Fragen

Was wird hinsichtlich einer EU-iGaming-Steuer vorgeschlagen?
In Brüssel wird derzeit über die Einführung einer EU-weiten Abgabe auf die Gewinne von Online-Wett- und Glücksspielanbietern diskutiert, um einen Beitrag zum EU-Haushalt zu leisten.

Ist die EU-iGaming-Steuer bereits Gesetz?
Es wurde noch kein formeller Gesetzesvorschlag verabschiedet. Die Idee befindet sich derzeit in der Phase der politischen Debatte und Diskussion.

Wer hat den Vorschlag öffentlich unterstützt?
Victor Negrescu, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, hat sich für die Prüfung eines solchen Finanzierungsmechanismus ausgesprochen.

Könnte das Europäische Parlament die Steuer allein einführen?
Nein. Jede neue Steuer auf EU-Ebene würde die einstimmige Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten im Rat erfordern.

Wie groß ist der europäische Online-Glücksspielmarkt?
Schätzungen zufolge liegt der Bruttospielertrag des europäischen Glücksspielmarktes bei über 120 Milliarden Euro, wobei Online-Kanäle einen bedeutenden und wachsenden Anteil ausmachen.

Wofür würden die Steuereinnahmen verwendet werden?
Befürworter schlagen vor, die Einnahmen für Bildung, Kompetenzentwicklung und jugendbezogene Maßnahmen innerhalb der Europäischen Union zu verwenden.

Könnte dies zu einer Doppelbesteuerung für Betreiber führen?
Das würde von der endgültigen Ausgestaltung des Vorschlags abhängen. Es müssten Koordinierungsmechanismen definiert werden, um Wechselwirkungen mit nationalen Steuern zu berücksichtigen.

Wären alle Online-Glücksspielanbieter betroffen?
Die Details sind noch nicht festgelegt. Der Anwendungsbereich würde von der Ausarbeitung der Rechtsvorschriften und der Einigung zwischen den Mitgliedstaaten abhängen.

Wie könnte sich dies auf den Wettbewerb mit nicht lizenzierten Anbietern auswirken?
Wenn die Durchsetzung nicht Schritt hält, könnten zusätzliche Kosten für lizenzierte Anbieter möglicherweise das Wettbewerbsungleichgewicht gegenüber nicht autorisierten Anbietern vergrößern.

Was ist das größte Hindernis für die Einführung einer solchen Steuer?
Die erforderliche einstimmige Zustimmung aller EU-Mitgliedstaaten stellt die größte rechtliche und politische Hürde dar.

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Ich halte mich gerne kurz. Ich bin ein Schriftsteller, der auch weiß, wie man seine Zeilen reimt. Ich kann Artikel schreiben, sie redigieren und auch einige poetische Zeilen aus meinem Kopf herausschnitzen. Ausbildung B.A. - Englisch, Delhi University, Indien, Abschluss 2017.