GGL stärkt europäischen Dialog zum fairen Glücksspiel

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Deutschlands Bundesaufsichtsbehörde für Glücksspiele, hat ihr Engagement für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bekräftigt und eine hochrangige regionale Konferenz veranstaltet, die der Verbesserung der Koordination zwischen den deutschsprachigen Glücksspielbehörden gewidmet war. Die Veranstaltung, die diese Woche an zwei Tagen in Halle stattfand, brachte Vertreter aus Österreich, der Schweiz und Liechtenstein – den sogenannten DACHL-Ländern – zusammen, um Fachwissen auszutauschen und ihren gemeinsamen Regulierungsrahmen zu stärken.
Zweck und Vision des DACHL-Regulierungstreffens
Das jährliche DACHL-Treffen, das unter der Schirmherrschaft der GGL organisiert wird, dient als Plattform für die fachliche Zusammenarbeit und den Austausch bewährter Verfahren zwischen Glücksspielaufsichtsbehörden aus deutschsprachigen Regionen. Angesichts des raschen Wandels der Glücksspiellandschaft in Europa wurde auf der Veranstaltung die Notwendigkeit einheitlicher Rechtsrahmen, robuster Durchsetzungsmechanismen und gemeinsamer Reaktionen auf neue Risiken betont, darunter illegales Online-Glücksspiel und die zunehmende Integration von Technologie in Spielumgebungen.
Die Konferenz umfasste eine Reihe von Arbeitssitzungen, die sich mit Herausforderungen bei der Strafverfolgung, Marktintegrität und Verbraucherschutz befassten. Die Teilnehmer tauschten nationale Erfahrungen zu Themen aus, die von technischen Durchsetzungsinstrumenten bis hin zu strafrechtlichen Bestimmungen in der Glücksspielregulierung reichten.
Fokus auf die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels
Eines der wichtigsten Themen auf der Tagesordnung war die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels, eine anhaltende Herausforderung für Regulierungsbehörden in ganz Europa. Die Teilnehmer untersuchten die sich weiterentwickelnden Methoden, mit denen nicht lizenzierte Betreiber Verbraucher ansprechen, und diskutierten, wie moderne technische Maßnahmen wie IP-Blockierung und Zahlungsblockierung dazu beitragen können, solche Aktivitäten einzudämmen.
Die Behörden waren sich einig, dass die technologische Zusammenarbeit – einschließlich gemeinsamer Datenbanken, gemeinsamer Ermittlungen und harmonisierter Ansätze zur Sperrung von Websites – für die Zerschlagung grenzüberschreitender illegaler Netzwerke von entscheidender Bedeutung sein wird. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand auch die Notwendigkeit einer ausgewogenen Strafverfolgung, die sicherstellt, dass legitime Betreiber mit Lizenz geschützt werden und gleichzeitig der Zugang der Verbraucher zu illegalen Märkten minimiert wird.
Im Einklang mit diesen Zielen versprachen die Regulierungsbehörden, die internationale Zusammenarbeit zu intensivieren und den Datenaustausch zu verbessern, um die Transparenz und Wirksamkeit zu erhöhen.
Überprüfung des deutschen Glücksspielstaatsvertrags
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz war die Bewertung des deutschen Glücksspielstaatsvertrags (Glücksspielstaatsvertrag 2021), der die rechtliche Grundlage für die Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland bildet.
Die GGL führt derzeit eine umfassende Marktüberprüfung durch, um zu beurteilen, wie sich der Vertrag seit seiner Umsetzung bewährt hat. Die Diskussionen während der Konferenz beleuchteten verschiedene Auslegungen und Durchsetzungsansätze innerhalb der DACHL-Länder, insbesondere in Bezug auf den Betrieb von Online-Casinos, Sportwetten und die Regulierung neuer Formen des digitalen Glücksspiels.
Die Vertreter untersuchten auch strafrechtliche Überschneidungen und Unterschiede in den nationalen Bestimmungen zu Glücksspieldelikten, einschließlich nicht lizenzierter Betriebe und Geldwäscherisiken.
Lootboxen und Auslegung des Glücksspielrechts
Ein wichtiges neues Thema, das auf der Veranstaltung diskutiert wurde, war die rechtliche Einstufung von Lootboxen – eine Funktion, die zunehmend in Videospielen zu finden ist und es Spielern ermöglicht, virtuelle Gegenstände von ungewissem Wert zu erwerben. Das Thema ist in ganz Europa zu einer Debatte geworden, da die Regulierungsbehörden prüfen, ob Lootboxen nach geltendem Recht eine Form des Glücksspiels darstellen.
Die Teilnehmer tauschten sich über ihre jeweiligen nationalen Ansätze aus und identifizierten mögliche Überschneidungen bei den Regulierungsstandards. Der Dialog spiegelte die gemeinsame Erkenntnis wider, dass die Digitalisierung von Unterhaltung und Spielen die traditionellen Grenzen zwischen Glücksspiel und Videospielen verwischt und aktualisierte rechtliche Definitionen sowie neue Aufsichtsinstrumente erforderlich macht.
Bekämpfung illegaler Wetten und Integrität im Sport
Das Thema Integrität von Sportwetten fand große Beachtung. Die Regulierungsbehörden diskutierten den Anstieg illegaler Wettaktivitäten im Amateur- und Halbprofi-Sport, die ein erhebliches Risiko für Spielmanipulationen und Geldwäsche darstellen.
Auf der Sitzung wurden technische Lösungen erörtert, um die Umgehung der Identitätsprüfung von Spielern zu verhindern und sicherzustellen, dass Wettplattformen die Identität ihrer Kunden zuverlässig überprüfen und die Verpflichtungen zur Bekämpfung der Geldwäsche einhalten können.
Die Regulierungsbehörden untersuchten auch Überwachungsmechanismen und die Zusammenarbeit mit Sportorganisationen, um die Aufsicht zu stärken und den fairen Wettbewerb im Sportwettensektor aufrechtzuerhalten.
Prävention von Spielsucht und Schadensminimierung
Ein weiteres zentrales Thema der Konferenz war die Prävention von Spielsucht, ein Eckpfeiler der verantwortungsvollen Glücksspielpolitik in ganz Europa. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Schadensindikatoren, eine Reihe von Verhaltensindikatoren, die Regulierungsbehörden und lizenzierten Betreibern helfen, problematische Spielmuster frühzeitig zu erkennen.
Die GGL und ihre DACHL-Pendants überprüften die Umsetzung dieser Indikatoren in den nationalen Überwachungssystemen und betonten die Bedeutung evidenzbasierter Interventionsstrategien. Die Regulierungsbehörden waren sich einig, dass Präventionsbemühungen über die Durchsetzung hinausgehen und auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, Aufklärung und Früherkennung umfassen müssen.
Europäische Standards für Schadensindikatoren
In diesem Zusammenhang begrüßten die Teilnehmer die Fortschritte der Initiative des European Betting and Gaming Council (EBGC) zur Festlegung eines europäischen Standards für Schadensindikatoren im Glücksspielbereich. Der Vorschlag wurde kürzlich vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) nachdrücklich unterstützt, wobei die Mehrheit der nationalen Normungsgremien dafür stimmte.
Der neue Standard, der voraussichtlich Anfang 2026 fertiggestellt sein wird, zielt darauf ab, einheitliche Messgrößen und Protokolle zur Ermittlung von Glücksspielschäden in verschiedenen Rechtsordnungen zu schaffen. Diese Entwicklung wurde als wichtiger Schritt hin zu einem einheitlichen Verbraucherschutz in der gesamten Europäischen Union und darüber hinaus angesehen.
Erklärungen der GGL-Führung
Ronald Benter, CEO der GGL, unterstrich die Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den europäischen Regulierungsbehörden. Er erklärte:
„Durch die enge Zusammenarbeit mit den europäischen Regulierungsbehörden können wir in allen Bereichen profitieren – von der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels über die Beaufsichtigung lizenzierter Anbieter bis hin zur Prävention von Spielsucht. Gleichzeitig bringen wir unsere Erfahrungen und erfolgreichen Maßnahmen in den europäischen Austausch ein.“
Seine Äußerungen bekräftigten die Position der GGL als aktiver und kooperativer Vorreiter in der europäischen Glücksspielregulierung, der sich für den Austausch von Fachwissen und den Aufbau einer kollektiven Widerstandsfähigkeit gegenüber regulatorischen Herausforderungen einsetzt.
Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Regulierungsbereich
Mit Blick auf die Zukunft kündigte die GGL Pläne zur Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit durch kontinuierlichen Informationsaustausch, gemeinsame Schulungsinitiativen und den Einsatz moderner Technologien zur Stärkung der Regulierungseffizienz an.
Die Behörde plant die Entwicklung neuer grenzüberschreitender Koordinierungsrahmen, die den Datenaustausch in Echtzeit erleichtern, die Transparenz bei der Lizenzvergabe verbessern und den Verbraucherschutz stärken. Diese Bemühungen werden auch dazu beitragen, die Ansätze zur Durchsetzung und Überwachung in den europäischen Rechtsordnungen zu harmonisieren.
Darüber hinaus gab die GGL bekannt, dass sie für 2026 eine große europäische Regulierungskonferenz plant, auf der Glücksspielbehörden aus ganz Europa zusammenkommen werden, um über digitale Innovation, Marktüberwachung und soziale Verantwortung in der Glücksspielregulierung zu diskutieren.
Die sich wandelnde Landschaft der Glücksspielregulierung in Europa
Die DACHL-Konferenz unterstrich, dass die Glücksspielregulierung in Europa in eine neue Phase eintritt, die durch technologische Konvergenz, grenzüberschreitende Durchsetzungserfordernisse und gemeinsame soziale Verantwortung gekennzeichnet ist.
Während der deutsche Markt unter dem Staatsvertrag weiter reift, bleiben Herausforderungen bestehen – insbesondere im Umgang mit illegalen Anbietern, der Abwanderung von Verbrauchern zu nicht lizenzierten Plattformen und der Balance zwischen wirtschaftlicher Freiheit und Spielerschutz.
In Österreich, der Schweiz und Liechtenstein finden ähnliche Regulierungsdebatten statt, da jede Gerichtsbarkeit versucht, ihre Gesetze an neue Formen der Online-Unterhaltung und Finanztransaktionen anzupassen. Der gemeinsame Dialog im Rahmen der DACHL bildet die Grundlage für einheitliche Strategien und stellt sicher, dass kein nationaler Markt zu einer Schwachstelle für grenzüberschreitendes illegales Glücksspiel wird.
Gemeinsames Bekenntnis zu Integrität und Schutz
Zum Abschluss der Konferenz bekräftigten alle Teilnehmer ihr Engagement für die Wahrung der Integrität des Glücksspielsektors durch Zusammenarbeit, Transparenz und verantwortungsvolle Innovation. Die Diskussionen unterstrichen das gemeinsame Verständnis, dass eine wirksame Regulierung nicht isoliert existieren kann und dass kollektive Wachsamkeit für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Vertrauens unerlässlich ist.
Die Veranstaltung stärkte nicht nur die regulatorischen Beziehungen zwischen den DACHL-Ländern, sondern sendete auch ein klares Signal an die gesamte europäische Gemeinschaft: Die Zukunft der Glücksspielaufsicht liegt in der Zusammenarbeit, der digitalen Bereitschaft und einer proaktiven Haltung gegenüber illegalen Aktivitäten.
Fazit
Die jährliche DACHL-Konferenz, die von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ausgerichtet wird, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem transparenteren, sichereren und verantwortungsvolleren Glücksspielumfeld in ganz Europa. Durch die Zusammenführung von Regulierungsbehörden aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein unterstrich die Veranstaltung das gemeinsame Engagement dieser Länder, den sich wandelnden Herausforderungen des Online-Glücksspiels durch Zusammenarbeit, technologische Innovation und einheitliche rechtliche Ansätze zu begegnen.
Die Diskussionen in Halle spiegelten einen wachsenden Konsens wider, dass eine wirksame Regulierung eine Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg erfordert. Ob durch die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels, die Entwicklung gemeinsamer Standards zur Schadensverhütung oder die Förderung verantwortungsvoller Innovationen – die Teilnehmer zeigten, dass eine koordinierte europäische Reaktion für den Schutz der Spieler und die Aufrechterhaltung der Marktintegrität unerlässlich ist.
Da Glücksspiele zunehmend digitalisiert und vernetzt sind, stellt die Vision der GGL, den grenzüberschreitenden Dialog und Informationsaustausch zu stärken, ein zukunftsweisendes Modell für die Regulierungsgovernance dar. Die Zusage der Behörde, die Zusammenarbeit auszuweiten, die Durchsetzungskapazitäten zu verbessern und zu einem europaweiten Standard für den Verbraucherschutz beizutragen, unterstreicht ihre führende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft des Glücksspiels auf dem Kontinent.
Letztendlich bestätigte die Konferenz erneut, dass der Weg zu einem nachhaltigen und ethischen Glücksspielmarkt in kollektiver Verantwortung, gemeinsamem Fachwissen und dem Engagement für den Schutz des öffentlichen Wohls liegt. Durch kontinuierliche Zusammenarbeit und Transparenz haben die DACHL-Regulierungsbehörden ein klares Beispiel dafür gegeben, wie Regulierungsbehörden zusammenarbeiten können, um sicherzustellen, dass die Glücksspielbranche nach den höchsten Standards in Bezug auf Fairness, Sicherheit und Integrität arbeitet.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die GGL?
Die GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) ist die zentrale Glücksspielaufsichtsbehörde Deutschlands, die gemäß dem Glücksspielstaatsvertrag für die Lizenzierung, Aufsicht und Durchsetzung zuständig ist.
Was war das Hauptziel der jüngsten GGL-Konferenz?
Das Treffen zielte darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den Glücksspielaufsichtsbehörden aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein zu verbessern, wobei der Schwerpunkt auf illegalem Glücksspiel und Schadensprävention lag.
Welche Länder nahmen an der Konferenz teil?
Neben Deutschland nahmen Vertreter aus Österreich, der Schweiz und Liechtenstein teil, die zusammen die DACHL-Gruppe der Aufsichtsbehörden bilden.
Warum ist internationale Zusammenarbeit bei der Glücksspielregulierung wichtig?
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hilft bei der Bekämpfung illegaler Glücksspielnetzwerke, der Harmonisierung von Standards und der Gewährleistung eines einheitlichen Spielerschutzes über alle Rechtsordnungen hinweg.
Was ist IP-Blocking und warum wird es eingesetzt?
IP-Blocking ist ein technisches Instrument, mit dem Regulierungsbehörden den Zugang zu nicht lizenzierten Glücksspiel-Websites, die außerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen operieren, einschränken.
Was ist der Glücksspielstaatsvertrag?
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist der rechtliche Rahmen, der das Glücksspiel in Deutschland regelt, einschließlich Online-Wetten und Casinospielen.
Inwiefern stehen Lootboxen mit dem Glücksspielrecht in Verbindung?
Lootboxen können dem Glücksspiel ähneln, da sie die Bezahlung für die Chance auf virtuelle Belohnungen beinhalten, was die Regulierungsbehörden dazu veranlasst, ihre Rechtmäßigkeit zu prüfen.
Was sind Schadensindikatoren in der Glücksspielregulierung?
Schadensindikatoren sind Verhaltensindikatoren, die dabei helfen, frühe Anzeichen für problematisches oder süchtiges Spielverhalten zu erkennen.
Welche Rolle spielt der European Betting and Gaming Council?
Der EBGC fördert verantwortungsbewusstes Spielen und hat die Entwicklung eines europäischen Standards für Schadensindikatoren initiiert.
Welche Zukunftspläne hat die GGL angekündigt?
Die GGL plant, die Zusammenarbeit mit europäischen Regulierungsbehörden zu vertiefen, den Informationsaustausch zu verbessern und 2026 eine paneuropäische Konferenz zu veranstalten.








































