EM Group im Fokus bei Online Glücksspiel Streit

Die Rolle der EM Group in Streitigkeiten im Bereich Online-Glücksspiele zieht Aufmerksamkeit auf sich!
Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel basiert auf öffentlichen Gerichtsdokumenten, Unternehmensregistereinträgen und Medienberichten. Wir erheben keinerlei Vorwürfe wegen Betrugs oder kriminellen Verhaltens. Der Zweck besteht darin, aufzuzeigen, wie Unternehmensdienstleister in Streitigkeiten und regulatorische Debatten verwickelt werden können, wenn sie als Direktoren oder Verwalter im Glücksspielsektor tätig sind.
Das Frankfurter Unterlassungsverfahren
Am 4. September 2025 bestätigte das Landgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung gegen einen ehemaligen Spieler, der versucht hatte, seine Glücksspielverluste zurückzugewinnen, indem er drohte, negative Informationen über die EM Group, auch bekannt als eMoore N.V., zu veröffentlichen.
Der Fall betraf das Online-Casino 1bet, das von Bellona N.V. betrieben wurde, während die EM Group in leitender Funktion tätig war.
Das Urteil stellte zwei Dinge klar. Erstens wurde dem Spieler untersagt, die EM Group des Betrugs oder „betrügerischer Praktiken” zu beschuldigen, da solche Aussagen als unbewiesene Behauptungen einer Straftat angesehen wurden. Zweitens wurde die Androhung der Veröffentlichung von Informationen, um eine Rückzahlung zu erwirken, als unrechtmäßige Einmischung in die Geschäfte der EM Group angesehen.
Was das Gericht nicht behandelte, war die Frage, ob 1bet den deutschen Glücksspielstaatsvertrag eingehalten hatte, einschließlich der Verpflichtungen zur OASIS-Selbstausschlussregelung, der Einzahlungsgrenze von 1.000 € und der AML/KYC-Anforderungen. Diese Compliance-Fragen wurden in der Korrespondenz angesprochen, aber als außerhalb des Geltungsbereichs der einstweiligen Verfügung behandelt.
Das Ergebnis war, dass die EM Group Schutz vor Rufschädigung in Deutschland erhielt, während weitergehende regulatorische Fragen ungelöst blieben.
Über die Rolle eines Treuhänders hinaus
Aus den im Zusammenhang mit dem Fall eingereichten Unterlagen geht hervor, dass die Rolle der EM Group nicht auf die Bereitstellung eines eingetragenen Firmensitzes beschränkt war. Das Unternehmen wurde in der Korrespondenz mit Spielern erwähnt und reagierte nicht nur auf Beschwerden über 1bet, sondern auch im Zusammenhang mit Marken wie Mandarin Gaming.
In den Schriftsätzen wurde dargelegt, dass die EM Group an der Bearbeitung von Ansprüchen, der Weiterleitung von Korrespondenz und in einigen Fällen auch an der Anfechtung von Beschwerden beteiligt war.
Dies weist auf einen weitergehenden Punkt hin. Wenn ein Unternehmensdienstleister die Bearbeitung von Beschwerden, die Managementaufsicht oder die Kommunikation mit Spielern übernimmt, kann dies als eine administrative Tätigkeit angesehen werden, die über neutrale Treuhänderfunktionen hinausgeht.
Die Regulierungsbehörden in Deutschland, den Niederlanden und Malta reagieren zunehmend sensibel auf solche Unterscheidungen, insbesondere wenn Betreiber ohne lokale Lizenzen auf ihre Märkte abzielen.
Der Bericht der Curaçao Chronicle
Ein vergleichbarer Bericht erschien am 15. Juli 2025 in der Curaçao Chronicle. Der Artikel beschrieb einen Streitfall im Wonder Casino, bei dem ein Kunde Bedenken wegen einer fehlgeschlagenen Banküberweisung äußerte. Laut der Chronicle waren Mitarbeiter und Rechtsvertreter der EM Group in den Austausch involviert und sollen operative Schritte wie die Sperrung von Konten angeordnet haben.
Der Artikel enthielt keine Feststellungen zum Sachverhalt, stellte jedoch fest, dass der Fall Fragen darüber aufwirft, wie Unternehmen mit vorläufigen Lizenzen in Curaçao mit Beschwerden von Spielern umgehen und inwieweit Unternehmensdienstleister als Teil der Betriebskette angesehen werden können.
EU-Verfahren in Luxemburg
Es besteht auch ein Zusammenhang mit der Rechtssache C-440/23 vor dem Gerichtshof der Europäischen Union. Die Vorlage betrifft die Deutsche Lotto- und Sportwetten Limited und die European Lotto Betting Limited, beides in Malta eingetragene Unternehmen. Aus öffentlichen Aufzeichnungen geht hervor, dass die EM Group den Sitz dieser Unternehmen bereitstellt.
Der Fall selbst betrifft die Vereinbarkeit nationaler Beschränkungen für Lotteriewetten mit dem EU-Recht. Unabhängig von der letztendlichen Entscheidung zeigt die Tatsache, dass die EM Group mit den vor dem Gerichtshof verhandelnden Parteien in Verbindung steht, wie sich Verwaltungsdienstleistungen auf Unternehmen ausweiten können, die in sensiblen Regulierungsbereichen tätig sind.
Einhaltung der maltesischen Registrierungsvorschriften
Die Einträge im maltesischen Handelsregister verdeutlichen die Meldeversäumnisse derselben beiden Unternehmen:
- Die Deutsche Lotto- und Sportwetten Limited (C 90866), gegründet am 28. Februar 2019, hat seit ihrer Gründung keine Jahresabschlüsse vorgelegt.
- European Lotto Betting Limited (C 84690), gegründet am 31. Januar 2018, hat zuletzt den Jahresabschluss für das Jahr 2021 eingereicht, ohne dass weitere Einreichungen folgten.
Die Nichtvorlage von Jahresabschlüssen ist kein Beweis für ein Fehlverhalten, stellt jedoch einen Verstoß gegen die Compliance dar, der Strafen nach sich ziehen kann und Fragen zur Transparenz aufwirft, insbesondere wenn Unternehmen in laufende Verfahren vor dem EuGH verwickelt sind und eines von ihnen eine Lizenz der Malta Gaming Authority besitzt.
Abschließende Gedanken und Fazit
Die Frankfurter einstweilige Verfügung befasste sich mit einem engen rechtlichen Punkt: Ein Spieler darf die EM Group ohne Beweise nicht als betrügerisch bezeichnen und auch keinen Druck ausüben, indem er mit der Veröffentlichung negativer Informationen droht. Das Gericht schützte den Ruf der EM Group vor unbegründeten strafrechtlichen Anschuldigungen und Zwangsmaßnahmen.
Die in diesem Fall eingereichten Unterlagen zeigen jedoch auch, dass die EM Group über eine rein passive Treuhänderfunktion hinausgehende Aufgaben wahrgenommen hat.
Das Unternehmen fungierte während des relevanten Zeitraums als Direktor von Bellona N.V., dem Betreiber des Casinos 1bet. Es trat auch als Ansprechpartner für Beschwerden auf, unter anderem über eine E-Mail-Adresse, die für Beschwerden vorgesehen war.
In den Prozessunterlagen wurde die EM Group im Zusammenhang mit Mandarin Gaming erwähnt, wo Spieler angewiesen wurden, Beschwerden direkt an das Unternehmen zu senden. Diese Details deuten auf eine Beteiligung an der Korrespondenz und der Kundeninteraktion hin.
In den Gegenklagen wurde ferner festgestellt, dass die EM Group bei Streitigkeiten beratend tätig war, Rechtsvertreter im Namen der Betreibergesellschaften beauftragte und in die Korrespondenz mit Spielern und Aufsichtsbehörden einbezogen war. Wenn man diese Aktivitäten für bare Münze nimmt, entsprechen sie eher einer administrativen Aufsicht als einer distanzierten Unternehmensdienstleistung.
Die Aufsichtsbehörden konzentrieren sich zunehmend auf solche Überschneidungen, insbesondere wenn Unternehmen ohne nationale Lizenzen Kunden in Deutschland, den Niederlanden oder Malta akzeptieren.
Die Curaçao Chronicle hat bereits einen ähnlichen Bericht über Wonder Casino veröffentlicht, in dem EM-Group-Mitarbeiter angeblich an der Kommunikation über strittige Transaktionen beteiligt waren. Dieser Fall verstärkte den Eindruck, dass die EM Group möglicherweise eine Rolle spielt, die über die reine Bereitstellung eines eingetragenen Firmensitzes hinausgeht.
Darüber hinaus sind zwei maltesische Unternehmen, für die die EM Group einen eingetragenen Firmensitz bereitstellt, in ein Verfahren vor dem Gerichtshof der Europäischen Union verwickelt. Während sich der Rechtsstreit um Lotteriewetten und EU-Recht dreht, weist das maltesische Handelsregister auf Compliance-Lücken in den Unternehmensunterlagen hin.
Diese Versäumnisse stellen zwar kein Fehlverhalten dar, werfen jedoch Fragen hinsichtlich der Transparenz von Unternehmen auf, die in laufende EU-Rechtsstreitigkeiten verwickelt sind.
Der schwindende Spielraum für neutrale Treuhandgeschäfte
Zusammengenommen zeigen diese Angelegenheiten, dass die EM Group in mehreren sensiblen Kontexten präsent ist: Zivilprozesse in Frankfurt, Kundenbeschwerden in Curaçao, Registereinträge in Malta und europäische Rechtsstreitigkeiten in Luxemburg.
Jeder Fall ist einzigartig, aber insgesamt deuten sie darauf hin, dass die Dienstleistungen der EM Group Bereiche von operativer, rechtlicher und reputationsbezogener Bedeutung berühren.
Für die Aufsichtsbehörden stellt sich die Frage, ob solche Aktivitäten in den Bereich der Aufsicht fallen oder nicht. Die Bearbeitung von Beschwerden, die Beauftragung von Rechtsanwälten, die Überwachung von Zahlungen und die Funktion als sichtbarer Ansprechpartner können einen Treuhänder näher an die operative Kette bringen.
In einem Sektor, in dem Lizenzierungsvorschriften, AML-Verpflichtungen und Datenschutzstandards streng definiert sind, wird die Grenze zwischen neutraler Verwaltung und aktiver Beteiligung immer wichtiger.
FAQs
Worum ging es bei der Frankfurter einstweiligen Verfügung gegen EM Group?
Die Verfügung verbot einem Spieler, EM Group Betrug vorzuwerfen oder mit negativen Veröffentlichungen Druck auszuüben, um Verluste zurückzufordern.
Hat das Gericht 1bets Einhaltung der deutschen Glücksspielgesetze geprüft?
Nein, die Einhaltung des Glücksspielstaatsvertrags, inklusive Einzahlungslimits und AML/KYC-Vorgaben, wurde nicht behandelt.
Welche Rolle spielte EM Group über die Bereitstellung eines Firmensitzes hinaus?
EM Group bearbeitete Beschwerden, kommunizierte mit Spielern und überwachte administrative Vorgänge für Casinos wie 1bet und Mandarin Gaming.
Warum sind Aufsichtsbehörden gegenüber Dienstleistern wie EM Group besorgt?
Regulierungsbehörden prüfen, ob Treuhänder über die reine Verwaltung hinaus operative Aufgaben übernehmen, besonders in Märkten ohne lokale Lizenz.
Was geschah laut Curaçao Chronicle bei Wonder Casino?
Ein Spieler hatte Probleme mit einer fehlgeschlagenen Banküberweisung, bei der EM Group involviert war, was mögliche operative Beteiligung zeigt.
Welcher EU-Fall betrifft Unternehmen, die mit EM Group verbunden sind?
Der Fall C-440/23 betrifft Deutsche Lotto- und Sportwetten Limited und European Lotto Betting Limited, bei denen EM Group den Firmensitz stellt.
Zeigen Malta-Registereinträge Compliance-Probleme bei Unternehmen von EM Group?
Ja, einige Einträge zeigen fehlende Jahresabschlüsse, was Transparenzfragen aufwirft, jedoch kein Fehlverhalten beweist.
Bedeutet die Bearbeitung von Beschwerden, dass EM Group illegal handelte?
Nein, die Bearbeitung von Beschwerden ist nicht illegal, kann aber die Grenze zwischen neutraler Treuhänderschaft und operativer Rolle verwischen.
Wie sehen Regulierer die Grenze zwischen Treuhänderaufgaben und aktiver Beteiligung?
Aktivitäten wie Anweisungen an Anwälte, Überwachung von Zahlungen oder Spielerkommunikation gelten als administrative Aufgaben und können Aufsicht nach sich ziehen.
Welche Gesamtauswirkung hat EM Groups Beteiligung in diesen Fällen?
EM Groups Präsenz in rechtlichen und regulatorischen Kontexten zeigt, wie Dienstleister in operative und reputationsrelevante Fragen im Online-Glücksspiel gezogen werden können.
Quellen
- Landgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 09.2025, Az. 2-12 O 137/25.
- Curaçao Chronicle, „Accusations of Fraud Surface Against Online Casino and EM Group” (15. Juli 2025), abrufbar unter: Curaçao Chronicle.
- Rechtssache C-440/23, Deutsche Lotto- und Sportwetten Limited und European Lotto Betting Limited, Gerichtshof der Europäischen Union (anhängig).
- Malta Business Registry, Unternehmensunterlagen für C 90866 und C 84690: MBR
- Im Frankfurter Verfahren eingereichte Dokumente (Widerklage und Beweisstücke), einschließlich Verweisen auf die Bearbeitung von Beschwerden durch die EM Group für Marken wie Mandarin Gaming.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel basiert ausschließlich auf öffentlich zugänglichen Gerichtsdokumenten, Unternehmensregistereinträgen und Medienberichten. Er dient ausschließlich zu Informations- und redaktionellen Zwecken. Die Autoren erheben keinerlei Vorwürfe hinsichtlich Betrug, kriminellem Verhalten oder Verstößen gegen Vorschriften. Verweise auf die EM Group, eMoore N.V. oder damit verbundene Unternehmen beschränken sich auf deren Erwähnung in öffentlichen Aufzeichnungen oder Berichten. Alle Beschreibungen der Beteiligung an Streitigkeiten oder regulatorischen Angelegenheiten spiegeln den Inhalt dieser Aufzeichnungen wider und stellen keine Tatsachenfeststellungen von Malta Media oder seinen Autoren dar. Leser sollten diesen Artikel nicht als Hinweis auf rechtswidrige Aktivitäten der EM Group oder ihrer verbundenen Unternehmen interpretieren.
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