XYZ Architecture erhält 350.000 € Auftrag ohne Ausschreibung

Die jüngste Vergabe eines Auftrags im Wert von 350.000 Euro durch Project Green an XYZ Architecture and Design, an dem der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Labour Party, Daniel Micallef, beteiligt ist, hat erneut Bedenken hinsichtlich der Transparenz und Verantwortlichkeit bei öffentlichen Ausgaben aufkommen lassen. Der Auftrag wurde ohne Ausschreibung vergeben, was zu Befürchtungen hinsichtlich Begünstigung und Verfahrensunregelmäßigkeiten geführt hat.
Der Auftrag betrifft die Neugestaltung und „Begrünung” eines Platzes in San Ġwann – eine Initiative, die seit mehr als zwei Jahren öffentlich beworben wird, jedoch aufgrund fehlender Baugenehmigungen in regulatorischen Verzögerungen stecken geblieben ist.
Die Auswahl von XYZ Architecture wirft Fragen zur Transparenz auf
Project Green, die Regierungsbehörde, die mit der Umsetzung von Initiativen für grüne Infrastruktur beauftragt ist, hat XYZ Architecture and Design ausgewählt, um die architektonischen Dienstleistungen für das San Ġwann-Platzprojekt zu erbringen. Die Beteiligung des Unternehmens und insbesondere die Art und Weise, wie es ausgewählt wurde, hat erhebliche Kritik von Akteuren der Zivilgesellschaft und unabhängigen Kontrollinstanzen hervorgerufen.
XYZ Architecture and Design wurde 2013 kurz nach der Rückkehr der Labour Party an die Macht gegründet und befindet sich im gemeinsamen Besitz von Daniel Micallef und den Architekten Daniel Camilleri und Janice Fiorentino. In den letzten zehn Jahren hat das Unternehmen im öffentlichen Sektor zunehmend an Bedeutung gewonnen und zahlreiche Aufträge erhalten, die ohne öffentliche Ausschreibung direkt von Ministerien und Behörden vergeben wurden.
Dieser jüngste Auftrag im Wert von 350.000 Euro, der Berichten zufolge für Architektur- und Projektplanungsleistungen vergeben wurde, folgt einem Muster, das laut Kritikern den fairen Wettbewerb und die Grundsätze guter Regierungsführung untergräbt.
Projekt angekündigt, aber Umsetzung verzögert
Umweltministerin Miriam Dalli stellte das San Ġwann-Projekt ursprünglich im Jahr 2023 vor. Es umfasst einen mehrschichtigen Stadtentwicklungsplan mit einer dreistöckigen Tiefgarage und der Umwandlung von Misraħ Lewża und den umliegenden Straßen in grüne öffentliche Räume.
Bis heute hat die Planungsbehörde jedoch noch nicht die erforderlichen Genehmigungen erteilt. Der ursprüngliche Bauantrag, der 2023 von XYZ Architecture and Design eingereicht wurde, wartet noch immer auf seine Genehmigung. Darüber hinaus wurde ein zusätzlicher Antrag, der für die vollständige Umsetzung des Projekts erforderlich wäre, noch nicht gestellt.
Trotz des Fehlens einer formellen Planungsgenehmigung wurde der umfangreiche öffentliche Auftrag an dasselbe Unternehmen vergeben, das den nicht genehmigten Entwurf erstellt hat, was weitere Fragen hinsichtlich der Grundlage für die Vergabe aufwirft.
Micallefs Rolle unter öffentlicher Beobachtung
Daniel Micallef, eine bekannte Persönlichkeit in der lokalen Politik, war zuvor stellvertretender Vorsitzender für Parteiarbeit innerhalb der Labour Party. Obwohl er kein öffentliches Amt mehr innehat, ziehen Micallefs politische Verbindungen und beruflichen Aktivitäten weiterhin die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich – insbesondere, wenn sie mit staatlich geförderten Projekten verflochten sind.
Laut früheren Berichten von The Shift News war Micallef für die Gestaltung des ursprünglichen San Ġwann-Entwurfs für das Projekt Green verantwortlich, der ursprünglich eine Unterführung vorsah. Dieses Element wurde inzwischen gestrichen, aber die Beziehung zwischen Micallefs Firma und Project Green besteht weiterhin.
Es bleibt unklar, ob XYZ Architecture für die in den letzten zwei Jahren erstellten vorläufigen und überarbeiteten Entwürfe eine Vergütung erhalten hat. Es gibt keine offizielle Klarstellung darüber, ob die neu angekündigte Vereinbarung über 350.000 Euro alle bisherigen Arbeiten abdeckt oder ob zusätzliche Vergütungen im Rahmen separater Vereinbarungen gezahlt wurden.
Project Green und frühere Kontroversen
Dies ist nicht das erste Mal, dass Project Green wegen seiner Beschaffungspraktiken in die Kritik geraten ist. Zu den frühen Initiativen der Agentur gehörte ein Direktauftrag im Wert von 1 Million Euro, der an eine Person vergeben wurde, die für ihre engen Verbindungen zur Labour Party bekannt ist. Das Fehlen von Wettbewerbsverfahren bei solchen hochpreisigen Aufträgen wurde wiederholt von Transparenzbefürwortern und Oppositionspolitikern in Frage gestellt.
Auch der CEO von Project Green, Joseph Cuschieri, hat eine umstrittene Vergangenheit. Cuschieri musste aufgrund von Vorwürfen wegen Fehlverhaltens von seinem Posten bei der Malta Financial Services Authority (MFSA) zurücktreten. Seine Rückkehr in eine hochrangige öffentliche Funktion hat die Kritik an den Standards der Regierungsführung bei öffentlichen Ernennungen weiter angeheizt.
Fehlende Ausschreibungen und mangelnde öffentliche Rechenschaftspflicht
Die Praxis der Vergabe von Direktaufträgen – unter Umgehung des Ausschreibungsverfahrens – ist unter bestimmten Voraussetzungen nach dem Vergaberecht zulässig. Allerdings sollte sie nur sparsam und nur in Fällen angewendet werden, in denen bestimmte Kriterien erfüllt sind, wie z. B. in Notfällen oder bei besonderen technischen Anforderungen. Die wiederholte Vergabe von Direktaufträgen bei hochkarätigen Projekten hat Bedenken hinsichtlich ihres Missbrauchs als Mittel zur Belohnung politischer Verbündeter oder zur Umgehung der öffentlichen Kontrolle aufkommen lassen.
Transparenzaktivisten argumentieren, dass der Auftrag im Wert von 350.000 Euro an XYZ Architecture symptomatisch für ein allgemeines Muster ist, bei dem lukrative Aufträge des öffentlichen Sektors zunehmend an Unternehmen mit direkten oder indirekten politischen Verbindungen vergeben werden, oft ohne ausreichende Begründung oder Wettbewerb.
Ein Unternehmen, das auf öffentlichen Aufträgen aufgebaut ist
XYZ Architecture and Design wurde 2013, kurz nach dem Regierungsantritt der Labour Party, gegründet und hat durch seine Beteiligung an Initiativen des öffentlichen Sektors ein deutliches Wachstum verzeichnet. Zu den jüngsten Projekten gehört die Neugestaltung des Hauptplatzes von Buġibba – ein Projekt, dessen Budget ursprünglich auf 1,7 Millionen Euro veranschlagt war, seitdem aber auf über 10 Millionen Euro angestiegen ist.
Der erhebliche Kostenanstieg in Verbindung mit dem Fehlen eines Wettbewerbs in einigen Bereichen des Projekts hat zu Vorwürfen der finanziellen Misswirtschaft und Kosteninflation geführt.
Während das San Ġwann-Projekt voranschreitet – vorbehaltlich der Genehmigung der Planung und zusätzlicher Genehmigungen – bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Vergabe öffentlicher Mittel, der Frage, wer davon profitiert, und ob das System mit angemessenen Kontrollmechanismen funktioniert.
Forderungen nach mehr Aufsicht und Reformen
Oppositionsmitglieder, NGOs und Mitglieder der Öffentlichkeit fordern zunehmend eine strengere Kontrolle der öffentlichen Auftragsvergabe, insbesondere bei Projekten mit Auswirkungen auf die Umwelt und die Stadtentwicklung. Sie argumentieren, dass ohne Transparenz und angemessene Governance-Strukturen der eigentliche Zweck von „grünen” Initiativen durch schlechte finanzielle und ethische Praktiken untergraben werden könnte.
Rechtsexperten warnen außerdem, dass die fortgesetzte Vergabe von Direktaufträgen den Staat potenziellen rechtlichen Herausforderungen aussetzen könnte, insbesondere durch Unternehmen, die möglicherweise für die Teilnahme an Ausschreibungen in Frage gekommen wären, aber nie die Gelegenheit dazu erhielten.
Zwar wurde bei der Vergabe des Auftrags im Wert von 350.000 Euro an XYZ Architecture and Design kein eindeutiges rechtliches Fehlverhalten festgestellt, doch wirft das Fehlen von Wettbewerb in Verbindung mit bestehenden politischen Verbindungen wichtige ethische Fragen auf.
Fazit
Die Vergabe eines Direktauftrags im Wert von 350.000 Euro an XYZ Architecture and Design durch Project Green wirft grundlegende Fragen hinsichtlich der Transparenz, Rechenschaftspflicht und ethischen Verwaltung öffentlicher Gelder auf. Zwar erlaubt der rechtliche Rahmen unter bestimmten Bedingungen Direktaufträge, doch die zunehmende Vergabe solcher Aufträge an politisch vernetzte Unternehmen wird von der Zivilgesellschaft, Rechtsexperten und der breiten Öffentlichkeit zunehmend kritisch beobachtet.
Im Fall des San Ġwann-Projekts haben das Fehlen einer Baugenehmigung, das Ausbleiben einer Ausschreibung und die frühere politische Rolle eines der Miteigentümer des Unternehmens – Daniel Micallef – den Verdacht der Begünstigung und der undurchsichtigen Vorgehensweise verstärkt. Diese Probleme gefährden nicht nur das Vertrauen der Öffentlichkeit in grüne Infrastrukturinitiativen, sondern machen auch deutlich, dass dringend strengere Kontrollmechanismen im öffentlichen Beschaffungswesen erforderlich sind.
Da Malta weiterhin in Stadterneuerungs- und Umweltprojekte investiert, ist es unerlässlich, dass diese Bemühungen von den Grundsätzen der Fairness, Transparenz und guten Regierungsführung geleitet werden. Nur dann können solche Initiativen ihren beabsichtigten Zweck erfüllen – die Verbesserung öffentlicher Räume und der Lebensqualität –, ohne von Vorwürfen der Unangemessenheit oder politischen Begünstigung überschattet zu werden.
FAQs
Wem gehört XYZ Architecture and Design?
XYZ Architecture and Design ist im gemeinsamen Besitz von Daniel Micallef, Daniel Camilleri und Janice Fiorentino.
Worum geht es beim San Ġwann-Projekt?
Das San Ġwann-Projekt umfasst die Neugestaltung von Misraħ Lewża und den angrenzenden Gebieten, einschließlich einer dreistöckigen Tiefgarage und öffentlicher Grünflächen.
Wurde der Auftrag im Wert von 350.000 € im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung vergeben?
Nein, der Auftrag wurde ohne Ausschreibungsverfahren direkt vergeben.
Liegt für das Projekt eine Baugenehmigung vor?
Bis jetzt hat die Baubehörde noch keine Genehmigung für das vorgeschlagene Bauvorhaben erteilt, und ein zusätzlicher Antrag, der für die Fertigstellung des Projekts erforderlich ist, wurde noch nicht gestellt.
Was ist Project Green?
Project Green ist eine Regierungsbehörde, die für die Umsetzung von Projekten im Bereich grüne Infrastruktur und städtische Nachhaltigkeit in Malta zuständig ist.
Welche Rolle spielt Daniel Micallef in dem Projekt?
Obwohl Micallef kein Beamter mehr ist, ist er Miteigentümer des Unternehmens, das den Auftrag erhalten hat, und war zuvor an der Ausarbeitung des Projektvorschlags beteiligt.
Hat XYZ Architecture bereits an anderen Regierungsprojekten mitgearbeitet?
Ja, das Unternehmen war an mehreren Projekten im öffentlichen Sektor beteiligt, darunter die Neugestaltung des Hauptplatzes von Buġibba.
Warum ist der Auftrag umstritten?
Die Kontroverse rührt von dem fehlenden Wettbewerbsverfahren, den politischen Verbindungen der Eigentümer des Unternehmens und dem Fehlen von Baugenehmigungen her.
Wer ist Joseph Cuschieri?
Joseph Cuschieri ist CEO von Project Green und war zuvor CEO der MFSA, bevor er aufgrund von Vorwürfen wegen Fehlverhaltens unter Druck zurücktrat.
Ist die Zahlung in Höhe von 350.000 € endgültig oder Teil einer umfassenderen Vereinbarung?
Es ist unklar, ob die Zahlung eine Vergütung für frühere Planungsarbeiten oder zukünftige Projektmanagementaufgaben beinhaltet.









































