Direkt vergaben für Project Green büros sorgen für prüfung

Umweltministerin Miriam Dalli hat zwei Direktaufträge mit einem Gesamtwert von über 450.000 Euro für die Anmietung von Büroräumen für das Projekt Green und die Climate Action Authority genehmigt. Die Verträge beziehen sich auf vorübergehende Räumlichkeiten im Avenue 77 Business Centre im zentralen Geschäftsviertel von Mrieħel und haben aufgrund ihres Wertes, des Zeitpunkts und der Beschaffungsmethode Aufmerksamkeit erregt.
Beide Einrichtungen sind derzeit am selben Standort tätig, wobei die Mietverträge nicht im Rahmen einer offenen Ausschreibung, sondern durch Direktaufträge abgeschlossen wurden. Zwar sind Direktaufträge nach den maltesischen Beschaffungsvorschriften unter bestimmten Umständen rechtlich zulässig, doch wirft ihre wiederholte Verwendung durch öffentliche Einrichtungen häufig Fragen hinsichtlich der Transparenz, der Wirtschaftlichkeit und der langfristigen Planung auf.
Im Amtsblatt wird bestätigt, dass Project Green 289.860 Euro für seinen Mietvertrag bereitgestellt hat. In den veröffentlichten Unterlagen werden jedoch weder die Laufzeit des Vertrags noch mögliche Verlängerungsoptionen genannt. Im Gegensatz dazu hat die Climate Action Authority klarere Bedingungen für ihren eigenen Mietvertrag bestätigt, obwohl auch sie sich auf einen Direktauftrag statt auf eine offene Ausschreibung stützte.
Mietverträge im Avenue 77 Business Centre
Das Avenue 77 Business Centre befindet sich in Mrieħel, einem Gebiet, das sich zunehmend als Zentrum für Behörden, professionelle Dienstleistungen und Unternehmensbüros positioniert. Das Gebäude ist Eigentum von Paradocs BIS S.A.R.L., einem in Luxemburg registrierten Unternehmen.
In öffentlich zugänglichen Unternehmensprofilen wird Paradocs BIS S.A.R.L. als private Investmentgesellschaft mit einer Tochtergesellschaft in Malta und weiteren Verbindungen zu Holdingstrukturen beschrieben, die in beiden Ländern tätig sind. Es gibt keine öffentlichen Hinweise darauf, dass die Eigentümerstruktur gegen maltesische Beschaffungsvorschriften verstößt. Dennoch wirft die Beteiligung grenzüberschreitender Holdinggesellschaften oft Fragen des öffentlichen Interesses hinsichtlich Transparenz und Sorgfaltspflicht auf.
Sowohl Project Green als auch die Climate Action Authority nutzen Büroräume an diesem Standort als Teil einer von Beamten als vorübergehende Unterbringungslösung bezeichneten Lösung, während längerfristige Pläne geprüft werden.
Details zum Mietvertrag von Project Green bleiben begrenzt
Laut dem Amtsblatt der Regierung gab Project Green 289.860 € für seinen vorübergehenden Mietvertrag in der Avenue 77 aus. Über die finanziellen Zahlen hinaus wurden keine weiteren Informationen über die Dauer des Mietvertrags oder die Kriterien für die direkte Vergabe bekannt gegeben.
Dieser Mangel an Details steht im Gegensatz zu einer früheren öffentlichen Ausschreibung aus dem Jahr 2023, als Project Green Büroräume mit geschätzten Kosten von 2 Millionen € über fünf Jahre suchte. Diese Ausschreibung wurde unter der Leitung des ehemaligen Geschäftsführers von Project Green, Steve Ellul, veröffentlicht, der später für die Labour Party erfolglos bei den Wahlen zum Europäischen Parlament kandidierte.
Die frühere Ausschreibung schien auf eine längerfristige Strategie für den Raumbedarf der Behörde hinzudeuten. Dieser Prozess wurde jedoch letztendlich nicht abgeschlossen, und die Behörde hat sich stattdessen für einen befristeten Mietvertrag im Rahmen einer Direktvergabe entschieden. Es wurde keine öffentliche Erklärung dafür abgegeben, warum die ursprüngliche Ausschreibung eingestellt oder ausgesetzt wurde.
Klimaschutzbehörde erklärt vorübergehenden Umzug
Die Klimaschutzbehörde hat eine detailliertere Erklärung zu ihrem eigenen Mietvertrag abgegeben. Ein Sprecher bestätigte, dass die Behörde Büroflächen in der Avenue 77 für insgesamt 166.200 € für einen Zeitraum von einem Jahr mietet. Der Vertrag sieht die Möglichkeit einer Verlängerung um sechs Monate vor, falls dies aus betrieblichen Gründen erforderlich sein sollte.
„Der vorübergehende Umzug war aufgrund des Wachstums der Behörde und des steigenden Personalbedarfs notwendig. Es wurde eine Ausschreibung für mehrere Räumlichkeiten veröffentlicht, die den Anforderungen für eine nachhaltige und umweltfreundliche Zertifizierung entsprechen. Die eingegangenen Angebote wurden anhand der geschätzten Beschaffungswerte und der Standardbeschaffungsverfahren bewertet“, erklärte der Sprecher.
Die Behörde hat außerdem angekündigt, im nächsten Jahr eine öffentliche Ausschreibung zu starten, um längerfristige Büroräume zu sichern. Dies deutet darauf hin, dass der aktuelle Mietvertrag eher als vorübergehende Maßnahme und nicht als dauerhafte Lösung gedacht ist.
Wachstumsdruck innerhalb der Klimaschutzbehörde
Die Klimaschutzbehörde ist eine relativ neue Einrichtung, deren Aufgabe es ist, die nationale Klimapolitik zu koordinieren, Emissionen zu überwachen und die Regierung in Bezug auf Strategien zur Eindämmung des Klimawandels und zur Anpassung an dessen Folgen zu beraten. Trotz der Dringlichkeit der Klimaschutzverpflichtungen Maltas wurde die Behörde wegen ihrer geringen öffentlichen Präsenz und ihrer vermeintlich geringen Wirkung kritisiert.
Die Behörde wird von der Ingenieurin Abigail Cutajar geleitet, die im Oktober 2024 zur Geschäftsführerin ernannt wurde. Vor ihrer Ernennung war Cutajar bereits als Vertrauensperson im öffentlichen Dienst tätig und verdiente etwa 70.000 Euro pro Jahr. Sie war auch für ihre Rolle als Wahlhelferin von Ministerin Miriam Dalli bei den letzten Parlamentswahlen bekannt.
Solche Ernennungen sind im Rahmen der maltesischen Regierungsführung rechtmäßig. Sie stehen jedoch oft im Fokus der Öffentlichkeit, da Bedenken hinsichtlich einer wahrgenommenen politischen Nähe bestehen und die Wahrung der institutionellen Unabhängigkeit insbesondere in regulierenden und politikorientierten Gremien von großer Bedeutung ist.
Die wachsende Rolle von Project Green und die Erwartungen der Öffentlichkeit
Project Green hat sich zu einem wichtigen Instrument der Umweltkommunikation der Regierung entwickelt. Als führende Agentur für Stadtbegrünung spielt sie eine zentrale Rolle in den Bemühungen von Ministerin Dalli, den Wählern konkrete Umweltmaßnahmen zu demonstrieren.
Die Agentur ist in öffentlichen Ankündigungen, Werbekampagnen und Projektvorstellungen sehr präsent. Dennoch wurde ihre Leistungsbilanz kritisiert. Im Laufe des Jahres 2024 hat Project Green insgesamt 98 Projekte beworben, aber nur 19 davon innerhalb desselben Zeitraums abgeschlossen.
Befürworter argumentieren, dass viele Projekte komplexe Planungsgenehmigungen und lange Umsetzungsphasen erfordern. Kritiker halten dem entgegen, dass die Kluft zwischen Versprechen und Umsetzung das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben könnte, insbesondere wenn erhebliche öffentliche Mittel im Spiel sind.
Führungswechsel und Personalentscheidungen
Das Projekt Green hat auch aufgrund von Veränderungen in seiner Führung und internen Struktur Aufmerksamkeit erregt. Nach dem Ausscheiden seines bisherigen Geschäftsführers wurde die Agentur von Joseph Cuschieri, dem ehemaligen Geschäftsführer der MFSA, übernommen.
Die Ernennung von Cuschieri war aufgrund der Umstände seines Ausscheidens aus der Finanzaufsichtsbehörde umstritten. Obwohl seine Rolle bei Project Green rechtmäßig ist, wurde sie in der öffentlichen Debatte kontrovers diskutiert.
Eine seiner ersten wichtigen Entscheidungen als Geschäftsführer war die Genehmigung von Ausgaben in Höhe von rund 1 Million Euro für die Einstellung von 19 neuen Führungskräften. Das durchschnittliche Jahresgehalt für diese Positionen lag Berichten zufolge bei rund 56.000 Euro.
Mehrere der neuen Mitarbeiter standen Berichten zufolge in Verbindung mit Cuschieris früheren Tätigkeiten bei der Malta Financial Services Authority und der Malta Gaming Authority. Solche beruflichen Netzwerke sind zwar an sich nicht unzulässig, haben jedoch zur öffentlichen Wahrnehmung von Vetternwirtschaft innerhalb staatlicher Einrichtungen beigetragen.
Fragen zu Governance und Aufsicht
Die Aufstockung des Personalbestands und der Führungspositionen bei Project Green hat Fragen hinsichtlich der Governance-Strukturen und Aufsichtsmechanismen aufgeworfen. Beobachter haben in Frage gestellt, ob das organisatorische Wachstum der Behörde in einem angemessenen Verhältnis zu ihrer Leistungsfähigkeit und Umsetzungskapazität steht.
Die Verwendung von Direktaufträgen für die Anmietung von Büroräumen heizt diese Debatte weiter an. Direktaufträge sind für dringende oder außergewöhnliche Umstände vorgesehen. Ihre Verwendung für umfangreiche finanzielle Verpflichtungen kann zu Forderungen nach einer besseren Begründung und Dokumentation führen.
Regierungsbeamte haben stets betont, dass alle Verfahren im Einklang mit den geltenden Beschaffungsvorschriften standen. Dennoch argumentieren Befürworter von Transparenz, dass detailliertere Offenlegungen dazu beitragen würden, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu stärken.
Daten zu öffentlichen Parks und Bedenken hinsichtlich städtischer Grünflächen
Die Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit von Project Green wurden auch durch Daten zu öffentlichen Parks und Grünflächen geschürt. Eine von The Shift veröffentlichte Untersuchung hob Diskrepanzen in der offiziellen Regierungsdatenbank hervor, in der 217 öffentliche Parks in Malta und Gozo aufgeführt sind.
Dieser Untersuchung zufolge war etwa ein Drittel der aufgeführten Parks von der Größe her mit einem Fußballfeld für fünf Spieler vergleichbar. Darüber hinaus waren etwa 80 Prozent der als Parks kategorisierten Flächen kleiner als ein Standardfußballfeld für elf Spieler.
Diese Ergebnisse haben eine Debatte darüber ausgelöst, wie Grünflächen definiert, gemessen und der Öffentlichkeit vermittelt werden. Zwar können kleine städtische Grünflächen lokale Vorteile bieten, doch Kritiker argumentieren, dass ihre Darstellung als vollwertige Parks die Gefahr birgt, die Fortschritte bei der Behebung des Mangels an Freiflächen in Malta zu überbewerten.
Umweltbezogene Glaubwürdigkeit unter ständiger Beobachtung
Die Leasingentscheidungen für das Projekt „Green“ und die Klimaschutzbehörde sind Teil einer breiteren Debatte über Umweltpolitik, öffentliche Ausgaben und Rechenschaftspflicht. Malta steht weiterhin vor Herausforderungen bei der Erreichung seiner Klimaziele, der Steuerung der Stadtentwicklung und dem Ausbau einer sinnvollen grünen Infrastruktur.
Mit zunehmender Größe, Budget und Sichtbarkeit der Umweltbehörden steigen auch die Erwartungen hinsichtlich Transparenz und Ergebnissen. Vorübergehende Büroeinrichtungen mögen aus betrieblicher Sicht gerechtfertigt sein. Die wiederholte Abhängigkeit von Direktaufträgen und begrenzter Offenlegung kann jedoch das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben, selbst wenn die Maßnahmen rechtmäßig sind.
Das kommende Jahr könnte entscheidend sein, da die Climate Action Authority sich darauf vorbereitet, eine öffentliche Ausschreibung für dauerhafte Räumlichkeiten zu veröffentlichen, und Project Green seine Projektpipeline weiter vorantreibt. Eine größere Klarheit in Bezug auf Beschaffungsentscheidungen, Personalstrukturen und messbare Ergebnisse dürfte weiterhin im Mittelpunkt der öffentlichen Kontrolle stehen.
Fazit
Die Anmietung von Büroräumen für das Projekt „Green“ und die Klimaschutzbehörde durch Direktaufträge wirft weitergehende Fragen hinsichtlich der Governance-Planung und des Vertrauens der Öffentlichkeit in die Umweltverwaltung auf. Obwohl die Vereinbarungen offenbar den geltenden Beschaffungsvorschriften entsprechen und als vorübergehende operative Maßnahmen dargestellt werden, haben der Umfang der Ausgaben und die begrenzten öffentlichen Informationen verständlicherweise zu einer genauen Prüfung geführt.
Da Malta weiterhin mit wachsenden ökologischen Herausforderungen konfrontiert ist, werden die Wirksamkeit, Glaubwürdigkeit und Transparenz seiner Umweltinstitutionen weiterhin genau unter die Lupe genommen. Öffentliche Einrichtungen, die mit Klimaschutzmaßnahmen und der Begrünung von Städten betraut sind, tragen eine erhöhte Verantwortung, nicht nur die Einhaltung der Gesetze, sondern auch den umsichtigen Umgang mit öffentlichen Mitteln und messbare Ergebnisse nachzuweisen.
Mehr Klarheit bei Beschaffungsentscheidungen, langfristigen Unterbringungsstrategien und Leistungsindikatoren würde dazu beitragen, das Vertrauen zu stärken und die Wahrnehmung von Undurchsichtigkeit zu verringern. Ohne diese Transparenz laufen selbst rechtmäßige Entscheidungen Gefahr, kritisch betrachtet zu werden. Die kommende Zeit wird daher entscheidend dafür sein, ob diese Behörden ihr operatives Wachstum mit konkreten Umweltfortschritten und einer rechenschaftspflichtigen öffentlichen Verwaltung in Einklang bringen können.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Direktaufträge im öffentlichen Beschaffungswesen?
Direktaufträge sind Beschaffungsmechanismen, die es öffentlichen Einrichtungen ermöglichen, unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen Waren oder Dienstleistungen ohne offene Ausschreibung zu erwerben.
Wie hoch waren die Ausgaben für die Anmietung von Büroräumen für die beiden Behörden?
Der Gesamtwert der beiden Direktaufträge übersteigt 450.000 Euro, wobei Project Green 289.860 Euro und die Climate Action Authority 166.200 Euro ausgegeben hat.
Wo befinden sich die Büros?
Beide Behörden mieten Büroräume im Avenue 77 Business Centre im zentralen Geschäftsviertel von Mrieħel.
Wem gehört das Avenue 77 Business Centre?
Das Gebäude gehört Paradocs BIS S.A.R.L., einem in Luxemburg registrierten Unternehmen mit verbundenen Unternehmen in Malta.
Warum ist die Climate Action Authority umgezogen?
Die Behörde gab als Grund für den vorübergehenden Umzug das Wachstum und den steigenden Personalbedarf an.
Plant die Climate Action Authority eine öffentliche Ausschreibung?
Ja, die Behörde hat erklärt, dass sie beabsichtigt, im nächsten Jahr eine öffentliche Ausschreibung für längerfristige Büroräume zu starten.
Wer leitet die Climate Action Authority?
Die Behörde wird von der Ingenieurin Abigail Cutajar geleitet, die im Oktober 2024 zur Geschäftsführerin ernannt wurde.
Wie viele Projekte hat Project Green im Jahr 2024 abgeschlossen?
Project Green hat 19 von 98 Projekten abgeschlossen, die es im Laufe des Jahres gefördert hat.
Warum wurde Project Green kritisiert?
Die Kritik konzentrierte sich auf die Projektumsetzungsquoten, Personalentscheidungen und den Eindruck politischer Begünstigung.
Werden die Leasingentscheidungen als rechtswidrig angesehen?
Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Leasingverträge gegen das Vergaberecht verstoßen, obwohl Fragen zur Transparenz und Planung aufgeworfen wurden.

Anna Amstill
Ich bin eine begeisterte Bloggerin und Autorin mit mehr als 6 Jahren Erfahrung im Schreiben von Inhalten. Ein Online-Marketing-Experte, der sich auf das Schreiben von Blogs, Artikeln, Website-Inhalten, SEO-spezifischen Keyword-Inhalten und vielem mehr spezialisiert hat.







































