Kroatien erhöht Druck auf Zahlungsanbieter gegen illegales Glücksspiel

Der regulierte Glücksspielsektor Kroatiens hat erneut Maßnahmen ergriffen, um die seiner Meinung nach anhaltenden Schwächen bei der Durchsetzung von Zahlungsbeschränkungen gegen nicht lizenzierte Betreiber zu beheben. Der kroatische Verband der Glücksspielbetreiber hat nach internen Compliance-Prüfungen, die laut Angaben des Verbandes gezeigt haben, dass kroatische Verbraucher trotz eines gesetzlichen Verbots in großem Umfang Geld an Offshore-Glücksspielplattformen überweisen können, offiziell Kontakt zu mehreren großen internationalen Zahlungsanbietern aufgenommen.
Der lokal als HUPIS bekannte Branchenverband hat Gespräche mit globalen Finanzdienstleistungsunternehmen wie Revolut, Skrill und Paysafe aufgenommen. Ziel ist es, die Transaktionsüberwachungssysteme zu stärken und die Zahlungsabwicklung an Betreiber zu verhindern, die keine gültige kroatische Glücksspiellizenz besitzen.
Dieser Schritt folgt auf das, was HUPIS als inkonsistente praktische Durchsetzung bestehender gesetzlicher Bestimmungen bezeichnet. Obwohl das kroatische Recht die Erleichterung von Zahlungen an nicht registrierte Glücksspielanbieter eindeutig verbietet, argumentiert der Verband, dass technologische Lücken und grenzüberschreitende Zahlungsströme weiterhin den Zugang zu Offshore-Plattformen ermöglichen.
Bedenken hinsichtlich des rechtlichen Rahmens und der Durchsetzung
Das kroatische Allgemeine Steuergesetz verbietet ausdrücklich die Abwicklung von Zahlungen für Glücksspieldienstleistungen, die von Anbietern erbracht werden, die nicht nach kroatischem Recht registriert oder lizenziert sind. Grundsätzlich soll diese Maßnahme Verbraucher schützen, die behördliche Aufsicht gewährleisten und die staatlichen Einnahmen aus lizenzierten Glücksspielaktivitäten sichern.
Laut HUPIS wurde diese gesetzliche Bestimmung in der Praxis jedoch uneinheitlich umgesetzt. Im April letzten Jahres führte der Verband eine Überprüfung der Durchsetzungsmechanismen im Zusammenhang mit dem Zahlungsverbot durch. Die Überprüfung ergab, dass die gesetzlichen Verpflichtungen häufig nicht einheitlich über alle Zahlungskanäle hinweg durchgesetzt wurden.
Um die Situation genauer zu beurteilen, führte HUPIS Testtransaktionen mit 17 ausländischen Glücksspiel-Websites durch, die in Kroatien nicht lizenziert waren. Die Tests wurden mit gängigen Zahlungsmethoden durchgeführt, die kroatischen Einwohnern zur Verfügung stehen. Dazu gehörten lokal ausgestellte Bankkarten, Prepaid-Zahlungsgutscheine wie Paysafecard und digitale Geldbörsendienste wie Revolut.
Die vom Verband vorgestellten Ergebnisse zeigten, dass ein erheblicher Teil der Transaktionen ohne wirksame Einschränkungen abgewickelt wurde.
Ergebnisse der Konformitätsprüfung
Im Anschluss an die interne Untersuchung gab HUPIS-Sekretär Filip Jelavić gegenüber den lokalen Medien eine öffentliche Erklärung ab, in der er die Ergebnisse darlegte. Seine Äußerungen wurden wie folgt wiedergegeben:
„In Kroatien ausgestellte Bankkarten konnten trotz des gesetzlichen Verbots erfolgreich für Zahlungen an fast 50 % der getesteten illegalen Anbieter verwendet werden. Paysafecard funktionierte in 100 % der Fälle bei den neun von uns getesteten Anbietern.
Die Zahlungen erfolgten fast immer sofort, ohne Überprüfungen oder Einschränkungen. Obwohl Auszahlungen manchmal behindert wurden, standen Banküberweisungen und Revolut-Optionen weiterhin zur Verfügung, was zusätzliche Lücken in der Aufsicht aufdeckte.“
Laut der Zusammenfassung der Ergebnisse durch den Verband wurden Einzahlungen größtenteils ohne Verzögerung bearbeitet. Auszahlungsbeschränkungen wurden uneinheitlich angewendet und hinderten die Spieler in einigen Fällen nicht wirksam daran, auf Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit nicht lizenzierten Plattformen zuzugreifen.
HUPIS hat diese Ergebnisse als Beweis für operative Mängel und nicht als vorsätzliche Nichteinhaltung durch Finanzinstitute gewertet. Sie hat betont, dass eine bessere Koordination zwischen Regulierungsbehörden, Zahlungsanbietern und Banken erforderlich ist, um sicherzustellen, dass die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen wirksam umgesetzt werden.
Zusammenarbeit mit dem kroatischen Bankenverband
Neben Gesprächen mit internationalen Zahlungsunternehmen hat HUPIS angekündigt, eng mit dem kroatischen Bankenverband zusammenzuarbeiten, um die Transaktionsüberwachung und die Compliance-Kontrollen zu verbessern.
Der kroatische Bankenverband hat erklärt, dass seine Mitgliedsinstitute alle geltenden nationalen Vorschriften einhalten. Der Glücksspielverband hat diese Position anerkannt, hält jedoch daran fest, dass seine Tests Bereiche aufzeigen, in denen die Durchsetzungsmechanismen möglicherweise technisch verstärkt werden müssen.
Der Dialog zwischen der Glücksspielbranche und dem Bankensektor wird sich voraussichtlich auf die Verfeinerung von Transaktionssperrsystemen, die Verbesserung der Identifizierung von Händlercodes mit hohem Risiko und die Sicherstellung konzentrieren, dass Zahlungsdienstleister Zugang zu aktuellen Listen nicht lizenzierter Betreiber haben.
Vertreter der Branche argumentieren, dass klarere operative Richtlinien und strengere Protokolle für den Datenaustausch dazu beitragen könnten, das Volumen der Transaktionen zu Offshore-Glücksspielplattformen zu reduzieren.
Offshore-Betreiber reagieren auf Überprüfung
HUPIS hat berichtet, dass mehrere ausländische Betreiber, die für kroatische Spieler zugänglich sind, nach Kontaktaufnahme durch den Verband Korrekturmaßnahmen eingeführt haben. Zu den identifizierten Betreibern gehören Stake und Gamdom, die angeblich Maßnahmen ergriffen haben, um den Zugang kroatischer Nutzer einzuschränken oder zu begrenzen.
Der Verband hat keine strafrechtlichen Verfehlungen bestimmter Unternehmen behauptet, sondern erklärt, dass bestimmte Betreiber konstruktiv auf die Kontaktbemühungen reagiert haben. Dieser Ansatz spiegelt eine Strategie wider, die behördliche Meldungen mit direkter Kommunikation kombiniert, um eine freiwillige Einhaltung der Vorschriften zu erreichen.
Parallel dazu hat HUPIS damit begonnen, Affiliate-Websites, die für nicht lizenzierte Glücksspieldienste werben, den zuständigen Behörden zu melden. Affiliate-Marketing-Kanäle gelten als wichtiger Treiber für den Traffic zu Offshore-Anbietern. Indem der Verband sowohl Zahlungsströme als auch Werbekanäle ins Visier nimmt, versucht er, die allgemeine Attraktivität und Zugänglichkeit nicht lizenzierter Plattformen zu verringern.
Finanzielle Auswirkungen auf den Staatshaushalt
Über den Verbraucherschutz hinaus bleiben die finanziellen Auswirkungen auf die öffentlichen Einnahmen ein zentrales Anliegen. HUPIS schätzt, dass dem kroatischen Staatshaushalt jährlich etwa 250 Millionen Euro an nicht gezahlten Steuern und Lizenzgebühren im Zusammenhang mit ausländischen Buchmachern, die außerhalb des nationalen Regulierungsrahmens operieren, entgehen.
Obwohl genaue Zahlen von Schätzmethoden abhängen, behauptet der Verband, dass der Offshore-Markt einen erheblichen Verlust an steuerpflichtigen Glücksspielaktivitäten darstellt. Lizenzierte Betreiber leisten durch Glücksspielsteuern, Lizenzgebühren und andere steuerliche Verpflichtungen einen Beitrag zur öffentlichen Hand.
Die Existenz eines zugänglichen Offshore-Marktes untergräbt nach Ansicht von Branchenvertretern sowohl die Wettbewerbsneutralität als auch die Integrität des regulierten Systems. Wenn Verbraucher über gängige Zahlungskanäle Geld auf nicht lizenzierte Websites einzahlen können, kann die abschreckende Wirkung gesetzlicher Verbote gemindert werden.
Regulatorisches Gleichgewicht und rechtliche Vorsicht
Die aktuelle Initiative entfaltet sich in einem breiteren europäischen Kontext, in dem grenzüberschreitende digitale Dienste komplexe regulatorische Herausforderungen mit sich bringen. Zahlungsanbieter sind oft in mehreren Rechtsräumen tätig und müssen nationale gesetzliche Anforderungen mit internationalen Betriebsstrukturen in Einklang bringen.
Aus rechtlicher Sicht müssen Durchsetzungsmaßnahmen verhältnismäßig sein und auf einer klaren gesetzlichen Grundlage beruhen. HUPIS hat daher in seiner Zusammenarbeit mit Finanzinstituten den Schwerpunkt eher auf Kooperation als auf Konfrontation gelegt.
Die öffentliche Kommunikation des Verbandes konzentriert sich eher auf systemische Verbesserungen als auf Anschuldigungen. Dieser zurückhaltende Ansatz spiegelt die Sensibilität der regulatorischen Diskussionen wider, an denen Finanzintermediäre und multinationale Technologieunternehmen beteiligt sind.
Beobachter stellen fest, dass eine wirksame Durchsetzung in der Regel ein koordiniertes Vorgehen zwischen Steuerbehörden, Finanzaufsichtsbehörden, Telekommunikationsbehörden und Branchenakteuren erfordert. Isolierte Maßnahmen könnten sich in einer digitalen Umgebung, in der Dienste relativ leicht grenzüberschreitend zugänglich sind, als unzureichend erweisen.
Der Weg zur Einhaltung der Vorschriften
Mit Blick auf die Zukunft hat HUPIS angekündigt, dass es weiterhin Zahlungsströme überwachen und verdächtige Aktivitäten, die gegen die Vorschriften verstoßen, den Behörden melden wird. Es können weitere technische Tests durchgeführt werden, um zu beurteilen, ob nach Gesprächen mit Zahlungsdienstleistern und Banken Verbesserungen umgesetzt wurden.
Für Zahlungsanbieter kann eine verbesserte Compliance die Verfeinerung der Kontrollen für Händlerkategorien, die Implementierung von Geolokalisierungsfiltern oder die Verschärfung der Sorgfaltspflichten in Bezug auf Glücksspielanbieter bedeuten. Banken könnten auch zusätzliche Tools zur Transaktionsüberprüfung in Betracht ziehen, mit denen Zahlungen an nicht lizenzierte Betreiber aufgedeckt werden können.
Auf politischer Ebene könnten die Regulierungsbehörden prüfen, ob die bestehenden Rechtsinstrumente ausreichend Klarheit und Durchsetzungskapazitäten bieten oder ob zusätzliche regulatorische Leitlinien erforderlich sind.
Das übergeordnete Ziel der Glücksspielbranche ist der Schutz des regulierten Marktes. Durch die Einschränkung des finanziellen Zugangs zu nicht lizenzierten Plattformen können laut Branchenvertretern Verbraucherschutz, Standards für verantwortungsbewusstes Glücksspiel und die Einhaltung von Steuervorschriften besser gewährleistet werden.
Fazit
Die erneuten Bemühungen Kroatiens, Zahlungsströme an nicht lizenzierte Glücksspielanbieter einzudämmen, unterstreichen die anhaltenden Spannungen zwischen nationalen Regulierungsrahmen und der Grenzenlosigkeit digitaler Finanzdienstleistungen. Der kroatische Verband der Glücksspielanbieter hat versucht, die von ihm als Durchsetzungslücken bezeichneten Probleme durch direkte Zusammenarbeit mit Zahlungsunternehmen und Banken anzugehen, unterstützt durch interne Compliance-Prüfungen.
Während das gesetzliche Verbot der Zahlungsabwicklung für nicht registrierte Glücksspielanbieter im kroatischen Recht klar festgelegt ist, scheint seine praktische Umsetzung mit technischen und operativen Herausforderungen verbunden zu sein. Die gemeldeten jährlichen finanziellen Auswirkungen in Höhe von 250 Millionen Euro unterstreichen neben den allgemeinen Überlegungen zum Verbraucherschutz und zur Integrität der Regulierung auch die wirtschaftlichen Risiken.
Das Ergebnis der aktuellen Bemühungen wird wahrscheinlich von der nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Branche, den Finanzinstituten und den Behörden abhängen. Ein koordinierter und rechtlich solider Ansatz könnte sich als unerlässlich erweisen, um sicherzustellen, dass gesetzliche Verbote nicht nur theoretisch bestehen, sondern auch in der Praxis wirksam angewendet werden.
In einem sich schnell entwickelnden digitalen Markt kann die Erfahrung Kroatiens als Fallstudie dafür dienen, wie Rechtsordnungen versuchen, nationale Glücksspielvorschriften mit globalisierten Zahlungsökosystemen in Einklang zu bringen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der kroatische Verband der Glücksspielanbieter?
Es handelt sich um einen Branchenverband, der lizenzierte Glücksspielanbieter in Kroatien vertritt und allgemein als HUPIS bezeichnet wird.
Welche gesetzliche Regelung verbietet Zahlungen an nicht lizenzierte Anbieter in Kroatien?
Das kroatische Allgemeine Steuergesetz verbietet die Abwicklung von Zahlungen für Glücksspieldienstleistungen, die von nicht registrierten Anbietern erbracht werden.
Warum hat HUPIS Testtransaktionen durchgeführt?
Der Verband wollte prüfen, ob das gesetzliche Zahlungsverbot in der Praxis wirksam durchgesetzt wird.
Welche Zahlungsmethoden wurden getestet?
Die Tests umfassten in Kroatien ausgestellte Bankkarten, Paysafecard-Gutscheine und digitale Geldbörsendienste wie Revolut.
Was waren die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung?
Laut HUPIS wurden viele Einzahlungen ohne Einschränkungen verarbeitet und Auszahlungskontrollen wurden uneinheitlich angewendet.
Wie hoch sind die geschätzten jährlichen Steuerausfälle?
Der Verband schätzt, dass durch Offshore-Glücksspielaktivitäten jährlich etwa 250 Millionen Euro verloren gehen.
Haben sich Betreiber auf die Kontaktaufnahme reagiert?
HUPIS hat erklärt, dass bestimmte ausländische Betreiber nach der Kontaktaufnahme Korrekturmaßnahmen eingeführt haben.
Welche Rolle spielen Banken bei der Durchsetzung?
Banken sind für die Einhaltung der geltenden Vorschriften verantwortlich und können Transaktionsüberwachungssysteme implementieren, um verbotene Zahlungen zu blockieren.
Werden Zahlungsanbieter eines Fehlverhaltens beschuldigt?
Die öffentlichen Erklärungen des Verbandes konzentrieren sich eher auf operative Lücken als auf Vorwürfe vorsätzlichen Fehlverhaltens.
Was ist das angestrebte Ergebnis der aktuellen Initiative?
Das Ziel besteht darin, die Durchsetzung zu stärken, die Verbraucher zu schützen und sicherzustellen, dass Glücksspielaktivitäten in Kroatien innerhalb des lizenzierten Regulierungsrahmens bleiben.
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