Frankreichs ANJ Algorithmus markiert 600.000 Hochrisiko Spieler

France’s ANJ algorithm flags 600,000 high-risk gambling players

Die französische Glücksspielaufsichtsbehörde, die Autorité Nationale des Jeux, hat die ersten Ergebnisse eines neu entwickelten Algorithmus veröffentlicht, der darauf ausgelegt ist, potenziell exzessives Spielverhalten bei Online- und Konto-Spielern zu erkennen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass schädliche Spielmuster innerhalb des regulierten Marktes an Bedeutung gewinnen und zunehmend mit den Einnahmen der Betreiber in Verbindung stehen.

Nach Angaben der Behörde wurden in der zweiten Jahreshälfte 2025 etwa 600.000 Spieler in Frankreich identifiziert, bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit für exzessives Spielverhalten bestand. Auf diese Spieler entfielen rund 1,2 Milliarden Euro an Bruttospielerträgen, was 60 % der gesamten Bruttospielerträge im Segment der kontobasierten Glücksspiele entspricht.

Die Veröffentlichung ist Teil des umfassenderen Strategieplans 2024–2026 der ANJ, der der Reduzierung von exzessivem und pathologischem Glücksspiel auf dem französischen Markt Priorität einräumt. Die Regulierungsbehörde erklärte, das neue Modell solle die Aufsichtskapazitäten stärken und gleichzeitig lizenzierte Betreiber dazu anregen, die Maßnahmen zum Spielerschutz zu verbessern.

Aufsichtsbehörde hebt zunehmende Konzentration der Glücksspieleinnahmen hervor

Die Ergebnisse der Aufsichtsbehörde deuten darauf hin, dass ein relativ kleiner Anteil der Spieler für einen erheblichen Teil der Markteinnahmen verantwortlich ist. Die ANJ gab an, dass die geschätzten 600.000 Hochrisikospieler etwa 8,7 % der vom Modell erfassten Spielerkonten ausmachten.

Innerhalb dieser Gruppe wurden rund 300.000 Personen als „offensichtlich exzessive“ Spieler eingestuft. Die ANJ wies darauf hin, dass die Betreiber bereits in der Lage sein sollten, diese Spieler durch bestehende Überwachungssysteme und Kontrollen für verantwortungsbewusstes Spielen zu identifizieren.

Die Regulierungsbehörde äußerte sich besorgt darüber, dass der Anteil der von Hochrisikospielern generierten Einnahmen seit 2023 weiter gestiegen ist. Laut ANJ könnte dieser Trend darauf hindeuten, dass ein wachsender Teil des regulierten Glücksspielmarktes zunehmend von Kunden abhängig ist, die potenziell schädliches Spielverhalten zeigen.

Die Ergebnisse dürften die Überwachung der in Frankreichs reguliertem Umfeld tätigen lizenzierten Betreiber verschärfen. Behörden in ganz Europa konzentrieren sich im Rahmen umfassenderer Strategien für sichereres Glücksspiel zunehmend auf datengestützte Überwachungssysteme, und die jüngste Initiative der ANJ spiegelt diese breitere regulatorische Entwicklung wider.

Bemühungen der Betreiber zur Identifizierung stehen weiterhin im Fokus

Französische Glücksspielanbieter sind gesetzlich verpflichtet, problematisches Spielverhalten zu erkennen und bei Bedarf einzugreifen. Diese Maßnahmen können die direkte Kommunikation mit Kunden, die Einführung personalisierter Einzahlungs- oder Einsatzlimits, die Überweisung an spezialisierte Hilfsorganisationen sowie in schweren Fällen die Sperrung oder Schließung von Konten umfassen.

Die ANJ räumte ein, dass die Betreiber ihre Erkennungsbemühungen im vergangenen Jahr verbessert haben. Nach Angaben der Regulierungsbehörde stieg die Zahl der von den Betreibern als exzessive Spieler identifizierten Personen von etwa 31.000 im Jahr 2024 auf rund 89.000 im Jahr 2025.

Trotz dieses Anstiegs erklärte die Regulierungsbehörde, dass das derzeitige Identifizierungsniveau im Vergleich zu den Schätzungen ihres eigenen algorithmischen Modells hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Die Diskrepanz zwischen den von den Betreibern gemeldeten Zahlen und den Schätzungen der Regulierungsbehörde dürfte bei künftigen Compliance-Prüfungen zu einem wichtigen Thema werden. Die ANJ wies darauf hin, dass die Betreiber wahrscheinlich zunehmendem Druck ausgesetzt sein werden, nachzuweisen, dass ihre Überwachungssysteme in der Lage sind, riskantes Spielverhalten effektiver zu erkennen.

Wie der ANJ-Algorithmus entwickelt wurde

Der Algorithmus wurde unter Verwendung von Spielerkontodaten erstellt, die der Regulierungsbehörde kontinuierlich von lizenzierten Betreibern sowie von den staatlich verbundenen französischen Glücksspielkonzernen FDJ UNITED und PMU übermittelt werden.

Die ANJ erklärte, dass die Arbeit an dem Projekt im Jahr 2024 begann und Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Forschungen einflossen, die sich auf spielbedingte Schäden und Verhaltensrisikoindikatoren konzentrierten.

Das Modell bewertet Spieler anhand von 23 separaten Indikatoren, bevor jedem Einzelnen eine Risikobewertung zugewiesen wird. Zu diesen Indikatoren gehören die Häufigkeit des Spielens, Muster bei Finanztransaktionen, die Nutzung von Tools zur Spielkontrolle sowie historische Verhaltensdaten im Zusammenhang mit der Spieleraktivität.

Die Spieler werden dann in vier Kategorien eingeteilt:

  • Freizeit
  • Mäßiges Risiko
  • Übermäßig
  • Offensichtlich übermäßig

Nach Angaben der Regulierungsbehörde wurde die Genauigkeit des Modells anhand des Canadian Problem Gambling Index bewertet. Die ANJ wies zudem darauf hin, dass das Projekt unter der Aufsicht eines wissenschaftlichen Ausschusses geprüft wurde.

Die Regulierungsbehörde beschrieb das Tool als eines der ersten groß angelegten Systeme dieser Art, das auf dem regulierten Glücksspielmarkt Europas eingeführt wurde.

Die ANJ plant, das Modell als Maßstab für die Einhaltung der Vorschriften zu nutzen

Die ANJ erklärte, dass es den Betreibern gestattet sein wird, den Algorithmus freiwillig zusätzlich zu ihren eigenen internen Überwachungssystemen einzusetzen. Die Aufsichtsbehörde ist der Ansicht, dass das Modell als Maßstab dienen kann, anhand dessen die Betreiber ihre Erkennungsfähigkeiten mit einem regulatorischen Referenzrahmen vergleichen können.

Die Regulierungsbehörde bestätigte zudem, dass das Tool bei künftigen Compliance-Bewertungen eine Rolle spielen wird. Im Rahmen des nächsten Überprüfungszyklus im Jahr 2027 könnte die ANJ die Anzahl der von den Betreibern identifizierten problematischen Spieler mit den Zahlen vergleichen, die durch den Algorithmus der Regulierungsbehörde ermittelt wurden.

Diese Entwicklung könnte erhebliche Auswirkungen darauf haben, wie Betreiber ihren Verpflichtungen zum sicheren Glücksspiel in Frankreich nachkommen. Unternehmen könnten mit erhöhten Erwartungen hinsichtlich Kundenüberwachungstechnologien, Interventionsstrategien und evidenzbasierter Compliance-Berichterstattung konfrontiert werden.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass datengestützte Durchsetzungsinstrumente auf den europäischen Glücksspielmärkten an Bedeutung gewinnen werden, da die Regulierungsbehörden nach messbaren Nachweisen dafür suchen, dass Systeme für verantwortungsbewusstes Spielen effektiv funktionieren.

Der stationäre Glücksspielsektor könnte mit ähnlichen Standards konfrontiert werden

Obwohl sich das aktuelle Modell auf Online- und kontobasierte Glücksspielaktivitäten konzentriert, wies die ANJ auch darauf hin, dass ähnliche Standards letztendlich auch für stationäre Glücksspielumgebungen gelten sollten.

Dies könnte sich auf landbasierte Netzwerke auswirken, die von mit dem Monopol verbundenen Gruppen betrieben werden, sowie auf physische Verkaufsstellen in ganz Frankreich.

ANJ-Präsidentin Isabelle Falque-Pierrotin kommentierte die Einführung des neuen Systems wie folgt:

„Die Fertigstellung dieses Algorithmus und seine Freigabe für die Betreiber stellen einen entscheidenden Meilenstein für die Regulierungsbehörde dar. Er demonstriert ihre Fähigkeit, ein innovatives und leistungsstarkes Tool zu entwickeln, das so genau wie möglich auf die tatsächlichen Gewohnheiten der Online-Spieler zugeschnitten ist.

Neben barometrischen Studien liefert der Algorithmus objektive Daten zu den Bemühungen, Spieler mit exzessivem Spielverhalten zu identifizieren – Bemühungen, die die Betreiber unverzüglich vorantreiben müssen. Schließlich ist es unerlässlich, dass diese Identifizierung auch an physischen Verkaufsstellen umgesetzt werden kann, ein Ziel, das wir von den beiden Monopolisten seit 2024 einfordern.“

Ihre Äußerungen unterstreichen die Absicht der ANJ, die aufsichtsrechtlichen Erwartungen über das reine Online-Glücksspiel hinaus auszuweiten. Die Regulierungsbehörde scheint entschlossen, einen umfassenderen Rahmen zu schaffen, der in der Lage ist, glücksspielbedingte Schäden über mehrere Kanäle hinweg zu überwachen.

Europäische Regulierungsbehörden setzen zunehmend auf datengestützte Aufsicht

Die jüngste Initiative Frankreichs spiegelt einen breiteren Trend unter europäischen Regulierungsbehörden wider, bei der Glücksspielaufsicht verstärkt auf Technologie und Verhaltensanalysen zurückzugreifen.

Mehrere Länder, darunter Spanien und die Niederlande, haben ähnliche Ansätze geprüft, die darauf abzielen, risikoreiches Glücksspielverhalten frühzeitig zu erkennen und Interventionssysteme zu verbessern. Die ANJ erklärte jedoch, dass ihr Modell zu den ersten gehört, die in Europa offiziell als operativer Regulierungsmaßstab eingeführt werden.

Der zunehmende Einsatz algorithmischer Überwachung dürfte wichtige Diskussionen über Datenschutz, Verhältnismäßigkeit und die Rechenschaftspflicht der Regulierungsbehörden auslösen. Gleichzeitig argumentieren die Regulierungsbehörden, dass immer ausgefeiltere Überwachungssysteme notwendig sind, um den sich wandelnden Glücksspielrisiken auf den digitalen Märkten zu begegnen.

Für Betreiber könnte die Einführung fortschrittlicher Regulierungsinstrumente zusätzliche Compliance-Verpflichtungen und Betriebskosten mit sich bringen. Unternehmen könnten verpflichtet werden, weiter in Systeme der künstlichen Intelligenz, Analysen des Spielerverhaltens und interne Teams für verantwortungsbewusstes Spielen zu investieren.

Weitreichende Auswirkungen auf den französischen Glücksspielmarkt

Die Veröffentlichung der ersten Ergebnisse des ANJ-Algorithmus markiert eine wichtige Entwicklung für den französischen Glücksspielsektor. Die Regulierungsbehörde hat deutlich gemacht, dass Maßnahmen für sichereres Spielen auch in den kommenden Jahren im Mittelpunkt ihrer Regulierungsstrategie stehen werden.

Die Ergebnisse unterstreichen zudem die finanzielle Bedeutung von Hochrisikospielern innerhalb des regulierten Marktes. Da 60 % der kontobasierten Bruttospielerträge auf Spieler entfallen, die als potenzielle Spielsüchtige eingestuft wurden, dürfte das Thema weiterhin im Fokus der politischen und regulatorischen Aufmerksamkeit stehen.

Für Glücksspielanbieter wird die Botschaft der ANJ immer deutlicher. Die Regulierungsbehörden erwarten strengere Identifizierungssysteme, schnellere Interventionen und messbare Ergebnisse im Zusammenhang mit Maßnahmen zum Spielerschutz.

Da die europäischen Regulierungsbehörden ihre Aufsichtsrahmen weiter verschärfen, könnte der Ansatz Frankreichs zu einem einflussreichen Vorbild für andere Rechtsordnungen werden, die nach datengestützten Methoden zur Überwachung von Glücksspielschäden suchen. Der Erfolg oder die Grenzen des ANJ-Algorithmus werden daher von politischen Entscheidungsträgern, Betreibern und Experten für verantwortungsbewusstes Spielen in der gesamten Branche genau beobachtet werden.

Fazit

Die französische ANJ hat mit der Einführung ihres neuen Algorithmus zur Ermittlung von Glücksspielrisiken einen bedeutenden Schritt zur Ausweitung der behördlichen Aufsicht unternommen. Durch die Identifizierung von rund 600.000 Spielern als potenzielle Problemspieler hat die Aufsichtsbehörde sowohl das Ausmaß der Bedenken hinsichtlich spielbedingter Schäden als auch die wachsende Abhängigkeit der Markteinnahmen von den Aktivitäten risikoreicher Kunden deutlich gemacht.

Die Initiative signalisiert zudem einen allgemeinen Wandel hin zu einer datengestützten Aufsicht innerhalb regulierter Glücksspielmärkte. An die Betreiber werden nun steigende Erwartungen gestellt, ihre Überwachungssysteme zu verbessern, Interventionsprozesse zu stärken und klarere Nachweise dafür zu liefern, dass Maßnahmen für verantwortungsbewusstes Spielen effektiv funktionieren.

Während die langfristigen Auswirkungen des Modells noch abzuwarten sind, übt die Veröffentlichung dieser Ergebnisse zusätzlichen Druck auf die französische Glücksspielbranche aus, dem Spielerschutz und der Einhaltung von Vorschriften Priorität einzuräumen. Sie stärkt zudem Frankreichs Position als eine der proaktiveren europäischen Jurisdiktionen bei der Entwicklung einer technologiebasierten Glücksspielaufsicht.

FAQs

Was ist die ANJ in Frankreich?
Die ANJ ist die nationale Glücksspielaufsichtsbehörde Frankreichs, die für die Überwachung lizenzierter Glücksspielanbieter und die Durchsetzung der Regeln für verantwortungsbewusstes Spielen zuständig ist.

Wie viele Spieler wurden vom ANJ-Algorithmus identifiziert?
Die Aufsichtsbehörde gab an, dass in der zweiten Jahreshälfte 2025 rund 600.000 Spieler mit eigenen Konten als potenzielle exzessive Spieler identifiziert wurden.

Welcher Prozentsatz der Glücksspieleinnahmen stammte von Hochrisikospielern?
Laut ANJ erwirtschafteten die identifizierten Hochrisikospieler etwa 60 % der Bruttospieleinnahmen innerhalb des überwachten Segments.

Was analysiert der neue ANJ-Algorithmus?
Das Modell bewertet 23 Risikoindikatoren, darunter Spielhäufigkeit, finanzielle Aktivitäten, Spielerverlauf und die Nutzung von Tools für verantwortungsbewusstes Spielen.

Welche Kategorien verwendet der Algorithmus?
Die Spieler werden in vier Gruppen eingeteilt: Freizeit-Spieler, Spieler mit moderatem Risiko, exzessive Spieler und offensichtlich exzessive Spieler.

Sind französische Glücksspielanbieter verpflichtet, schädliches Spielverhalten zu erkennen?
Ja. Das französische Gesetz verpflichtet lizenzierte Anbieter, problematisches Spielverhalten zu erkennen und geeignete Interventionsmaßnahmen zu ergreifen.

Wie viele exzessive Spieler haben die Anbieter eigenständig identifiziert?
Berichten zufolge identifizierten die Anbieter im Jahr 2025 rund 89.000 exzessive Spieler, verglichen mit 31.000 im Jahr 2024.

Wird der Algorithmus für Anbieter verpflichtend?
Die ANJ erklärte, dass Betreiber das Tool freiwillig neben ihren eigenen internen Überwachungssystemen nutzen können.

Könnten auch stationäre Glücksspielstätten ähnlichen Überwachungsstandards unterliegen?
Ja. Die ANJ deutete an, dass ähnliche Identifizierungsanforderungen letztendlich auch für physische Glücksspielverkaufsstellen gelten könnten.

Warum ist der ANJ-Algorithmus für die europäische Glücksspielbranche wichtig?
Das System stellt eines der ersten groß angelegten Regulierungsinstrumente in Europa dar, das darauf ausgelegt ist, glücksspielbedingte Schäden mithilfe von Verhaltensdatenanalysen zu messen.

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