Curaçaos Regulierungsbehörde und ihr Versagen zu handeln!

Die behördliche Aufsicht über den Online-Glücksspielsektor in Curaçao steht seit langem unter genauer Beobachtung. Die Einrichtung der Curaçao Gaming Authority (CGA) im Rahmen der National Ordinance on Games of Chance (LOK) wurde als Wendepunkt präsentiert, der für Transparenz, Zuverlässigkeit und internationale Glaubwürdigkeit sorgen sollte. Die jüngsten Ergänzungen auf der Website der Behörde, darunter ein neues Vollstreckungsregister und eine wieder eingeführte Whitelist, werfen jedoch unbequeme Fragen auf. Anstatt Vertrauen zu schaffen, deuten die Beweise auf strukturelle Schwächen und Kommunikationsfehler hin, die Zweifel daran aufkommen lassen, ob die CGA ihren Auftrag erfüllen kann.
Das Vollstreckungsregister und seine verspätete Veröffentlichung
Erst Mitte September 2025 veröffentlichte die CGA still und leise ein „Vollstreckungsregister” auf ihrer Website. Es gab keine öffentliche Ankündigung, kein Update auf LinkedIn und keinen Hinweis in den speziellen Bereichen „Öffentliche Warnungen” oder „Nachrichten” auf der Website der CGA. Das Fehlen jeglicher Kommunikation untergräbt den eigentlichen Zweck eines Durchsetzungsinstruments: Spieler, Anbieter und Zahlungsdienstleister zu warnen, wenn eine Lizenz ausgesetzt oder widerrufen wurde. Im Gegensatz zu den Regulierungsbehörden in Schweden oder den Niederlanden gibt die CGA kaum Erklärungen zu ihren Maßnahmen ab und warnt die Interessengruppen nicht proaktiv.
Wofür die CGA und Aideen Shortt Zeit haben!
Kurz nach der Veröffentlichung des NEXT.io-Artikels von Zak Thomas-Akoo am 12. September 2025 deutete ein Kommentar von Aideen Shortt darauf hin, dass der Bericht ungenau sei. Es wurde behauptet, dass die Curaçao Gaming Authority (CGA) keine Namen aus ihren Lizenzunterlagen gelöscht, sondern stattdessen neben dem Hauptlizenzregister ein separates „Durchsetzungsregister” eingeführt habe.
Die Bemerkung zum neuen Register ist zwar richtig, aber diese Intervention unterstreicht einmal mehr die mangelnde Klarheit in der Kommunikation der CGA. Eine Regulierungsbehörde, die in erster Linie durch reaktive Korrekturen statt durch klare und proaktive öffentliche Bekanntmachungen kommuniziert, lässt Raum für genau die Art von Missverständnissen, die hier entstanden sind.
Zertifikate ohne Substanz
Ein weiterer neu eingeführter Abschnitt ist das Zertifikatsregister, in dem zwei anerkannte Prüflabore aufgeführt sind: Quinel Limited und BMM Spain Testlabs. Beide Einrichtungen sind international akkreditiert, haben jedoch keine operative Präsenz in Curaçao (wie jetzt für die Lizenzinhaber vorgeschlagen). Ihre Aufnahme unterstreicht ein wiederkehrendes Muster. Anstatt eine lokale Compliance-Infrastruktur aufzubauen, lagert die CGA weiterhin zentrale Regulierungsfunktionen aus, ohne Transparenz hinsichtlich der Auswahl, Aufsicht oder Berichtspflichten zu schaffen.
Aussetzungen und Widerrufe nach Auflösung von Unternehmen
Das auffälligste Problem liegt in den Durchsetzungsdaten der CGA selbst. Mehreren Unternehmen wurden ihre Lizenzen Monate nach ihrer formellen Auflösung im Handelsregister von Curaçao ausgesetzt oder widerrufen.
- BetByte V. – Widerrufen am 12. September 2025; gelöscht am 16. April 2025.
- QG Bet V. – Entzogen am 12. September 2025; gelöscht am 11. April 2025.
- Green Run V. – Entzogen am 12. September 2025; aufgelöst am 7. Januar 2025.
- Silkwave Tech V. – Entzogen am 27. Juni 2025; aufgelöst am 21. März 2025.
Diese Fälle zeigen Verzögerungen von fünf bis acht Monaten zwischen der Auflösung des Unternehmens und der Durchsetzung der Vorschriften. Ein funktionierendes Aufsichtsrahmenwerk würde automatisierte Überprüfungen beim Handelsregister umfassen, um solche Anomalien zu verhindern. Stattdessen hörten die Betreiber technisch gesehen lange vor dem Eingreifen der CGA auf zu existieren, wodurch eine Lücke entstand, in der Websites unter dem Deckmantel der Legitimität weiterhandelten.
Live-Plattformen trotz Aussetzung
Der Fall von AstroBet N.V. ist symbolisch. Seine Lizenz wurde am 27. Juni 2025 ausgesetzt, doch auf seiner Website xsino.io war weiterhin ein gültig aussehendes grünes Siegel zu sehen, das mit einer offiziellen Zertifizierungsseite verlinkt war. Am 16. September 2025 wurde das Unternehmen in dem Zertifikat als „in Prüfung“ beschrieben. Für jeden Spieler oder Anbieter deutet dies darauf hin, dass die Plattform weiterhin zugelassen ist. Das Fehlen klarer und zeitnaher Aktualisierungen birgt die Gefahr, dass Verbraucher und Partner irregeführt werden.
Ähnlich verhält es sich mit NGX N.V., das am 27. Juni 2025 suspendiert wurde, dessen Website jedoch bis zur heutigen Überprüfung weiterhin online war und für seine „All-in-One-Plattform” warb und Partnerschaften mit großen brasilianischen Verbänden auflistete. Wenn diese Verbände nichts von der Suspendierung wussten, verdeutlicht dies die praktischen Folgen des Schweigens der CGA: Dritte arbeiten weiterhin mit Betreibern zusammen, die nicht mehr konform sind.
Ein Muster verzögerter Aufsicht
Diese Verzögerungen können nicht als Einzelfälle abgetan werden. Sie deuten auf systemische Mängel in der Überwachung von Unternehmens- und Lizenzdaten durch die CGA hin. Im Vergleich dazu geben europäische Regulierungsbehörden in der Regel sofortige Mitteilungen heraus, wenn eine Lizenz ausgesetzt oder widerrufen wird, oft einschließlich Pressemitteilungen und Datenbankaktualisierungen. Die Durchsetzung in Curaçao erscheint reaktiv, langsam und von anderen Regierungssystemen abgekoppelt.
Die Existenz einer Seite mit „öffentlichen Warnungen” auf der Website der CGA macht das Schweigen noch auffälliger. Die Infrastruktur für die Kommunikation ist vorhanden, wird aber nicht genutzt. Ohne transparente Durchsetzung sind Spieler, Anbieter und Finanzinstitute ungeschützt.
Die Folgen für die Akteure der Branche
Das Fehlen einer klaren Durchsetzung birgt erhebliche Risiken.
- Spieler könnten weiterhin Geld bei Anbietern einzahlen, die nicht mehr legal sind.
- Lieferanten und Softwareanbieter könnten unbeabsichtigt nicht lizenzierte Anbieter unterstützen.
- Zahlungsabwickler könnten für die Ermöglichung von Transaktionen an suspendierte oder aufgelöste Unternehmen haftbar gemacht werden.
Dies sind keine abstrakten Bedenken. In regulierten Märkten stützen sich Finanzinstitute bei der Durchführung ihrer Sorgfaltspflichten auf behördliche Listen. Wenn das Durchsetzungsregister von Curaçao unvollständig oder nicht auf dem neuesten Stand ist, untergräbt dies die weltweiten Compliance-Prüfungen.
Probleme über die Grenzen von Curaçao hinaus
Curaçao hat sich als internationaler Lizenzierungsstandort positioniert. Die CGA hat sich um Anerkennung bemüht, indem sie sich auf Konferenzen präsentierte und mit Beratern wie Aideen Shortt zusammenarbeitete. Doch Glaubwürdigkeit hängt von einer robusten Durchsetzung ab. Internationale Beobachter, von europäischen Regulierungsbehörden bis hin zu Finanzkriminalitätsbehörden, bewerten nicht nur, ob Lizenzen erteilt werden, sondern auch, wie mit Verstößen umgegangen wird.
Wenn Unternehmen nach ihrer Auflösung monatelang ohne öffentliche Warnungen weiterarbeiten können, läuft Curaçao Gefahr, als ein Rechtsraum angesehen zu werden, in dem Regulierungsstandards nur auf dem Papier existieren.
Die Kommunikationslücke und die Rolle von Aideen Shortt
In früheren Berichten wurde auf die Rolle von Aideen Shortt hingewiesen, die die CGA beraten und als Kommunikationsverbindung zwischen der Behörde und externen Interessengruppen fungiert hat.
Doch gerade das Fehlen von Kommunikation über Durchsetzungsentscheidungen untergräbt diese Rolle. Interessengruppen haben wiederholt darauf hingewiesen, dass Aktualisierungen nur sporadisch erscheinen, oft erst nach externem Druck oder Medienberichten.
Für jemanden, der mit der Verbesserung des Rufs von Curaçao beauftragt ist, deutet die mangelnde sichtbare Kommunikation rund um die Durchsetzung entweder auf begrenzten Einfluss oder auf falsche Prioritäten hin. Transparenz wird nicht durch private Briefings für Branchenvertreter gefördert, während die Öffentlichkeit nicht informiert wird.
Lehren aus anderen Regulierungsbehörden
Vergleiche sind aufschlussreich. Die schwedische Spelinspektionen und die niederländische Kansspelautoriteit veröffentlichen detaillierte Echtzeit-Updates, wenn Lizenzen ausgesetzt oder widerrufen werden. Sie geben öffentliche Warnungen heraus, nennen nicht lizenzierte Betreiber und arbeiten aktiv mit Anbietern zusammen, um den Zugang zu beschränken. Diese Praktiken schützen die Verbraucher und stärken die Autorität der Regulierungsbehörde.
Im Gegensatz dazu unterhält die CGA eine statische Nachrichtenseite mit veralteten Inhalten. Ohne regelmäßige Aktualisierungen wird das Durchsetzungsregister eher zu einem passiven PDF-Archiv als zu einem präventiven Instrument.
Der breitere Kontext der Reformen auf Curaçao
Die Einführung des LOK sollte das veraltete Master-Lizenzsystem ersetzen. Die CGA wurde als neue Behörde vorgestellt, die in der Lage ist, internationale Standards zu erfüllen. Die Daten aus dem Enforcement Register zeigen jedoch eher Kontinuität als Veränderung. Verzögerte Maßnahmen, mangelnde Kommunikation und die Abhängigkeit von externen Beratern spiegeln die Schwächen des alten Systems wider.
Damit Curaçao Anerkennung findet, müssen die Reformen über die Veröffentlichung von Registern hinausgehen. Sie erfordern eine proaktive Aufsicht, zeitnahe Durchsetzung und transparente Berichterstattung.
Aideen Shortt und die Frage der Rechenschaftspflicht
Die anhaltende Beteiligung von Aideen Shortt verdeutlicht die unklare Grenze zwischen Beratung und Regulierungszuständigkeit. Als Kommunikationsberaterin ist sie mit dem Außenimage der CGA verbunden. Doch wiederholte Versäumnisse in der öffentlichen Kommunikation werfen Fragen zur Rechenschaftspflicht auf. Ist das Fehlen von Aktualisierungen eine bewusste Politik, eine Ressourcenknappheit oder einfach nur Misswirtschaft? Ohne Klarheit bleiben den Interessengruppen nur Spekulationen. Klar ist, dass die Kommunikation nicht mit internationalen Best Practices übereinstimmt.
Abschließende Überlegungen
Die Veröffentlichung eines Vollstreckungsregisters war ein notwendiger Schritt, doch seine Umsetzung offenbart mehr Schwächen als Stärken. Die monatelange Verspätung bei der Entziehung von Lizenzen aufgelöster Unternehmen, die Nichtaktualisierung von Siegeln in Echtzeit und die Unterlassung öffentlicher Warnungen deuten allesamt auf einen Vollstreckungsrahmen hin, der weder effizient noch transparent ist.
Für eine Regulierungsbehörde, deren Aufgabe es ist, die Integrität zu gewährleisten, ist dies nicht nur ein administratives Versäumnis. Es handelt sich um eine strukturelle Schwäche, die das Vertrauen in die globale Glücksspielbranche untergräbt. Wenn dieses Problem nicht angegangen wird, wird Curaçao weiterhin Kritik ausgesetzt sein, nicht nur von Journalisten und Beratern, sondern auch von internationalen Regulierungsbehörden und Finanzaufsichtsbehörden, auf deren Zusammenarbeit es zunehmend angewiesen ist.
FAQs
Was ist die Curaçao Gaming Authority (CGA)?
Die CGA ist die Regulierungsbehörde, die im Rahmen des National Ordinance on Games of Chance (LOK) geschaffen wurde, um den Online-Glücksspielsektor in Curaçao zu überwachen.
Warum wurde das Durchsetzungsregister eingeführt?
Das Durchsetzungsregister wurde eingeführt, um entzogene oder suspendierte Lizenzen aufzulisten, doch die verspätete und kaum kommunizierte Einführung sorgt für Kritik.
Welche Kommunikationsprobleme hat die CGA?
Die CGA veröffentlicht selten öffentliche Warnungen oder Pressemitteilungen und verlässt sich stattdessen auf stille Website-Updates, was für Intransparenz sorgt.
Warum sind suspendierte Betreiber weiterhin online aktiv?
Verzögerte Aktualisierungen und schwache Durchsetzung erlauben es suspendierten Betreibern, weiterhin gültig aussehende Siegel zu zeigen und Webseiten aktiv zu halten.
Wie gehen europäische Regulierungsbehörden mit Durchsetzung um?
Behörden in Schweden und den Niederlanden geben sofortige Warnungen, Pressemitteilungen und detaillierte Hinweise heraus, um Transparenz zu gewährleisten.
Warum wird die Abhängigkeit der CGA von externen Laboren kritisiert?
Die gelisteten Labore sind zwar akkreditiert, haben aber keine lokale Präsenz, was zeigt, dass die CGA weiterhin ohne Transparenz wichtige Aufgaben auslagert.
Welche Risiken entstehen durch verspätete Durchsetzung?
Spieler, Anbieter und Zahlungsdienstleister können unwissentlich mit nicht konformen Betreibern zusammenarbeiten und dadurch finanzielle und rechtliche Risiken eingehen.
Welche Rolle spielt Aideen Shortt in dieser Diskussion?
Aideen Shortt berät die CGA in Kommunikationsfragen, doch Kritiker sehen die mangelnde Transparenz und schwache öffentliche Kommunikation als problematisch.
Wie wirkt sich dies auf den globalen Ruf von Curaçao aus?
Schwache Durchsetzung untergräbt die Glaubwürdigkeit Curaçaos bei internationalen Regulierungsbehörden, Finanzinstituten und in der Glücksspielbranche.
Welche Reformen sind notwendig, um die CGA zu verbessern?
Curaçao muss proaktive Aufsicht, Echtzeit-Updates und transparente Kommunikation einführen, um internationalen Standards zu entsprechen.
Michael
Mit fast 30 Jahren Erfahrung in Unternehmensdienstleistungen und investigativem Journalismus leite ich TRIDER.UK, spezialisiert auf tiefgehende Recherchen in den Bereichen Gaming und Finanzen. Als Herausgeber von Malta Media biete ich fundierte investigative Berichterstattung über die iGaming- und Finanzbranche.









































