Beschaffungs praxis des Gozo Ministeriums unter neuer Prüfung

Gozo ministry procurement practices draw renewed scrutiny

Das Ministerium für Gozo ist erneut in die Kritik der Öffentlichkeit und der Institutionen geraten, nachdem es einen Direktauftrag an den Verband der Jäger und Fallensteller vergeben hat, um Vogelberingungsdienste für wissenschaftliche Forschungszwecke im Auftrag der Wild Birds Regulation Unit zu erbringen. Diese Entscheidung ist Teil eines umfassenderen Musters von Beschaffungspraktiken innerhalb des Ministeriums, die anhaltende Bedenken hinsichtlich Transparenz, Governance-Standards und der Einhaltung der Vorschriften für die Vergabe öffentlicher Aufträge aufkommen lassen.

Laut offiziellen Regierungsunterlagen wurde der Auftrag im Rahmen einer Direktvergabe vergeben, nachdem ein Ausschreibungsverfahren zu keinem erfolgreichen Ergebnis geführt hatte. Zwar sind Direktvergaben unter bestimmten Umständen rechtlich zulässig, doch ihre Häufigkeit und Struktur innerhalb des Ministeriums für Gozo haben Fragen von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Umweltgruppen und Governance-Beobachtern aufgeworfen.

Das Problem beschränkt sich nicht auf einen einzigen Auftrag. Aus den im Staatsanzeiger veröffentlichten Daten für die zweite Hälfte des Jahres 2024 und die ersten sechs Monate des Jahres 2025 geht hervor, dass das Ministerium innerhalb von zwölf Monaten Hunderte von Direktaufträgen mit einem Gesamtvolumen von über 2 Millionen Euro vergeben hat. Viele dieser Aufträge wurden wiederholt an dieselben Unternehmen vergeben oder so strukturiert, dass die einzelnen Zahlungen knapp unter der Schwelle von 10.000 Euro blieben, ab der eine offene Ausschreibung erforderlich gewesen wäre.

Vertrag über Vogelberingung und ökologische Sensibilitäten

Die Beauftragung des Verbandes der Jäger und Fallensteller mit der Durchführung der Vogelberingung hat sich angesichts der seit langem bestehenden Spannungen zwischen Jagdinteressen und Umweltschützern in Malta als besonders heikel erwiesen. Die Vogelberingung wird allgemein als wissenschaftliche Tätigkeit angesehen, die der Unterstützung der Naturschutzforschung, der Überwachung der Migration und der Datenerhebung für Regulierungszwecke dient.

Umweltorganisationen haben Bedenken hinsichtlich der Optik geäußert, solche Arbeiten einem Verband zu übertragen, der Jäger und Fallensteller vertritt. Diese Gruppen haben häufig die ihrer Meinung nach unzureichende Ahndung illegaler Jagdpraktiken kritisiert. Es ist wichtig anzumerken, dass der Verband der Jäger und Fallensteller Vorwürfe, seine Mitglieder würden illegale Aktivitäten betreiben, stets zurückgewiesen und sich öffentlich zu seiner Verpflichtung bekannt hat, sich an die Gesetze zu halten.

Das Ministerium hat nicht öffentlich erklärt, dass bei der Vergabe des Auftrags gegen Gesetze oder Vorschriften verstoßen wurde. Kritiker argumentieren jedoch, dass Entscheidungen dieser Art das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Umweltpolitik untergraben könnten, selbst wenn die Verfahrensvorschriften eingehalten wurden.

Starke Abhängigkeit von Direktaufträgen

Der Auftrag zur Vogelberingung ist Teil eines umfassenderen Beschaffungsmusters, auf das das National Audit Office in früheren Berichten wiederholt hingewiesen hat. Das Ministerium hat die tatsächliche Existenz dieser Direktaufträge zwar nicht bestritten, doch bleibt die Frage offen, ob die kumulative Wirkung solcher Praktiken mit den Grundsätzen des offenen Wettbewerbs, der Wirtschaftlichkeit und der Rechenschaftspflicht vereinbar ist, die dem öffentlichen Vergaberecht zugrunde liegen.

Offizielle Daten zeigen, dass viele Verträge in kurzen Abständen an dieselben Dienstleister vergeben wurden. In einigen Fällen wurden die Zahlungen Berichten zufolge alle zwei Wochen geleistet, wobei jeder einzelne Betrag knapp unter dem Ausschreibungsschwellenwert lag. Obwohl dieser Ansatz nicht automatisch rechtswidrig ist, argumentieren Governance-Experten seit langem, dass eine solche Strukturierung den Geist der Beschaffungsvorschriften untergraben kann, die einen fairen Wettbewerb gewährleisten sollen.

Das Ministerium hat über die gesetzlich vorgeschriebenen kurzen Beschreibungen hinaus keine detaillierten Begründungen für jeden Einzelauftrag veröffentlicht.

Citadel Video Communications und langjährige Verbindungen

Zu den prominentesten Begünstigten der Direktaufträge des Ministeriums von Gozo gehört Citadel Video Communications, eine Medienproduktionsfirma im Besitz von Alvin Scicluna und seinem Sohn George. George Scicluna ist ein Cousin des Ministers von Gozo, Clint Camilleri, eine Verwandtschaft, die die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen hat, obwohl keine formellen Vorwürfe der Rechtswidrigkeit erhoben wurden.

Citadel Video Communications hat in den letzten Monaten Direktaufträge im Wert von mehreren Zehntausend Euro erhalten. Damit setzt sich eine langjährige berufliche Beziehung zwischen dem Unternehmen und den aufeinanderfolgenden maltesischen Regierungen fort, die bereits seit Jahrzehnten besteht. Befürworter des Unternehmens verweisen auf dessen Erfahrung und Produktionskapazitäten, während Kritiker argumentieren, dass wiederholte Direktaufträge die Gefahr bergen, einen bevorzugten Zugang zu öffentlichen Mitteln zu festigen.

Neben Produktionsverträgen profitierte das Unternehmen auch von ministeriell finanzierten Sponsorenbeiträgen für Programme, die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgestrahlt wurden.

PBS-Sponsoring und Fragen der staatlichen Beihilfen

Ein Sponsoring hat besondere Aufmerksamkeit erregt. Für die Sendung „Għawdex Illum“, die bereits von PBS finanziert und von Citadel Video Communications produziert wird, wurde eine Zahlung in Höhe von 7.000 Euro geleistet. Beobachter haben die Frage aufgeworfen, ob diese Vereinbarung eine doppelte staatliche Unterstützung für dieselbe Sendung darstellen könnte.

Keine Justiz- oder Regulierungsbehörde hat entschieden, dass dieses spezielle Sponsoring eine illegale staatliche Beihilfe darstellt. Befürworter einer guten Regierungsführung argumentieren jedoch, dass solche Vereinbarungen einer genaueren Prüfung unterzogen werden sollten, um die Einhaltung der Vorschriften für öffentliche Finanzierungen und Rundfunkbestimmungen sicherzustellen.

PBS hat nicht öffentlich erklärt, dass im Zusammenhang mit diesem Sponsoring gegen interne Vorschriften verstoßen wurde.

Persönlichkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und private Verträge

Die Liste der Direktaufträge des Ministeriums enthält auch Verträge, die an Personen vergeben wurden, die in enger Verbindung zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk stehen.

Keith Chetcuti, der Geschäftsführer von PBS, erhielt mehrere Verträge über seine private Veranstaltungsfirma iCAN Ltd. Dazu gehörte ein Direktauftrag im Wert von 25.000 Euro für Dolmetscherdienste während einer Konferenz in Gozo. Zwar ist es Beamten gestattet, private Unternehmen zu besitzen, doch solche Vereinbarungen ziehen oft die Aufmerksamkeit auf sich, da sie potenzielle Interessenkonflikte mit sich bringen.

Ein weiterer bemerkenswerter Auftrag wurde an Quinton Scerri vergeben, einen Moderator der PBS-Sendung „Popolin”. Über seine Firma NRGY Concepts Ltd erhielt Scerri einen Direktauftrag in Höhe von 41.000 Euro für die Ausrichtung eines internationalen Food-Festivals auf der Insel.

Der interne Ethikkodex von PBS besagt, dass Moderatoren von Nachrichtensendungen keine Regierungsaufträge annehmen dürfen. Weder PBS noch die betroffenen Personen haben öffentlich erklärt, dass ein Verstoß vorliegt. Dennoch hat die Situation Fragen zur praktischen Durchsetzung ethischer Richtlinien innerhalb öffentlicher Institutionen aufgeworfen.

Wiederholte Zahlungen an Freiwilligenorganisationen

Die Liste der Direktaufträge umfasst außerdem Zahlungen in Höhe von fast 200.000 Euro an die Tal-Fuklar Folk Group, eine kleine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Gozo. Die Zahlungen wurden für die Verwaltung der Windmühle von Xewkija, einer historischen Stätte, geleistet.

Laut veröffentlichten Daten wurden diese Zahlungen über einen längeren Zeitraum wiederholt geleistet, oft in Beträgen, die knapp unter dem Ausschreibungsschwellenwert lagen. Kritiker argumentieren, dass die Verwaltung von Kulturerbe zwar eine legitime öffentliche Aufgabe ist, die in diesem Fall verwendete Beschaffungsstruktur jedoch Fragen hinsichtlich Transparenz und Verhältnismäßigkeit aufwirft.

Es gab keine öffentlichen Vorwürfe, dass die Organisation die vertraglich vereinbarten Leistungen nicht erbracht habe.

Verträge mit hochrangigen Beamten

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt den Direktaufträgen, die an Claude Mallia, den Geschäftsführer von Malta Air Traffic Services, vergeben wurden. Mallia soll über 30.000 Euro für Direktaufträge zur Erbringung von Architekturdienstleistungen für das Ministerium in Gozo erhalten haben.

Die Regierungspolitik schränkt hochrangige Beamte aufgrund von Bedenken hinsichtlich Interessenkonflikten und Zeitaufwand generell in der Ausübung bezahlter Nebentätigkeiten ein. Das Ministerium hat nicht öffentlich klargestellt, ob in diesem Fall besondere Ausnahmen oder Genehmigungen erteilt wurden.

Wie bei den anderen aufgeführten Verträgen hat kein Gericht oder Aufsichtsorgan festgestellt, dass diese Vereinbarungen rechtswidrig waren.

Weitere bemerkenswerte Direktaufträge

Über Einzelfälle hinaus umfassen die Beschaffungsunterlagen des Ministeriums eine Vielzahl weiterer Ausgaben. Dazu gehört ein Direktauftrag in Höhe von 100.000 Euro an G7 Services Ltd, den Eigentümern des Medienunternehmens MaltaDaily, zur Organisation einer jährlichen Jahresabschlussveranstaltung. Das Unternehmen gilt weithin als regierungsfreundlich, obwohl diese Charakterisierung eher die öffentliche Wahrnehmung als eine offizielle Einstufung widerspiegelt.

Die Unterlagen zeigen auch wiederholte Direktaufträge für Sicherheitsdienstleistungen, Zahlungen für Büromieten von religiösen Institutionen und den Kauf eines Gemäldes von Obelisk Auctions für 20.121 Euro. Jede dieser Transaktionen ist unter bestimmten Bedingungen für sich genommen rechtmäßig, aber insgesamt haben sie zu Bedenken hinsichtlich der allgemeinen Beschaffungskultur innerhalb des Ministeriums geführt.

Warnungen des Nationalen Rechnungshofs

Der Nationale Rechnungshof hat das Gozo-Ministerium in früheren Berichten wiederholt wegen unregelmäßiger Beschaffungspraktiken kritisiert. Diese Feststellungen haben Probleme wie übermäßige Abhängigkeit von Direktbestellungen, unzureichende Dokumentation und unzureichende Begründung für Abweichungen von Wettbewerbsverfahren aufgezeigt.

Trotz dieser Warnungen scheinen sich ähnliche Muster auch in den Jahren 2024 und 2025 fortgesetzt zu haben. Das Ministerium hat nicht öffentlich angekündigt, dass es strukturelle Reformen seiner Beschaffungsprozesse durchführen will.

Das Ausbleiben von Durchsetzungsmaßnahmen bedeutet an sich noch kein Fehlverhalten. Wiederholte Prüfungsfeststellungen deuten jedoch oft auf systemische Schwächen hin, die Korrekturmaßnahmen rechtfertigen.

Governance und öffentliches Vertrauen

Im Zentrum der Kontroverse steht die allgemeine Frage des öffentlichen Vertrauens. Beschaffungsprozesse sind nicht nur technische Vorgänge. Sie sind Mechanismen, durch die Behörden Fairness, Rechenschaftspflicht und den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln demonstrieren.

Wenn Direktaufträge zur Norm statt zur Ausnahme werden, können selbst rechtmäßige Entscheidungen das Vertrauen in die öffentliche Verwaltung untergraben. Dies gilt insbesondere für kleine Gerichtsbarkeiten, in denen persönliche und berufliche Netzwerke eng miteinander verflochten sind.

Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften allein reicht möglicherweise nicht aus, um den Eindruck von Begünstigung oder institutioneller Selbstgefälligkeit zu beseitigen.

Fazit

Die umfangreiche Nutzung von Direktaufträgen durch das Ministerium von Gozo hat dessen Beschaffungspraktiken erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Zwar wurde keiner der beschriebenen Verträge gerichtlich für rechtswidrig befunden, doch wirft das kumulative Muster berechtigte Fragen hinsichtlich der Governance-Standards, der Transparenz und der Einhaltung der Grundsätze des offenen Wettbewerbs auf.

Die Beauftragung des Verbandes der Jäger und Fallensteller mit Vogelberingungsdiensten sowie die Vergabe von Aufträgen an Medienunternehmen, Persönlichkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und hochrangige Beamte verdeutlichen das Ausmaß der Bedenken hinsichtlich der Beschaffungsentscheidungen innerhalb des Ministeriums.

Wiederholte Warnungen des Rechnungshofs unterstreichen die Notwendigkeit einer Neubewertung der derzeitigen Praktiken. Ohne klarere Schutzmaßnahmen, eine strengere Aufsicht und ein erneutes Bekenntnis zu wettbewerbsorientierten Beschaffungsverfahren dürften ähnliche Kontroversen weiterhin bestehen bleiben.

Letztendlich geht das Problem über einzelne Verträge hinaus. Es betrifft das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Verteilung staatlicher Ressourcen und die Frage, ob institutionelle Lehren aus früherer Kritik sinnvoll umgesetzt werden.

FAQs

Was ist eine Direktvergabe im öffentlichen Beschaffungswesen?
Eine Direktvergabe ist eine Beschaffungsmethode, die es einer Behörde unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen ermöglicht, einen Auftrag ohne offene Ausschreibung zu vergeben.

Warum wurde das Ministerium von Gozo wegen Direktvergaben kritisiert?
Das Ministerium hat innerhalb kurzer Zeit eine hohe Anzahl von Direktaufträgen vergeben, was zu Bedenken hinsichtlich Transparenz und Wettbewerb geführt hat.

Wird der Verband der Jäger und Fallensteller illegaler Aktivitäten beschuldigt?
Der Verband bestreitet die Vorwürfe illegaler Praktiken, und kein Gerichtsurteil hat ein Fehlverhalten im Zusammenhang mit diesem Auftrag festgestellt.

Sind Direktaufträge nach maltesischem Recht illegal?
Direktaufträge sind unter bestimmten Umständen legal, aber ihre übermäßige Verwendung kann die Grundsätze der Auftragsvergabe untergraben.

Welche Rolle spielt der Rechnungshof?
Der Rechnungshof überprüft die öffentlichen Ausgaben und veröffentlicht Berichte, in denen Unregelmäßigkeiten und Governance-Risiken aufgezeigt werden.

Warum sind Verträge im Medienbereich umstritten?
Sie können Fragen zu Interessenkonflikten und zur angemessenen Verwendung öffentlicher Mittel für Rundfunk und Werbung aufwerfen.

Waren die genannten Verträge nach den PBS-Regeln verboten?
PBS hat ethische Richtlinien, aber keine offizielle Untersuchung hat einen Verstoß in den genannten Fällen bestätigt.

Gibt es Hinweise auf Korruption?
Keine Justizbehörde hat entschieden, dass im Zusammenhang mit diesen Verträgen Korruption vorliegt.

Warum ist der Schwellenwert von 10.000 Euro so wichtig?
Verträge, die diesen Betrag überschreiten, erfordern in der Regel eine offene Ausschreibung gemäß den Beschaffungsvorschriften.

Welche Reformen wurden vorgeschlagen?
Beobachter haben eine strengere Aufsicht, klarere Begründungen und eine geringere Abhängigkeit von Direktaufträgen gefordert.

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